Simone Hauswald (Mitte) mit ihren Menogirls-Mitstreiterinnen Sophia Elmlinger (links) und Anke Faller Foto: Thorsten Stein

Die Ex-Biathletin freut sich auf die Weltmeisterschaft in Lenzerheide, hat aber selbst ein ganz neues Projekt am Start.

Am Mittwoch startet die Biathlon-WM in Lenzerheide – und eine aufmerksame Beobachterin sitzt in Schönwald (Schwarzwald-Baar-Kreis) vor dem TV-Gerät und beobachtet interessiert, was ihre Nachfolgerinnen in der Schweiz so zuwege bringen.

 

Ziemlich genau 15 Jahre ist es her, als Simone Hauswald zum Abschluss ihrer wechselhaften Karriere den Höhepunkt erlebt: Am 28. März 2010 gewinnt sie in ihrem allerletzten Rennen im russischen Chanty-Mansijsk gemeinsam mit Magdalena Neuner, Simon Schempp und Arnd Peiffer WM-Gold in der Mixed-Staffel.

Es war der Abschluss einer sensationellen letzten Saison. Nachdem sie sich entschieden hatte, nach der WM in Russland ihre Karriere zu beenden, feiert sie einen Erfolg nach dem andern. Im Februar 2010 schnappte sie sich in Vancouver zwei olympische Bronzemedaillen – im Massenstart und in der Staffel mit Kati Wilhelm, Martina Beck und Andrea Henkel.

Der Wahnsinn vom Holmenkollen

Es folgt der Wahnsinn vom Holmenkollen: Die „Königin von Oslo“ läuft und schießt in der Form ihres Lebens – und gewinnt alle drei Rennen: Sprint, Verfolgung, Massenstart. „Ich erinnere mich immer noch dran, wie Uwe Müssiggang (damaliger Frauen-Bundestrainer, Anm. der Red.) kopfschüttelnd gesagt hat, er kann nicht verstehen, wie man in so einem hohen Alter noch so eine Leistungssteigerung vollbringen kann“, erzählt Simone Hauswald lachend.

Viele spannende Projekte

Wenn am Mittwoch der Startschuss zur Biathlon-WM fällt, beobachtet die 45-Jährige das Geschehen zwar, aber dennoch haben sich ihre Lebensschwerpunkte verschoben. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Mentalcoach und verfolgt viele spannende Projekte – zuletzt hatte sie unter anderem mit Martin Sowa ein Buch geschrieben, das „Umarme dein Leben! Du hast nur eins“ heißt.

Zu jedem der 26 Buchstaben des Alphabets hat Simone Hauswald 26 lebensbejahende Impulse geschrieben und Martin Sowa, Autor zahlreicher Fachbücher für den Inklusionssport und zweifacher Krimiautor und Kurzgeschichtenschreiber aus Großengstingen, entsprechende positive, humorvolle Kurzgeschichten.

Das neue Leben im Zentrum

„Manchmal ist es schon unwirklich, wenn ich auf meine sportliche Karriere angesprochen werde“, erklärt sie. Die Erinnerungen sind zwar immer noch präsent, aber ihr neues Leben überlagert das alte. Manchmal fragt sie sich: „Warst du wirklich Teil dessen, was du da siehst?“

Bühne statt Stadion

Und so beschäftigt sie mehr als die aktuelle Biathlon-WM ein Ereignis, das erstmals einen Monat nach Abschluss der Wettkämpfe im Ballhaus Freiburg über die Bühne gehen wird. In „Menogirls & Co.“ gestaltet Simone Hauswald zusammen mit Naturmedizinerin Sophia Elmlinger und Bewegungsexpertin Anke Faller am 22. März ab 19 Uhr einen unterhaltsamen Abend rund um die Wechseljahre, witzig, charmant und informativ. Informationen dazu gibt es hier.

„Die Menopause soll nicht als Krise gesehen werden, sondern als Chance. Eine Gelegenheit, sich neu zu erfinden, das Leben in seiner vollen Kraft zu genießen und das eigene Potenzial voll auszuschöpfen“, erklärt Simone Hauswald.

Chance für etwas Neues

Mit dieser Herangehensweise hat die gebürtige Rottweilerin, die als Simone Denkinger beim SC Gosheim sportlich großgeworden ist, ja selbst gute Erfahrungen gemacht. Jedenfalls vermisst sie ihr altes Leben als Leistungssportlerin nicht und brennt für ihr neues Leben als Mentalcoach und Impulsgeberin. Der Rücktritt vom Leistungssport als Chance für etwas komplett Neues. „Es war eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte“, sagt sie. Und: „Es fühlt sich schön und rund an, weil ich ja mit einem Höhepunkt aufhören konnte.“

Und der jährt sich am 28. März zum 15. Mal. Sechs Tage nach einem weiteren Höhepunkt in Simone Hauswalds Leben. Nicht im Biathlon-Stadion, sondern im Ballhaus Freiburg.