Am Schlossplatz und am Urteilsplatz werden zwei zuletzt ungenutzte Ladenflächen für vier Wochen neu bespielt.
In dem einstigen Modegeschäft an der Ecke Marktstraße/Schlossplatz liefen noch am Montagvormittag die letzten Aufbau- und Einräumarbeiten – um 14 Uhr wurde dort dann die Eröffnung der „Innovation Lounge“ gefeiert. Wirtschaftsförderer Robin Derdau erklärte zur Begrüßung, was es damit auf sich hat: Hier sei ein Showroom entstanden, in dem Firmen ihre Dienstleistungen, Produkte und Jobs vorstellen und der ihnen zugleich als Innovationsschmiede und Raum für den Austausch dienen soll.
Ausgetüftelt worden ist das Konzept von Studenten der Hochschule Kehl und der Uni Straßburg Anfang des Jahres, erklärte Carsten Hutt von Werk Isi aus Reutlingen, ein Unternehmen, das laut eigener Beschreibung Raumentwicklung und Innovationsmanagement verbindet.
Bis zum 18. Mai sind in den Räumen in der Marktstraße 34 nun 17 Veranstaltungen geplant, die erste bereits am heutigen Dienstag. Von 14.30 bis 16 Uhr stellt sich das Lahrer Innovations- und Gründerzentrum am Flugplatz mit Gründungsmanager Tobias Fischer vor. Die Teilnehmer lernen das Konzept des Innolab33 kennen, außerdem werden ihnen laut Ankündigung „Möglichkeiten zur Mitwirkung und Kooperation aufgezeigt“ – eine Veranstaltung „für Unternehmen, Gründer und Partner aus der Region“, heißt es.
Auch die Arbeitsgemeinschaft Lahrer Mittelständischer Industrieunternehmen wird die „Innovation Lounge“ mit Leben füllen: Am Samstag, 25. April, von 10 bis 14 Uhr steht dort die Job-Expedition der Almi im Fokus. Jugendliche und ihre Eltern können sich dann über Praktika und vielfältige Jobmöglichkeiten bei Lahrer Betrieben schlau machen – eine Anmeldung ist nicht nötig.
Bei weiteren Veranstaltungen der Stadt, der regionalen Wirtschaftsförderung Nectanet oder der IHK Südlicher Oberrhein geht es zum Beispiel um Cybersicherheit oder Förderprogramme für Unternehmen. Geplant sind auch abendliche Treffen oder ein KI-Café – alles Angebote, die Raum für Dialog, Vernetzung und neue Impulse bieten sollen. Carsten Hutt stellte das komplette Programm am Montag vor – es findet sich auch im Internet unter https://www.innovation-lounge.info.
Auf lange Sicht kommt dort wohl ein Gastro-Betrieb unter
Bis Februar 2025 war auf den 100 Quadratmetern Fläche in prominenter Lage der Damenmode-Händler Only zuhause, nun stehen die Räume für einen Monat der Lahrer Wirtschaft zur Verfügung – und wie geht es dann weiter? Andy Siefert, Mitinhaber des Familienunternehmens Altbaufreunde aus Emmendingen, das die gesamte Immobilie gekauft hat, sagte bei der Eröffnung am Montagnachmittag, dass man neue Interessenten an der Hand habe. Eine künftige Gastro-Nutzung zeiche sich ab.
Ein weiterer Leerstand ist am Montag (ebenfalls für einen Monat) wiederbelebt worden – die frührere Geschäftstelle der Badischen Zeitung, die innerhalb der Stadt an eine neue Adresse gezogen ist. Dafür gibt es in der Friedrichstraße 8 jetzt einen Jugendraum. Die Lahrer Streetworker laden dort zu niederschwelligen Angeboten ein, „die Freizeit und Begegnung, Integration, Kreativität, Lernen und Bildung kombinieren“, wie die Stadt informiert. Auftakt war am Montag mit einem Tischkickerturnier. Das weitere Programm findet sich ebenfalls unter https://www.innovation-lounge.info. Außerdem informiert ein Aushang an der Eingangstür über die Angebote.
Der Jugendraum am Urteilsplatz ist bis zum 18. Mai an jedem Werktag von 12.30 bis 20.30 Uhr geöffnet. Mittags mit einem Afterschool-Programm („Essen, Hausaufgaben, Handy laden“, wie die Stadt schreibt), im Verlauf des Nachmittags gibt’s dann ein ein wechselndes Programm, etwa mit einem offenen Spieletreff.
Mit dem Jugendraum entstehe ein Ort, „in dem Kinder und Jugendliche Zeit verbringen, lernen, spielen und eine Anlaufstelle für Probleme finden“, heißt es aus dem Rathaus. Das Angebot werde unter Federführung der Streetworker in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern, Schulen sowie den Jugendlichen selbst entwickelt und getestet.
Die Inhaber beider Immobilien überlassen der Stadt die jeweiligen Räume für vier Wochen kostenlos, war zu hören.
Thema im Gemeinderat
„Aufenthaltsqualität und Erlebnis fördern, Leerständen entgegenwirken, den Strukturwandel gestalten und vielfältige Nutzungen ermöglichen“: Man wolle in diesem Jahr ein umfangreiches Maßnahmenpaket für die Innenstadt umsetzen, hat die Stadtverwaltung am Montag mitgeteilt. Als ein Baustein wird dabei die Reaktivierung von Leerständen genannt – konkret auch die vorliegenden Beispiele in der Marktstraße 34 und Friedrichstraße 8. Das komplette Konzept zur Stärkung der Innenstadt wird am Montag, 27. April, im Gemeinderat vorgestellt.