Trotz der allgemeinen Konjunkturkrise kommt Kern Liebers derzeit ohne betriebsbedingte Kündigungen und Kurzarbeit aus.
Am Dienstag hatte der Betriebsrat von Kern Liebers die Belegschaft zu einer Betriebsversammlung eingeladen. Da die Rezession und die Strukturkrise der deutschen Wirtschaft sich auch auf die Schramberger Unternehmen auswirken, hat unsere Redaktion bei Kern Liebers angefragt, ob entsprechende Themen auf der Tagesordnung standen.
Für ein Unternehmen mit einem hohen Anteil an Automotive-Produkten konnte die Geschäftsleitung in ihrer Antwort gute Nachrichten übermitteln: Aktuell sind keine betriebsbedingten Kündigungen geplant. Außerdem gibt es keine Kurzarbeit mehr und zur Zeit ist auch keine weitere in Planung.
Etwas anders sieht es im Bereich Ausbildung aus: Da informierte die Geschäftsleitung darüber, dass mit der Betonung auf „Stand heute“ für das Ausbildungsjahr 2026 keine Auszubildenden für den gewerblich-technischen Bereich eingestellt würden, nur für den kaufmännischen Bereich.
Ein weiteres Thema war, dass aus dem Textilbereich aus Kostengründen Produktion zu den Standorten nach Portugal verlagert werde, und zwar ohne betriebsbedingte Kündigungen.
Ausbildung nimmt ab
Eine Kernkompetenz der Beruflichen Schulen Schramberg sind die Metallberufe. „Wir beobachten schon seit einiger Zeit, dass die Ausbildungszahlen in den Metallberufen nicht nur bei Kern Liebers, sondern auch in anderen Industriebetrieben, rückläufig sind“, antwortet Schulleiter Axel Rombach auf unsere Anfrage zur Ausbildungssituation und der Ankündigung von Kern Liebers.
Profitiert Handwerk?
In der Altenpflegehilfe, bei den Mechatronikern und im Berufskolleg nähmen die Zahlen dagegen zu. „Vielleicht kann auch das Handwerk von dem Rückgang der Ausbildungsplätze im Metallbereich profitieren und seine Ausbildungszahlen steigern“, erklärt Rombach weiter.
Für den Unterricht in den Metallberufen habe die Berufsschule aufgrund der geringeren Schülerzahl eine statt zwei Eingangsklassen. Wenn sich die Zahlen wieder erhöhen, könne sie wieder zwei Eingangsklassen anbieten. „Generell wünsche ich mir für unsere jungen Menschen, dass auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld Fachkräfte kontinuierlich ausgebildet werden. Dies halte ich vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und eines generationsübergreifenden Wissenstransfers für wichtig“, mahnt Rombach.