Vier innovative Firmen unter einem Dach arbeiten an ganz unterschiedlichen Produkten – und profitieren dennoch von Synergieeffekten.
Die angeschlagene Meyer-Werft in Papenburg ist dank staatlicher Hilfe gerettet. Könnten dort keine Kreuzfahrtschiffe mehr gebaut werden, hätte das Auswirkungen bis nach Renfrizhausen.
Kreuzfahrtschiffe fahren mit Technologie aus Renfrizhausen
Die „marine glazing“ Brombach + Gess GmbH & Co. KG ist in der Schiffausrüstungsbranche tätig. Die Meyer-Werft gehört zu ihren Hauptkunden.
Die Firma hat 2020 das Dreher-Gebäude umgebaut, zwei Jahre später folgte der Einzug. Mit „marine glazing“, B+G Metall, E-Car-Tech und „DIDRAS“ sind vier eigenständig operierende Unternehmen unter einem Dach. „Dadurch entstehen Synergie-Effekte, etwa durch eine gemeinsame Verwaltung, EDV-Nutzung oder Qualitätsmanagement“, erklärte Bernd Brombach, Geschäftsführer und Mitgesellschafter.
Kurze Wege sind von Vorteil
Die Firmen, die von verschiedenen Standorten zusammengeführt wurden, kooperieren, wobei kurze Wege von Vorteil sind. „Wir sind froh, das gemacht zu haben“, sagte Brombach beim Besuch von Bürgermeister Jens Keucher. Mitgekommen waren der Erste Beigeordnete und Kämmerer Hans-Peter Fauser, Wirtschaftsförderer Hartmut Walter sowie zwei Auszubildende .
Im Haus werden insgesamt 50 Mitarbeiter beschäftigt, weitere 30 sind unterwegs auf Montage. Der Jahresumsatz der vier Firmen betrage 15 Millionen Euro, teilte Brombach mit. Ein Hauptanteil entfällt auf die Verglasung von Schiffen mit Klebetechnik, die die Renfrizhauser Firma entwickelt hat.
Brandschutzfenster für die hohe See
Ursprünglich bei der Reparatur von Autofenstern angewandt, wurde die Technik vor rund 35 Jahren für Schiffe angepasst. Spezielle Brandschutzfenster seien in der Lage, mindestens eine Stunde lang einem Feuer standzuhalten. „Bis dahin sind die Passagiere in den Rettungsbooten“, erklärte Michael Gess, Geschäftsführer bei „marine glazing“. Weiteres Thema ist die Solarverglasung zur Energiegewinnung.
Hoffen auf stärkeren Maschinenbau
Auch die Firma B+G Metall ist für den Schiffsbau tätig. Der metallverarbeitende Betrieb liefert Stützen, Fensterrahmen, Fräs- und Drehteile. Der Anteil am Schiffsbau betrage rund 40 Prozent, teilte Geschäftsführer Siegbert Kobsch mit. Herzstück in der Halle ist eine Laser-Anlage, mit der Teile hochpräzise durch Luftzerlegung geschnitten werden können. Der erforderliche Stickstoff werde mit eigener Photovoltaikanlage erzeugt.
Die wirtschaftliche Eintrübung und die immer noch hohen Stahlpreise machen sich für das Unternehmen bemerkbar. „Der Maschinenbau krankt“, sagte Kobsch, Geschäftsführer von B+G Metall.
Weiter ging es zu E-Car-Tech, spezialisiert auf die Umrüstung von Verbrenner- auf Elektrofahrzeuge. Dieter Franz gründete den Betrieb vor 15 Jahren, als Elektromobilität noch belächelt wurde. Heute kann er sagen: „Wir haben aufs richtige Pferd gesetzt.“ In der Halle steht ein DeLorean DMC-12 bekannt aus dem Film „Zurück in die Zukunft“. Er wird gerade mit einem Elektroantrieb ausgestattet. Daneben ein Transporter: Auf die Ladefläche wird eine Elektropumpe installiert.
Die Kundschaft ist vielfältig
Kunden sind Privatleute, Firmen, aber auch Stadtwerke, die ihre Fahrzeuge, die oft nur kurze Strecken zurücklegen, klimafreundlicher betreiben wollen. Florian Wagner von der Firma „DIDRAS“ erklärte den Besuchern eine weitere spezielle Schneidetechnik mit Diamantdraht.