Nicht nur die Muttergesellschaft Indus, auch die Simon Group in Aichhalden hat sich im ersten Quartal 2021 weiter gut entwickelt. Foto: Wegner

Wirtschaft: Trotz Corona-Pandemie und Lockdown: Umsatz im ersten Quartal liegt mit 400,4 Millionen Euro auf Vorjahresniveau

Bergisch Gladbach/Aichhalden. Trotz andauernder Corona-Einschränkungen konnten die Beteiligungen der Indus-Gruppe ihre Geschäftsaktivitäten im ersten Quartal 2021 gut entwickeln. Dies hat die Gruppe mitgeteilt.

Der Umsatz lag mit 400,4 Millionen Euro auf Vorjahresniveau (Erstes Quartal 2020: 401,2 Millionen Euro), obwohl das Vergleichsquartal 2020 erst ab Mitte März von der beginnenden Pandemie beeinträchtigt war. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg um 9 Millionen Euro auf 25 Millionen Euro (Erstes Quartal 2020: 16 Millionen Euro). Damit erhöhte sich die Ebit-Marge um 2,2 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Auch das im Vorjahr umgesetzte Maßnahmenpaket "Zwischenspurt" wirkte sich positiv auf die operativen Ergebnisse aus.

Der operative Cashflow lag im ersten Quartal bei minus 15 Millionen Euro. Erwartungsgemäß stieg das Working Capital durch die sich belebende Geschäftstätigkeit und einen planmäßigen Vorratsaufbau an. Beteiligungsunternehmen haben hier vorausschauend auch auf die sich abzeichnende Materialknappheit und damit einhergehend steigenden Materialpreise reagiert.

Die im März erfolgreich platzierte Kapitalerhöhung führte zu einem Mittelzufluss über 84,8 Millionen Euro. Damit lagen die liquiden Mittel zum Quartalsende bei 257,3 Millionen Euro (31. Dezember 2020: 194,7 Millionen Euro), was zusätzlichen Handlungsspielraum für weitere Akquisitionen im aktuell attraktiven Marktumfeld eröffnet.

Das Eigenkapital stieg um 14,6 Prozent auf 775,2 Millionen Euro an (31. Dezember 2020: 676,4 Millionen Euro). Damit lag die Eigenkapitalquote mit 41 Prozent wieder oberhalb des Zielwertes von 40 Prozent.

Hohes Ertragsniveau

Im Segment Bau/Infrastruktur konnten die Beteiligungen den Umsatz auf 96 Millionen Euro (Erstes Quartal 2020: 93,5 Millionen Euro) leicht steigern. Das Ebit erreichte mit 14,8 Millionen Euro erwartungsgemäß nicht ganz den sehr guten Vorjahreswert (Erstes Quartal 2020: 15,5 Millionen Euro). Mit einer Ebit-Marge von 15,4 Prozent liegt das Segment weiter auf hohem Ertragsniveau.

Im Segment Fahrzeugtechnik zeigt das Maßnahmenpaket Zwischenspurt erste positive Auswirkungen. Der Umsatz sank mit 69,9 Millionen Euro gegenüber Vorjahresquartal (Erstes Quartal 2020: 78,9 Millionen Euro). Das Ebit konnte mit minus 9,7 Millionen Euro aber um 2,3 Millionen Euro verbessert werden (Erstes Quartal 2020: minus 12 Millionen Euro). Das Jahr 2021 bleibt für das Segment angesichts der beiden planmäßig laufenden Restrukturierungen aber ein Aufbau- und Übergangsjahr.

Im Segment Maschinen- und Anlagenbau setzt sich die Erholung fort. Der Umsatz wuchs, insbesondere getragen durch eine gute Entwicklung im Bereich Logistik, um 9,8 Prozent auf 92,6 Millionen Euro (Erstes Quartal 2020: 84,3 Millionen Euro). Das Ebit stieg überproportional um 6,3 Millionen Euro auf 8,9 Millionen Euro an (Erstes Quartal 2020: 2,6 Millionen Euro), die Ebit-Marge erreichte 9,6 Prozent (Erstes Quartal 2020: 3,1 Prozent). Auch der verbesserte Auftragseingang spiegelt die Erholung im Segment wider.

Der Absatz in der Medizin- und Gesundheitstechnik wurde im ersten Quartal vom anhaltenden Lockdown weiter eingeschränkt. So ging der Umsatz um acht Prozent auf 35,6 Millionen Euro zurück (Erstes Quartal 2020: 38,7 Millionen Euro). Gleichzeitig konnten die Beteiligungen beim Ebit den Vorjahreswert von 3,1 Millionen Euro durch erfolgreiche Kostensenkungen halten. Die Ebit-Marge stieg damit auf 8,7 Prozent (Erstes Quartal 2020: 8 Prozent).

Metalltechnik und Simon

Im Segment Metalltechnik, in dem auch die Simon-Group tätig ist, konnten Umsatz und Ergebnis gesteigert werden. Der Umsatz erreichte 106,6 Millionen Euro (Erstes Quartal 2020: 106,1 Millionen Euro). Das Ebit lag mit 10,1 Millionen Euro rund zwölf Prozent über Vorjahr (Erstes Quartal 2020: 9 Millionen Euro). Die Ebit-Marge stieg auf 9,5 Prozent (8,5 Prozent). "Die Simon Group hat sich im ersten Quartal 2021 weiter gut entwickelt", sagt Indus-Vorstandsvorsitzender Johannes Schmidt. "Allerdings beobachten wir derzeit in all unseren Industriebereichen eine zunehmende Materialknappheit und steigende Materialpreise. Die Simon-Group hat hier vorausschauend reagiert und insbesondere bei zentralen Rohstoffen bewusst Vorräte aufgebaut."

Prognose bestätigt

Die dritte Welle der Corona-Pandemie und die daraus resultierende Verzögerung der Konjunkturerholung zeigen, dass die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter unsicher bleiben. Hinzu kommen zunehmende Lieferengpässe in einzelnen Branchen und steigende Materialpreise.

"Insbesondere die Auswirkungen des Chipmangels auf die Absatzzahlen der Automobilhersteller bleiben abzuwarten", sagt Schmidt. "Die fortschreitende Impfkampagne und die weiter stabile Nachfrage aus dem Ausland stimmen uns in Summe aber zuversichtlich." Indus bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr 2021 mit einem Umsatz zwischen 1,55 und 1,7 Milliarden Euro und einem Ebit zwischen 95 und 110 Millionen Euro.

Wachstum angestrebt

Bei der Stärkung des Portfolios setzt Indus neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Beteiligungen auf einen Portfolioausbau in deklarierten Zukunftsbranchen. "Nach den Zukäufen der ›Hidden Champions‹ JST und Wirus möchten wir in diesem Jahr weitere zukunftsstarke Unternehmen in unsere Gruppe integrieren", so der Vorstandsvorsitzende. "Die Kapitalerhöhung gibt uns hier den notwendigen Spielraum, um schnell und flexibel im wiederbelebten M&A-[Mergers and Acquisitions]-Markt handeln zu können. Aktuell sind wir mit mehreren Unternehmen in aussichtsreichen Gesprächen."

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