In St. Georgen gut bekannt ist das frühere Unternehmen A. Maier. Die Nachfolgefirma in Peterzell mit ihren noch 80 Mitarbeitern ist nun erneut in Zahlungsnot geraten.
Es ist fünf Jahre her, als die A. Maier Präzisions GmbH nach einem Insolvenzverfahren mitteilte, dass die Sanierung des Automobilzulieferers geglückt und Investoren gefunden worden seien.
Die Firma sei an die C14 Holding GmbH in München verkauft worden und damit die Familie Maier nach vielen Jahren aus dem Unternehmen ausgeschieden.
Die vormals an zwei Standorten beheimatete A. Maier wurde auf den Firmenstandort in Peterzell in der Mühlbachstraße konzentriert, der Standort in St. Georgens Mitte in der Gewerbehallestraße aufgegeben.
Dort hat mittlerweile die Stadtverwaltung ihr „Interims“-Rathaus bezogen, so lange das Rathaus an der Hauptstraße saniert wird. Die Firma A. Maier firmierte zum Januar 2021 um in Likum GmbH. Dieser Schriftzug prangt auch noch am Firmengebäude in der Peterzeller Mühlenbachstraße, obwohl das Unternehmen kürzlich erneut umfirmierte, dieses mal in FES 360 smart manufacturing GmbH.
Vorläufiger Insolvenzverwalter verschafft sich Überblick
Wie vom vorläufigen Insolvenzverwalter Dirk Pehl von der Kanzlei Schultze und Braun zu erfahren ist, habe die Firma am 8. Mai Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Kanzlei-Pressesprecher Ingo Schorlemmer teilt mit, dass sich Pehl derzeit vor Ort einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens mache und Sanierungsoptionen prüfe.
Das Unternehmen führe den Geschäftsbetrieb fort. Dazu stünden der vorläufige Insolvenzverwalter und die Geschäftsführung im Austausch mit den Kunden.
„Die 80 Mitarbeitenden wurden von der Geschäftsführung und dem vorläufigen Insolvenzverwalter über das Verfahren informiert. Ihre Löhne und Gehälter werden bis einschließlich Juni über das Insolvenzgeld abgesichert“, erklärt Schorlemmer. Die Eröffnung des Verfahrens werde für den 1. Juli erwartet.
Schwache Konjunktur
Ursache der wirtschaftlichen Schieflage sei die anhaltende Konjunkturschwäche in der Automobilindustrie, der Hauptabnehmerin von Produkten der FES 360 smart manufacturing GmbH. „Diese Konjunkturschwäche führt auch bei FES zu erheblich sinkenden Umsätzen und in der Folge zu Verlusten, die das Unternehmen kurzfristig nicht ausgleichen konnte“, beschreibt Schorlemmer die Hintergründe.
Die Zahl der Mitarbeiter hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verringert. Die Firma A. Maier hat nach früherer Unternehmensaussage im Jahr 2019 ihren Mitarbeiterstamm von 200 auf 150 verringert. Aktuell sind es unter dem neuen Firmennamen FES 360 smart manufacturing GmbH noch 80 Beschäftigte.
Die FES 360 smart manufacturing GmbH ist laut Kanzlei spezialisiert auf die Herstellung, die Bearbeitung und den Vertrieb von Präzisionserzeugnissen aus Metall und Kunststoff. Insbesondere werden Tachonadeln sowie Zeiger für Uhren und Messgeräte, andere Kunststoff-Spritzgussteile, Stanz- und Biegeteile, Feinstanzteile, Automaten-, Dreh- und Frästeile sowie Bauteile und Baugruppen für die feinmechanische und elektrotechnische Industrie hergestellt.