Das Ziel die neue Ortsmitte weiter zu beleben bleibt. Der Gemeinderat beschloss jedoch, dass ein digitaler Wochenmarkt nicht dazu gehört. Foto: Rainer Bombardi 

Der Gemeinderat war sich in seiner jüngsten Sitzung einig, dass Dauchingen auf absehbare Zeit keinen sogenannten digitalen Wochenmarkt auf dem neuen Dorfplatz in der neu gestalteten Ortsmitte benötigt.

Nachdem sich bereits vor Monaten rasch herauskristallisierte, dass ein Präsenzwochenmarkt in der Gemeinde kaum rentabel wäre, kam die Absage nicht ganz unerwartet.

 

Wolfgang Müller von der Wirtschaftsförderung EGON hatte im Vorfeld alles versucht, eine der beiden Varianten „Grüne Kiste“ oder „Regio Markt 24/7“ dem Gremium schmackhaft zu machen.

Doch letztendlich scheiterten seine Bemühungen ebenso wie jene der Verwaltung, welche sich für die Ausarbeitung der Variante „Regio Markt 24/7“ ausgesprochen hatte. Beide Systeme legen einen gesteigerten Wert auf die digitale Vermarktung regionaler Lebensmittel. In beiden Fällen müsste die Gemeinde finanziell in Vorleistung treten.

Bürgermeister Torben Dorn verwies zu Diskussionsbeginn darauf, dass die Gemeinde keine neuen Betätigungsfelder suche. Die Vorstellung beider digitaler Marktangebote sei in finanzieller und verwaltungstechnischer Hinsicht ein Mehraufwand.

Zuerst den Bedarf abklären

Er schlug vor, diesbezüglich zuerst den Bedarf der Direktvermarkter und der Bevölkerung abzuklären. Jürgen Laufer von den Freien Wählern befürwortete keine der beiden Varianten. Mathias Schleicher (CDU) anerkannte das Engagement von Wirtschaftsförderer Müller, der seine Vorbehalte jedoch nicht entkräften konnte. Schleicher warnte davor, ein derartiges Projekt ohne Zustimmung der Selbstvermarkter einzureichen. „Alle Dauchinger Direktvermarkter haben bereits eigene Räumlichkeiten, in denen sie ihre Produkte vermarkten. Bekommen sie Konkurrenz von extern, wenn sie das digitale Direktvermarktungskonzept nicht nutzen?“, warnte Schleicher vor einer kontraproduktiven Entscheidung.

„Es hat Charme, den neuen Dorfplatz zu beleben. Aber im Falle eines digitalen Wochenmarkts, muss ein Signal von den Direktvermarktern oder aus der Bevölkerung kommen“, stimmte Frank Merten von den Unabhängigen Bürgern (UB) seinem Vorredner zu. Fraktionskollege Günter Klotz ging noch einen Schritt weiter. „Die Dauchinger sind seit Jahren als Käufer oder Standbetreiber auf den Wochenmärkten in Villingen oder Schwenningen zu Gast. Es ist kaum anzunehmen, dass sie auf einmal Dauchingen bevorzugen.“

Andere Gemeindeaufgaben deutlich wichtiger

Zudem stufte er andere Gemeindeaufgaben als deutlich wichtiger ein, als die Betreuung eines digitalen Wochenmarkts. Andreas Lorenz schlug vor die Idee eines digitalen Wochenmarkts aus Sicht der Gemeinde zu verwerfen. „Ein derartiges Projekt stellt für uns keine institutionelle Angelegenheit dar.“

Marco Deiss (UB) beantragte abschließend, dass die Gemeinde dem Projekt digitaler Markt nicht weiter folgen soll.