Ein kleines Grundstück, auf dem viel Wohnraum entstehen soll: Die Ziegelgärten oberhalb der Isenburger Straße. Foto: Jürgen Lück

Investor Daniel Wochner sagt: „Der Eingriff in den Wald wird kaum messbar sein.“ Auch Flächenschutz-Kämpfer stimmen im Gemeinderat für das Projekt.

Das neue Wohnviertel hinter dem Bahnhof rund um die neuapostolische Kirche kann weiter durchstarten: Der Gemeinderat stimmte sowohl dem Bebauungsplan als auch der Änderung des Flächennutzungsplans zu.

 

Daniel Wochner, Geschäftsführer der Investoren GmbH: „Ich bin Horber und freue mich, dass in die Kernstadt jetzt ein neues Baugebiet kommen kann.“

Wichtigste Frage von BiM-Fraktionschefin Christina Nuss: „Wie wird bei diesem Projekt in den Wald eingegriffen?“

Der Vertreter der Investoren: „Es gibt nur ganz wenige Bäume im Südosten, die wir nehmen müssen. Im Übergang zwischen Wald und Wohnbebauung werden wir eine Niederwaldvereinbarung mit dem Forst treffen. Das bedeutet: Dort lässt man die Bäume nicht so hoch wachsen, dass die Bewohner gefährdet werden könnten. Deshalb werden wir keinen deutlich messbaren Eingriff in den Bestand des Forstes haben!“

Fläche kommt nicht in den Wettbewerb

Kritik aus dem „Flächenschutzblock“ (BiM, OGL und Dieter Rominger-Seyrich, SPD) kam nur daran, dass die neuen Bauten (zwölf Gebäude, 11.000 Quadratmeter Fläche) nicht in den städtebaulichen Wettbewerb für den Stadteingang Süd kommen.

OGL-Fraktionschef Wolf Hoffmann: „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir dem Investor unter Umständen Probleme bereiten würden, wenn wir auf das Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs warten.“

Gestaltungsbeirat gibt Anregungen

Wochner: „Wenn wir warten, wären Planungen und bisher erfolgten Untersuchungen wie beim Artenschutz Makulatur. Da müssten wir wieder bei Adam und Eva anfangen. Deswegen haben wir mit der Stadtspitze besprochen, dass die Anregungen des Gestaltungsbeirats mit aufgenommen werden.“ Die ist im Juni geplant. Schon 2026 sollen die ersten Bauten stehen, so Wochner.

Zwei Gegenstimmen, drei Enthaltungen

OB Rosenberger: „Der Gestaltungsbeirat begleitet auch den Wettbewerb Stadteingang Süd. In sofern schauen die gleichen Fachleute auf das Gesamtgebiet.“

Dann wurde abgestimmt. Zwei Gegenstimmen: Thomas Bauer (BiM) und Thomas Mattes (SPD). Simon Jung, Christina Nuss und Rominger-Seyrich enthielten sich. Laut Nuss kein grundsätzliches Nein zum Bau, sondern weil man das Gebiet im Wettbewerb gehabt hätte. Die BiM-Fraktionschefin: „Die Investoren wollen naturnahes Wohnen. Kann man nur hoffen, dass Horb genügend Natur behält.“