Nach den jüngsten Leserbriefen gegen den geplanten Windpark im Wisoch melden sich jetzt drei Oberndorfer Fraktionsvorsitzende mit einer Klarstellung zu Wort.
Sie wollten damit einige Punkte klarstellen, teilen die drei Fraktionssprecher mit. „Die Behauptung, das gesamte Projekt würde scheitern, wenn zwei geplante Anlagen auf städtischen Flächen verhindert würden, ist unzutreffend. Der Projektierer kann jederzeit auf Flächen privater Eigentümer oder staatliche Flächen ausweichen. Wer glaubt, das Projekt auf diese Weise stoppen zu können, verkennt die tatsächlichen Rahmenbedingungen“, heißt es in dem Statement von Dieter Rinker (FWV), Wolfgang Hauser (CDU) und Ruth Hunds (SPD).
Ertrag eröffnet wichtige Spielräume
Auch der erwartete städtische Ertrag von rund 6,5 Millionen Euro werde von Gegnern des Vorhabens als geringfügig dargestellt. „Angesichts der angespannten Finanzlage vieler Kommunen ist eine solche Summe jedoch alles andere als unbedeutend“, stellen die Fraktionssprecher klar. „Sie eröffnet wichtige Spielräume für Aufgaben und Investitionen, die der gesamten Bevölkerung zugutekommen.“
Klares Votum
Aus diesen Gründen habe sich der Oberndorfer Gemeinderat mit deutlicher Zweidrittelmehrheit für das Projekt ausgesprochen. Dieses klare Votum zeige, dass eine breite Mehrheit der gewählten Vertreter die Chancen der Windkraft für Oberndorf sehe.
Gleichzeitig sei mit einem Mindestabstand von 1000 Metern zur nächsten Wohnbebauung ein zusätzlicher Schutz für die Bevölkerung festgelegt worden.
Stärkere Stromversorgung vor Ort
„Auch die heimische Industrie und das örtliche Gewerbe betrachten erneuerbare Energien als wichtigen Baustein einer sicheren und unabhängigen Energieversorgung. Gerade in unsicheren Zeiten benötigen Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung eine verlässliche und möglichst eigenständige Energieversorgung“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Und: „Vor dem Hintergrund dauerhaft hoher Energiepreise, eines weiter steigenden Strombedarfs sowie ungeklärter Fragen beim Transport großer Energiemengen aus dem Norden halten wir eine stärkere Stromerzeugung vor Ort für einen wichtigen Teil der Lösung.“
Sachliche Debatte „sollte auf Fakten beruhen“
Aus den Reihen der Windkraftgegner würden häufig Kernenergie oder fossile Energieträger als Alternative genannt. Der Vorwurf, Windkraftanlagen verursachten während ihrer Nutzung und am Ende ihrer Lebensdauer erheblichen Müll, stehe jedoch in keinem Verhältnis zu den Hinterlassenschaften anderer Energieformen, so Dieter Rinker, Wolfgang Hauser und Ruth Hunds.
Schon heute werde intensiv an Verfahren zur Wiederverwertung und Trennung der Verbundstoffe von Windkraftanlagen gearbeitet. „Die Endlagerfrage für hochradioaktiven Atommüll hingegen ist bis heute ungelöst und wird noch viele Generationen beschäftigen.“
Eine sachliche Debatte über dieses Thema sei wichtig, betonen die Fraktionssprecher. „Sie sollte jedoch auf Fakten beruhen und die aktuelle Energiesituation in unserem Land berücksichtigen.“