Dass mit der Sanierung der Witthauhalle ein komplett neuer Boden verlegt wird, ist klar. Braucht dieser Boden aber auch einen Schutzboden bei Veranstaltungen?
Geht es nach einer Reihe von Gemeinderäten, dann ist der Fall klar. Ja, ein Schutzboden sollte schon sein, nur mit ihm ist die Langlebigkeit eines neuen Hallenbodens – die Kosten dafür liegen bei rund 312.000 Euro – am besten gewährleistet.
Genau genommen stand der Kauf eines Schutzbodens in der März-Sitzung des Gemeinderates eigentlich gar nicht zur Entscheidung an. Mit einer Wortmeldung hatte jedoch der neue Haigerlocher Ortsvorsteher Michael Zubke eine größere Debatte über die Sinn- und Zweckhaftigkeit eines solchen Bodens entfacht.
Andere Hallen sind viel kleiner
In vorsichtigen Worten formulierte er das mögliche Problem: In der Witthauhalle finden deutlich mehr Veranstaltungen statt als in den anderen Hallen der Stadt (Trillfingen, Stetten, Owingen, Hart, Bad Imnau). Zudem ist sie mit 1200 Quadratmetern Nutzfläche um ein Dreifaches größer als diese (im Schnitt sind die anderen Hallen etwa 400 Quadratmeter groß, Hart etwa 250 Quadratmeter). Logische Folge: Der Zeitaufwand ist deutlich höher, den Schutzboden zu verlegen und wieder zu entfernen.
Allein diese Tatsache, fürchtet der Haigerlocher Ortsvorsteher, könnte die Lust am ehrenamtlichen Engagement in der Kernstadt erheblich dämpfen – für die Verlegung eines so großen Schutzbodens müssten aus seiner Sicht erstmal genügend Helfer gefunden werden. Außerdem, so Zubke weiter, sei zu klären, wer den Boden bezahle (im Raum stehen geschätzte 25.000 Euro) und wo man einen so großen Schutzbelag lagere.
Für Gleichbehandlung sorgen
Das Verständnis für die Sorgen des Kernstadt-Ortsvorstehers hielt sich allerdings in Grenzen. Allenfalls Thorsten Hellstern (Freie Wähler) räumte noch ein, dass man hier vor einer Herausforderung stehe, andere hatten aber weniger Mitleid. „Wir sollten auf einen Schutzboden bestehen“, meinte Ralf Heim (CDU) unmissverständlich.
In Trillfingen werde er sogar ein Stück weit an den Seitenwänden der dortigen Halle hochgezogen, um diese zu schützen, ergänzte er.
Der Harter Ortsvorsteher Thomas Bieger wies darauf hin, dass in Hart die Vereine den Boden bezahlt hätten und dieser bei jeder Veranstaltung in der Eichwaldhalle ausgelegt werden müsse. „Hier muss für eine Gleichbehandlung gesorgt werden“, forderte er. CDU-Gemeinderat Jochen Wiest auf Gruol führte als Argument ins Feld, dass in anderen Orten für große Veranstaltungen ein Zelt aufgebaut werden müsse – die Zahl der benötigten Vereinshelfer sei also genauso hoch oder noch höher.
Stadtverwaltung tendiert zum Schutzboden
Und was sagt die Stadtverwaltung? Die tendiert ebenfalls zur Anschaffung eines Schutzbodens. Weil aber schon das Material des normalen Hallenbodens laut Stadtkämmerer Tobias Wannenmacher mit „das Härteste ist, was es derzeit auf dem Markt gibt“, müsse der Schutzboden auch nicht bei jeder Veranstaltung ausgerollt werden.
Vermutlich am ehesten bei Festen mit Bierbänken, wie Bürgermeister Heiko Lebherz meinte. Oder bei Tanzveranstaltungen wegen starker punktueller Belastungen durch Stöckelschuhe – aber Tanzveranstaltungen hat man in der Haigerlocher Witthauhalle schon lange nicht mehr erlebt.