Wölfe stellen für den Menschen in freier Wildbahn prinzipiell keine Gefahr. Doch beim Gassigang mit dem Hund ist Vorsicht geboten. Foto: picture alliance/dpa/Julian Stratenschulte

In Donaueschingen hat sich ein Wolf niedergelassen. Wie man sich bei einem Zusammentreffen in der Wildnis richtig verhält

Der Wolf ist auf der Baar angekommen. Laut Umweltministerium wurde kürzlich auf dem Gemeindegebiet von Donaueschingen ein Rüde nachgewiesen. Er ist der vierte bestätigte Wolf in Baden-Württemberg. Was aber tun, wenn man dem Tier tatsächlich einmal begegnen sollte? Darauf gibt das Ministerium Antworten.

 

Zu Beginn erstmal eine Entwarnung: Begegnungen mit Wölfen sind auch in Wolfsgebieten extrem selten. Die Tiere meiden normalerweise den direkten Kontakt zu Menschen und können sie schon über große Distanzen wahrnehmen.

Einen Unterschied bilden hier Jungwölfe, wie das Umweltministerium erläutert. Sie sind auch dem Menschen gegenüber teilweise neugierig und weniger vorsichtig. Zum normalen Verhalten von Wölfen gehört, dass sie sich ebenso wie Füchse, Dachse, Wildschweine und andere Wildtiere auch gelegentlich Siedlungen nähern. Deutschland ist frei von Wildtollwut, daher ist auch nicht mit tollwütigen und aus diesem Grund unvorsichtigen oder auffälligen Wölfen zu rechnen.

Die größte Vertrautheit zeigen Wölfe bei Begegnungen mit Fahrzeugen oder Reitern. Verfolgt der Wolf einen Fußgänger oder Fahrradfahrer weiterhin, sollte dieser nicht langsam und nicht hastig weglaufen oder entfernen und dabei laut sprechen. Fühlt man sich unwohl, gilt: Stehenbleiben, laut rufen und in die Hände klatschen, sich groß machen und mit Gegenständen werfen. Unter keinen Umständen dürfen Wölfe gefüttert werden. Dies könnte zu Aggressionen führen, wenn sie wider Erwarten nicht gefüttert werden.

Füttern vermeiden

Auch eine indirekte Fütterung sollten Passanten vermeiden. Hunde können von Wölfen als Eindringlinge in ihr Revier angesehen und angegriffen werden. Hunde sollten daher angeleint sein. Dennoch kann es sein, dass der Wolf sich dem Hund nähert und den Besitzer völlig ignoriert. In einem solchen Fall rückwärtsgehen, den Wolf durch lautes Rufen und Gestikulieren auf sich aufmerksam machen, und im Zweifel mit Gegenständen werfen.

Wer einen toten, kranken oder verletzten Wolf findet, sollte diesen nicht anfassen oder verfolgen. Das Umweltministerium weist darauf hin, den Fund sofort zu melden. Dies kann entweder bei der Polizei, bei der Naturschutzbehörde (Landratsamt oder Regierungspräsidium) oder dem Wolfsmonitoring, Telefon 0761/4 01 82.

Verhalten

Wolfsmonitoring
Wer einen toten, kranken oder verletzten Wolf findet, sollte diesen nicht anfassen oder verfolgen. Das Umweltministerium weist darauf hin, den Fund sofort zu melden. Dies kann entweder bei der Polizei, bei der Naturschutzbehörde (Landratsamt, kreisfreie Stadt oder Regierungspräsidium) oder dem Wolfsmonitoring, Telefon 0761/4 01 82.