Abwasser, Wasser, Technische Dienste, Breitband und medizinische Versorgung. Welche Eigenbetriebe sich höher verschulden und wo es in Furtwangen ganz gut aussieht.
Zentrales Thema in der Sitzung des technischen und Umweltausschusses des Gemeinderats, zugleich Betriebsausschuss der Eigenbetriebe, waren die Wirtschaftspläne 2026. Dabei wurden laut Bürgermeister Florian Merz die Wirtschaftspläne neu lediglich in der Sitzung eingebracht und damit öffentlich zugänglich.
Die Gemeinderäte haben bis zur Beratung einige Wochen Zeit, die Zahlen zu prüfen. Drei Wirtschaftspläne stellte Kämmerer Marcel Dold vor.
Abwasser Der Wirtschaftsplan Abwasser verzeichnet Erträge 1 871 500 Euro, davon 265 000 Euro für die Niederschlagswassergebühr. In der Finanzplanung 2027/2028 wird von Steigerungen der Kosten ausgegangen, auch wegen zusätzlicher technischer Vorgaben für die Kläranlage. Dies wird zu Gebührenerhöhungen führen. Die Ausgaben für 2026 betragen 1 891 100 Euro. Die Stromkosten sind nur minimal gestiegen, da das Fremdwasser in Schönenbach und Neukirch, wo das Abwasser gepumpt werden muss, deutlich gesenkt wurden. Geplant sind neue Kredite mit 819 000 Euro bei einer Tilgung von 435 000, damit steigt die Verschuldung um 384 200 Euro.
Wasserversorgung Der Wirtschaftsplan für die Wasserversorgung hat geplante Erträge von 1 353 000 Euro, vor allem aus Wasserverkauf und Grundgebühr. Die Aufwendungen liegen bei 1 391 200 Euro, wovon der Großteil für den Neubau und die Sanierung von Leitungen benötigt wird. Geplant ist ein neuer Kredit von 947 000 Euro, wobei der Schuldenstand nach Tilgung um 695 000 Euro steigt.
Breitband Der Wirtschaftsplan Breitband hat geplante Erträge von 191 000 Euro, als Anteil des Netzbetreibers (Stiegeler) für die Miete des Netzes. Damit wird deutlich, wie wichtig möglichst viele Anschlüsse sind. Damit kann im Lauf der Jahre ein ganzer Teil der hohen Investitionskosten abgelöst werden. Dem gegenüber stehen Aufwendungen für Abschreibung und Zinsen. Geplant sind Investitionen von 566 000 Euro im Schützenbach und im Stadtgebiet. Damit soll der Breitbandausbau in Furtwangen abgeschlossen werden. Die Verschuldung steigt noch einmal um 161 000 Euro.
Drei wichtige Investitionen
Technische Dienste Die Betriebsleiterin der städtischen Eigenbetriebe, Ayten Sancak, brachte den Wirtschaftsplan für die technischen Dienste ein. Der Erfolgsplan 2026 ist ausgeglichen geplant mit Erträgen und Aufwendungen von jeweils 2 313 010 Euro. Die Erträge kommen überwiegend aus regelmäßigen Leistungen für den städtischen Haushalt sowie aus Arbeiten für die anderen Eigenbetriebe. Die Planung für die Ausgaben erfolgte nach den bisherigen Zahlen und der erwarteten Kostenentwicklung. Daraus ergibt sich ein Kredit-Bedarf von 637 100 Euro. Die wichtigsten Investitionen sind die PV-Anlage auf dem Betriebsgebäude (150 000 Euro), die Anschaffung einer Kehrmaschine (230 000 Euro) und einer Schneefräse (170 000 Euro).
Erstes Jahr verläuft positiv
MVZ Bürgermeister Merz stellte den Wirtschaftsplan für das MVZ vor, das er selbst vor knapp einem Jahr als Hauptamtsleiter eingerichtet und seither betreut hatte. Die Entwicklung verlaufe positiv, die Patientenzahlen steigen weiter. Der Ausfall eines Arztes konnte ausgeglichen werden. Ein Problem sei die Abrechnung mit den Krankenkassen, da sich die Auszahlung der Honorare mindestens um ein Quartal verzögere. Trotzdem sei bereits das erste Jahr finanziell ausgeglichen gewesen. Für die Zukunft rechnet Merz mit einem positiven Ergebnis des MVZ. Man sei aktuell bemüht, dauerhafte Nachfolger für die älteren Ärzte zu finden.
Ärzte vor dem Ruhestand
Anja Siedle fragte nach, ob wie geplant zu den Kinderärzten auch Ärzte mit anderen Fachgebieten hinzukommen. Nicht zuletzt werden in absehbarer Zeit verschiedene Allgemeinmediziner in Ruhestand treten. Es sei das Ziel des MVZ, so Bürgermeister Merz, die ärztliche Versorgung zu sichern und die Attraktivität des Standortes zu erhalten.
Organisation
Eigenbetrieb
Ein Eigenbetrieb ist eine rechtlich unselbstständige, aber organisatorisch und wirtschaftlich ausgegliederte Organisationsform von Kommunen zur Führung wirtschaftlicher Unternehmen. Als Sondervermögen der Gemeinde erstellt er einen eigenen Wirtschaftsplan statt eines Haushaltsplans. In Furtwangen gibt es mehrere Eigenbetriebe:
Eigenbetrieb Abwasserentsorgung
: Kanalnetz, Kläranlage und Abwassergebühr. Eigenbetrieb Wasserversorgung: Wasserentnahme aus Quellen und Tiefbrunnen, Aufbereitung des Trinkwassers, Wasserleitungen, Wassergebühr.
Eigenbetrieb Breitband:
Aufbau der Breitband-Versorgung (Glasfaser), Einnahmen durch die Netz-Miete des Betreibers.
Eigenbetrieb technische Dienste:
Straßennetz, Grünanlagen und Ähnliches sowie Winterdienst.
Eigenbetrieb MVZ:
Seit dem vergangenen Frühjahr betreibt dieser Eigenbetrieb im Auftrag der Stadt das medizinische Versorgungszentrum in der Bregstraße, aktuell mit Kinderärzten.