Die Wohnbau errichtet im Roßnägele in Balingen vier Gebäude mit 34 Wohneinheiten und Tiefgarage. Versorgt werden sie mit Nahwärme, die die Balinger Stadtwerke liefert. Foto: Hauser

Energie: Wirtschaftsplan der Stadtwerke weist für 2021 einen Gewinn und umfangreiche Investitionen aus.

Der Gewinn steigt weiter an, es sind mehrere große Investitionen geplant: Dies sind die Eckpunkte des Wirtschaftsplans der Stadtwerke Balingen für das laufende Jahr. Der Gemeinderat hat hierzu seinen Segen gegeben.

Balingen - Bei der Erläuterung des Zahlenwerks im Gremium wies der Leiter der kaufmännischen Dienste, Jens Elfert, darauf hin, dass nach einem tatsächlichen Gewinn von 163.000 Euro im Jahr 2019 und vom erwarteten Plus von 410.000 Euro im vergangenen Jahr nun damit gerechnet wird, dass es 2021 ein Plus von rund 498.000 Euro geben werde. Dazu sollen gute Ergebnisse bei der Stromversorgung – es wird mit einem Gewinn von 1,3 Millionen Euro gerechnet –, bei der Gasversorgung (plus 153.000 Euro) und bei der Wasserversorgung (plus 557.000 Euro) sorgen.

Damit sollen die negativen Zahlen in den anderen Feldern ausgeglichen werden. So geht Elfert davon aus, dass der Verlust bei der Wärmeversorgung 3000 Euro, beim Eyachbad 885.000 Euro, beim Lochenbad 374.000 Euro und bei den Datennetzen 243.000 Euro betragen werde.

Neben dem Gewinn seien auch die Investitionen stetig gestiegen, führte Elfert weiter aus und verwies auf die rund sechs Millionen Euro im Jahr 2019 und die geplanten rund acht Millionen Euro in 2020. In diesem Jahr beliefen sie sich und nunmehr 9,4 Millionen Euro in 2021. Große Posten machten die Gasübernahmestation zwischen Balingen und Geislingen mit rund 1,5 Millionen Euro und die Erneuerung des 20kV-Netzes mit rund 400.000 Euro aus.

Neubauten im Roßnägele gehen ans Wärmenetz

Auch in Sachen Nahwärmenetz geht es weiter. So werden die neuen Gebäude der Wohnbau im Roßnägele daran angeschlossen. Dies sei durch die Erweiterung des Wärmenetzes vom Eyachbad aus über die Arbeitsagentur in Richtung Innenstadt möglich, erklärt der kaufmännische Leiter der Stadtwerke Balingen, Harald Eppler, auf Anfrage. Entlang der Trasse bestehe die Möglichkeit, weitere Gebäude an die Wärmeleitung anzuschließen. Aktuell werde eine Umfrage bei allen in Frage kommenden Gebäudeeigentümern vorgenommen, um den Bedarf zu ermitteln.

Rohre führen bis zur Kameralamtstraße

Ein weiteres Projekt sei der Ausbau des Wärmenetzes in der Innenstadt, so Eppler weiter. Zunächst werde die Trasse in der Neuen Straße in Richtung Norden bis zur Kreuzung Kameralamtstraße ausgebaut. Dieser Abschnitt bilde einen weiteren Teil des geplanten innerstädtischen Wärmerings. Auch dort werde im laufenden Jahr über entsprechende Umfragen das Marktpotenzial ermittelt.

Im Rahmen der Wärmeversorgung sei im laufenden Wirtschaftsplan zudem die Erneuerung des zweiten Blockheizkraftwerks-Moduls mit großem Pufferspeicher in der Wärmezentrale im Schulzentrum Längenfeld geplant.

Im Bereich Datennetz planen die Stadtwerke, 250.000 Euro in ein Rechenzentrum zu investieren. Dabei handele es sich laut Eppler um den Bau eines professionellen Container-Rechenzentrums inklusive Klimatisierung, unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV), Brandfrüherkennungssystem, Löschanlage und Einbruchschutz. Das Rechenzentrum sei eine strategisch wichtige Einrichtung; zum einen für den eigenen Bedarf der Stadtwerke Balingen als so genannte "Serverlandschaft SWB" inklusive den Servern für die systemrelevante Leitwarte, zum anderen für die zukunftsfähige Weiterentwicklung im Bereich Schuldigitalisierung. Denn die Serverlandschaft der Schulen soll auf Dauer zentral gehostet, also zentral bereitgestellt werden.

Neue Serverlandschaftfür die Datendienste

Darüber hinaus soll so die Möglichkeit geschaffen werden, weitere Telekommunikations-Produkte über das Rechenzentrum auch über die Stadtgrenzen hinaus anbieten zu können. "Das Rechenzentrum der Stadtwerke wird als erweiterbare Einheit geplant und aufgebaut", hält Eppler fest.

Um den gesamten Finanzierungsplan von rund zwölf Millionen Euro zu decken, sollen Kredite in Höhe von rund 6,4 Millionen Euro aufgenommen werden. Abzüglich der Tilgungen wird von einer Neuverschuldung von rund 4,6 Millionen Euro ausgegangen.