Dass die Stettener Feuerwehrabteilung eine neue Unterkunft braucht, darin ist man sich mittlerweile einig. Aber wo würde das Feuerwehrhaus am besten hinpassen?
Die Unfallkasse Baden-Württemberg hat bei der Prüfung der Haigerlocher Feuerwehrhäuser im vergangenen Jahr dem Gerätehaus in der Stettener Lehrstraße das schlechteste Zeugnis hinsichtlich seines Zustands gegeben.
Ortsvorsteher Julian Higi berichtete in der ersten Sitzung des Stettener Ortschaftsrates im neuen Jahr, dass bei der Überprüfung nicht nur die verschiedensten baulichen Mängel festgestellt worden sind, sondern das Gebäude sogar als „völlig ungeeignet“ für die Rettungsorganisation bezeichnet wurde.
Aus diesem Grund ist man auf der Suche nach alternativen Standorten zur Unterbringung der örtlichen Feuerwehr und hat sich deswegen bereits mit der Abteilung zusammengesetzt. Dabei kam die 1905 gebaute „Alte Schule“, ins Gespräch, die nach dem vom Gemeinderat beschlossenen gesamtstädtischen Gebäudekonzept eigentlich verkauft werden soll. Bisher wird die Schule als „Haus der Vereine“ genutzt. Untergebracht sind dort Lagerräume der Schaiblin-Hexen, des Motorsportclubs und des Fischereivereins sowie die Kleiderkammer der Gesamtfeuerwehr Haigerloch.
„Alte Schule“ hätte Vorteile
Bevor man die „Alte Schule“ abreißt, müssten für diese Vereine allerdings Ersatzräumlichkeiten gegeben sein. Nach solchen will der Ortschaftsrat zusammen mit der Stadt und den Vereinen auf die Suche gehen. Für die Schule als Standort für ein neues Feuerwehrhaus spricht laut Ortsvorsteher Julian Higi, dass die nach den Feuerwehrzuschuss-Richtlinien benötigten 1200 Quadratmeter verfügbar sind. Zudem ist die Stadt im Besitz des Geländes und müsste kein Grundstück erwerben.
Ins Feuerwehrhaus integrieren
Auch wäre es ein Leichtes, die Rathaus-Sirene und die Straßenbeleuchtungs-Elektrik vom ebenfalls zum Verkauf vorgesehenen Rathaus in ein neues Feuerwehrhaus in unmittelbarer Nachbarschaft zu integrieren. Außerdem könnten in einem entsprechend dimensionierten Schulungsraum künftig auch Sitzungen des Ortschaftsrates und Sprechstunden des Ortsvorstehers stattfinden, wenn das Rathaus einen Käufer findet.
Gelände am Ortseingang gegenüber dem Friedhof
Gegen den Standort „Alte Schule“ sprach sich allerdings Ortschaftsrat Walter Stocker aus. Er brachte das Gelände am Ortseingang von Stetten gegenüber dem Friedhof ins Gespräch, auf dem der alten „Kohleschuppen“ steht. Auch dort könnten laut Stocker die nach den Zuschussrichtlinien geforderten Stellplätze für die Wehrangehörigen errichtet werden. Zudem sei das Gelände wesentlich besser über die Stettener Straße und den Heerweg erschlossen, als ein späteres Feuerwehrhaus über eine Sackgasse des Andreasweges. Außerdem ist seiner Ansicht nach „das alte Schulhaus in einem verhältnismäßig guten Zustand, so dass es jammerschade ist, dieses abzureißen“.
Feuerwehr soll in Stetten bleiben
Walter Stockers Ratskollegen Ulrich Schneider und Claus Teller betrachteten es als notwendig, dass die Feuerwehr in Stetten bleibt und forderten eine schnelle Lösung. Armin Bauer sah die beiden Standorte durchaus für prüfenswert an, während Michael Stocker mit dem „Sonnen-Areal“ noch einen dritten möglichen Standort ins Gespräch brachte. Über dieses war im erwähnten Gespräch mit der Feuerwehr ebenfalls die Rede. Allerdings ist auf diesem Gelände bisher eine Bebauung mit einem mehrgeschossigen Gebäude mit altersgerechten Wohnungen und Einfamilienhausbebauung vorgesehen.
Wunschstandort der Feuerwehr im Schulgelände
Der in der Sitzung mit mehreren Feuerwehrkollegen anwesende Stettener Abteilungskommandant Thomas Klingel erklärte, dass der Wunschstandort der Feuerwehr eigentlich der Hartplatz im Schulgelände sei. Dieser scheidet laut Ortsvorsteher Julian Higi jedoch aus, weil dort eine Bebauung mit Wohnhäusern vorgesehen ist, um mit den Bauplatzverkäufen die Mehrkosten für einen neuen Kindergarten an dessen bisherigem Standort zu finanzieren.
Schließlich beschloss der Ortschaftsrat einstimmig, der Stadtverwaltung zu empfehlen, alle drei Standorte (Alte Schule, Kohleschuppen und Sonnen-Areal) durch den Kreisbrandmeister, einen Architekten zusammen mit Vertretern der Feuerwehr prüfen zu lassen.