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Wörnersberg Zwischen Christen eine Brücke bauen

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Sie haben sich im Wörnersberger Anker für Völkerverständigung und Versöhnung eingesetzt (von links): Evan Thomas, Salim Munayer und Ralf Armbruster. Foto: Sannert Foto: Schwarzwälder-Bote

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Von Doris Sannert

Wörnersberg. Eine Brücke zwischen Israelis und Palästinensern bauen – das möchte die Organisation Musalaha. Und wo könnte dies besser gelingen als auf neutralem Boden wie etwa im christlichen Lebens- und Schulungszentrum Wörnersberger Anker?

Musalaha heißt auf Arabisch Versöhnung. Diesem Ziel hat sich die Organisation, für die 110 Menschen ehrenamtlich tätig sind und die in Deutschland von Kirchen und christlichen Organisationen unterstützt wird, verschrieben. Dieses Ziel verfolgen aber auch der Wörnersberger Anker und der jüdisch-christliche Hilfs- und Versöhnungsverein Philippus-Dienst. Letzterer hat den einwöchigen Aufenthalt für sechs Familien aus Palästina und Israel mit insgesamt 48 Personen in Wörnersberg vermittelt.

Allen drei Organisationen und Vereinen war es dabei wichtig, Menschen zusammenzubringen, deren Völker sich nicht versöhnlich gegenüber stehen. In dem einwöchigen Musalaha Camp in Wörnersberg bot sich ihnen auf neutralem Boden die Chance zu einem zwanglosen Kennenlernen, um Perspektiven für die Zusammenarbeit der Christen im Nahen Osten zu schaffen und über die Bedeutung der unterschiedlich wahrgenommenen Ereignisse zu sprechen.

Und so trafen sich dort junge Familien, die bereit zur Versöhnung sind, zu einem intensiven Austausch über die Lebensrealität und die Geschichtsschreibung, die zwischen Juden und Palästinensern weit auseinanderklaffen. Unter ihnen Salim Munayer, der Gründer von Musalaha, und das Ehepaar Maala und Evan Thomas, die in Netanya im Herzen der Sharon-Ebene am Mittelmeer eine messianisch-jüdische Gemeinde leitet. Auch sie sind Mitarbeiter von Musalaha und davon überzeugt, dass Begegnungen, wie die in Wörnersberg, die Gegenwart und Zukunft im Nahen Osten verändern können.

"Israelis können nicht nach Palästina und Palästinenser können nicht nach Israel", erklärt Salim Munayer im Gespräch mit unserer Zeitung. Deshalb sei seine Organisation stets auf der Suche nach Orten, an denen sich beide Völker auf Augenhöhe begegnen können. Denn positive Erfahrungen mit den anderen seien für die Völkerverständigung enorm wichtig.

Geschäftsführer Ralf Armbruster vom Wörnersberger Anker hat mit seinem Team für ein Unterhaltungsprogramm gesorgt, und dafür, dass die Kinder und Jugendlichen der israelischen und palästinensischen Gäste sich bei Spiel und Spaß näher kommen und so auch Vorurteile abbauen können. Die Erwachsenen, die zum Teil das erste Mal in ihrem Leben außer Landes waren, sollten ihrerseits Neues lernen und mit vielen positiven Erfahrungen wieder nach Hause zurückkehren. Dazu dienten ein Ausflug zum Mummelsee und ein Besuch im Panoramabad ebenso wie Gesprächskreise, in denen biblische Modelle zur Lebensbewältigung herangezogen wurden. Und natürlich ging es auch um die Frage: Was ist Vergebung und was Versöhnung? Das Anker-Team gestaltete außerdem einen gemeinsamen Abendgottesdienst mit, bei dem es arabische Musik zu hören gab.

Schon die Anreise ist äußerst schwierig

Doch neben allen Ausflügen, Vorträgen und Gottesdiensten – eines war Salim Munayer ganz besonders wichtig: "die Sprache des Feindes zu hören – das weckt Emotionen". Und Evan Thomas fügt hinzu: "Denn diese Sprache ist verbunden mit Angst, mit dem Bild von Soldaten am Grenzposten, mit Krieg und Terrorismus!" Hier nun freundschaftliche Worte in der Feindessprache zu hören, das sei für alle Beteiligten ein ergreifendes Erlebnis, sind sich beide einig. Denn auf beiden Seiten hörten die Kinder schon früh Beschimpfungen über die anderen, noch bevor sie überhaupt wüssten, was diese bedeuten. Deshalb sei es wichtig, dass gerade Kinder positive Erfahrungen mit dem Feindbild machten, bevor sie in die Armee müssten.

Wie schwierig allein die Anreise nach Wörnersberg war, zeigt das Beispiel eines palästinensischen Ehepaars – er Christ, sie Muslimin. Ihre Hochzeit wurde vom eigenen Volk nicht anerkannt. Sie mussten über verschiedene Staaten und in unterschiedlichen Flugzeugen nach Deutschland reisen. "Unser Konflikt ist nicht nur unser Konflikt", erklärt Salim Munayer. Die Botschaft der Versöhnung sei auch ein deutsches Thema und darüber hinaus ein Thema weltweit.

 
 

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