Der Gemeinderat nutzte jetzt die Gelegenheit, sich über den Baufortschritt zu informieren
Der Strom war zwar weitgehend abgeschaltet, aber dass Gemeinderat und Vertreter der Stadtverwaltung um Bürgermeister Heiko Lebherz brauchten nicht im Dunkeln zu tappen. Dafür sorgte Bau- und Projektleiter Jörg Dölker – und zwar weniger mit einer großen Lampe, sondern vielmehr mit erhellenden Informationen über den Stand der Generalsanierung in der 1984 eröffneten Sport- und Veranstaltungshalle.
Was verschiedenen Gemeinderäten gleich ins Auge stach: Im größten Bereich der Witthauhalle – der Sportfläche – standen Wasserlachen. Woher kommen die? Ganz einfach: Auf dem Dach wurde über die Winterwochen an der Aufbringung einer neuen Dämmung und Abdichtung gearbeitet und deshalb war es an einigen Stellen offen; Nässe und Regen konnte dadurch in die Halle eindringen.
Können wegen der Feuchtigkeit später nicht Schaden im Boden entstehen?, fragte CDU-Gemeinderat Ralf Heim etwas skeptisch nach. Aus Dölkers Sicht besteht diese Gefahr nicht. Das Dach der Witthauhalle für die Dauer der Arbeiten mit einem Zelt abzudecken, wäre theoretisch zwar möglich gewesen, hätte aus Sicht des Bauleiters aber die Kosten um 100.000 bis 200.000 Euro in die Höhe getrieben.
Auch diverse Brandschutzmaßnahmen müssen zur Sanierung der Halle umgesetzt werden, wie der Bauleiter beim Rundgang durch die Halle betonte. „Brandschutz, dieses Wort hat man früher so gut wie nicht gekannt“, so Dölker.
Nach einem Abstecher in die Heizzentrale, dem eigentlichen Herzstück der Witthauhalle, ging es weiter in den Sportbereich und das Foyer davor. Hier wartete Jörg Dölker mit erfreulichen, da kostensparenden Neuigkeiten auf. So hat man darauf verzichtet, die Fenster komplett neu zu machen, weil deren Rahmen noch gut sind. Ausgetauscht werden lediglich die Scheiben, da diese nicht ballschuss- oder ballwurfsicher sind.
Im Bereich vor der Theke, in dem bei Veranstaltungen wie dem Halleneyachpokal immer bewirtet wird, verzichtete man auf das Herausreißen des gefliesten Bodens. Die Fliesen sitzen nämlich so fest im Estrich, dass es einfacher ist, sie drin zu lassen und mit einer Bodenversiegelung drüber zu gehen.
„Schnecke“ wurde entfernt
Ein größerer Diskussionspunkt war dann aber der Verzicht auf den schneckenartigen Abgang von der Ebene des Eingangsbereiches mit Toiletten und Garderobe in die etwas tiefer liegende Ebene mit dem Eingang zur Halle und dem Bewirtungs- und Küchenbereich. Die „Schnecke“ wurde mittlerweile entfernt. „Hätte man die nicht lassen können?“, hakte CDU-Gemeinderat Gerd Klingler nach. Nein, meinte Jörg Dölker. Er sei zu steil gewesen. Um das Kriterium der Barrierefreiheit zu erfüllen, hätte sie aber nur eine maximale Steigung von 2,5 Prozent aufweisen dürfen. Die erreiche man jedoch nur über eine Länge von 20 Metern. Dieser Platz sei einfach nicht vorhanden.
Stattdessen soll rechts vom Eingang ein kleiner, plateauartiger Aufzug eingebaut werden und links die bisherigen Treppenstufen erhalten bleiben. Klingler und andere waren von dieser bautechnischen Lösung allerdings nicht wirklich überzeugt.
Der Aufzug, so Klingler, mache ja schon Sinn, sei aber „keine optimale Lösung“. Für größere Veranstaltungen, zu denen auch viele Mütter mit Kinderwagen kämen, wäre er viel zu klein und es könnte bei entsprechendem Andrang zum Stau kommen, argumentierte der Bittelbronner Ortsvorsteher. Ganz wollte man sich dieser Argumentation nicht verschließen, nun soll geprüft werden, ob man zwar den Lift einbaut, aber nicht doch eine Lösung für einen für alle nutzbaren treppenfreien Abgang findet.
Brandmeldeanlage unverzichtbar
Bürgermeister Heiko Lebherz gab außerdem noch bekannt, dass es brandschutzrechtlich nicht möglich ist, auf eine teure Brandmeldeanlage in der Wittauhalle zu verzichten. Diese ist für Kosten von 520 Euro pro Monat auf die Leitstelle aufgeschaltet. Kurzzeitig hatte man über ein einfacheres System mittels Alarmierung über einen Sprachanruf nachgedacht – was mit zehn Euro pro Monat zu Buche geschlagen hätte.
Zurück im Bürgerhaus ging es zum Auftakt der Gemeinderatssitzung ebenfalls um die Witthauhalle: Der Haigerlocher Gemeinderat beschloss die Vergabe der Fliesenlegerarbeiten. Der Auftrag ging an die Firma Fliesen & Natursteine Markus Baur aus Rottenburg gemäß Vergabeempfehlung des Planungsbüros und der Verwaltung in Höhe von insgesamt 145.400 Euro. Der Preis liegt etwa 3800 Euro unter der Kostenschätzung.