Wohin soll sich Schuttertal in den kommenden 20 Jahren entwickeln? Der Gemeinderat hat ein Gemeindeentwicklungskonzept auf den Weg gebracht, das diese Frage beantworten soll.
Patricia Schulte vom Büro Fahle Stadtplaner, Freiburg, und Sybille Hurter von Kommunal-Konzept Baden-Württemberg (KKBW) haben dem Schuttertäler Gemeinderat ihre Ideen für ein Gemeindeentwicklungskonzept vorgestellt. Die Aufgabe ist anspruchsvoll: Die drei annähernd gleich großen Ortsteile – ohne ein genau zu definierendes Zentrum – sind für die Gemeinde grundsätzlich eine Herausforderung.
Im Unterschied zu den Konzepten, die vor fast 20 Jahren für jeden der drei Ortsteile aufgestellt wurden, soll das neue Gemeindeentwicklungskonzept, kurz GEK, ortsteilübergreifend fungieren. Es werde eine Art Richtschnur sein, die die Gemeinde in den kommenden 15 bis 20 Jahren verfolgen kann. Bedeutet: Das Konzept hat keine Rechtsverbindlichkeit.
Spaziergänge mit Bürgern sind geplant
Wichtig ist der Gemeinde die Beteiligung möglichst vieler Einwohner aller drei Ortsteile. Ein Online-Fragebogen wird im Sommer zur Verfügung stehen. Ortsteilspaziergänge in allen drei Ortsteilen sind im Oktober anvisiert. Beides sei gleichermaßen wichtig, erklärten die Referentinnen. Ebenso entscheidend sei es, in beiden Formaten Jugendliche anzusprechen, die Interesse an der Zukunft der Gemeinde haben. Möglich sei auch eine Zukunftswerkstatt im November. Fest eingeplant ist im Konzept eine Klausurtagung des Gemeinderats Anfang des kommenden Jahres. Letztlich soll das neue GEK im Frühjahr 2027 im Gemeinderat öffentlich vorgestellt werden.
Die Erstellung des Konzepts beginnt mit der Analyse des Ist-Zustands. Es gilt, Fragen zu klären wie „Wie gut ist die Infrastruktur?“ oder „welche Bedeutung hat die Natur des ländlich geprägten Schuttertals?“. Für das Konzept ergeben sich fünf große Handlungsfelder: Wohnen und Soziales, Mobilität und Verkehr, Nachhaltigkeit und Klimaanpassung, Einzelhandel und Nahversorgung. Mit dem GEK soll „die Transparenz von kommunalen Entscheidungen“ in diesen Bereichen sichtbar gemacht werden.
Ein Vorteil dieses „informellen Instruments für die mittelfristige kommunale Planung“ ist, dass es für Projekte eine Förderung, etwa durch ein Städtebauprogramm wie das „ELR/Schwerpunktgemeinde“, ermöglicht. KKBW wird sich um die planerischen Aspekte des GEK bemühen. Fahle ist für Fördermöglichkeiten verantwortlich.
Bürgermeister Matthias Litterst zeigte sich optimistisch, dass das Gemeindeentwicklungskonzept ein Erfolg wird.
Die Kosten
Laut der Beschlussvorlage ist das Gemeindeentwicklungskonzept mit knapp 84 000 Euro veranschlagt. Die Ausgaben verteilen sich dabei auf dieses und das kommende Jahr in gleichen Teilen. Für 2026 sind bereits 40 000 Euro im Haushalt eingeplant, in der mittelfristigen Finanzplanung ist das GEK berücksichtigt. Der Rat stimmte geschlossen zu.