Björn Dymke, Geschäftsführer von Trumpf Laser in Schramberg, im Foyer der Firmenzentrale neben einem kompakten Faserlaser der neuen Produktgeneration. Foto: Fritsche

Björn Dymke, Geschäftsführer von Trumpf Laser in Schramberg, informierte beim Pressegespräch über die aktuelle Entwicklung des Standorts.

Auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch vergangener Woche hatte Hagen Zimer, für die Lasertechnik verantwortliches Vorstandsmitglied von Trumpf, darüber informiert, dass Trumpf und das Münchner Familienunternehmen Rohde & Schwarz zukünftig bei der Entwicklung von Drohnenabwehrlösungen kooperieren. Dafür werde die Drohnenabwehrlösung von Rohde & Schwarz im Bereich Elektromagnetik und Radar-Sensorik sowie die Lasertechnologie von Trumpf kombiniert und das Hochenergielasersystem von Trumpf in ein komplettes „Drohnenabwehr-Ökosystem“ integriert. Ob und wie der Standort Sulgen einbezogen wird, dazu teilte Trumpf auf die spätere Nachfrage unserer Redaktion noch nichts mit. Auch Björn Dymke, Geschäftsführer von Trumpf Laser in Schramberg, informierte beim Pressegespräch am Laser-Standort Sulgen am Tag darauf, dass es dazu keine Standortentscheidung gäbe.

 

Entwicklung des Geschäfts

Auf der Bilanzpressekonferenz hatte die Trumpf Gruppe einen Umsatzrückgang von 16 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro im Berichtsjahr gemeldet. Für den Geschäftsbereich Lasertechnik, zu dem Trumpf Laser in Sulgen gehört, lag der Umsatz bei 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr 1,4 Milliarden Euro, bereinigt um das Geschäftsfeld Elektronik). Gefragt nach den Geschäftserwartungen, erklärte Dymke, „eine „Bodenbildung, ist wohl erreicht, das Geschäft ist seit Sommer stabil, wenn auch niedriger als vor der Pandemie.“

Die Kunden hielten sich weiterhin zurück, da sie in der aktuellen wirtschaftlichen Lage und aufgrund der zahlreichen geopolitischen Unsicherheiten keine Planungssicherheit hätten. Dies führe bei allen Beteiligten zu einer „Seitwärtsbewegung, allerdings mit gewissen positiven Anzeichen“.

Trotz US-Zöllen, hoher Energie- und Bürokratiekosten erwartet Dymke, dass man die Talsohle erreicht habe und mit zunächst nur einstelligen Wachstumsraten verlasse: „Die US-Zölle machen unsere Produkte teurer. Jedoch sind Trumpf Werkzeugmaschinen in den USA nach wie vor gefragt, da es nahezu keine lokalen Alternativen gibt. Und in Trumpf Werkzeugmaschinen sind Laser aus Schramberg integriert.“ Im Wettbewerb mit China könne Trumpf nach wie vor seinen Vorsprung bei der Präzision und umfassenden Lösungspaketen sichern.

Blick auf die Chancen

Bei den Patentanmeldungen – „Eins am Tag bei Trumpf und eins in der Woche bei Trumpf Laser in Schramberg, meistens zur den Unterschied machenden Laserstrahlführung“ – sei Trumpf in Deutschland führend: „Unser Know How steckt im Prozess.“ Darüber hinaus zeigten sich ständig neue Chancen.

Ein Beispiel sei der Bereich der E-Mobilität. Weitere Chancen biete die boomende Anzahl an Rechenzentren, in denen massenhaft Kabel mit Laserhilfe angeschweißt werden. Auch die Beschichtung von Fahrzeugbremsscheiben gegen weniger Abrieb, um eine kommende EU-Verordnung zu erfüllen, sei ein Wachstumsfeld.

Bei der Bremsscheibenbeschichtung entsteht aufgrund einer EU-Verordnung für weniger Abrieb ein Wachstumsfeld für Trumpf. Foto: Trumpf Laser

Dymke informierte auch darüber, dass die nach Dunningen ausgelagerte Produktion mit allen Mitarbeitenden nach Sulgen zurückziehen würde.

Ermöglicht werde das durch den Übergang vom bisherigen Scheiben- auf den neuen viel kompakteren Faserlaser. „Die dadurch frei gewordene Fläche ermöglicht uns, die gesamte Produktion auf dem Sulgen zu konzentrieren und so die Abläufe zu optimieren.“

Und auch die Dunninger Kollegen kämen dann in den Genuss des von allen Mitarbeitenden geschätzten Restaurants im Dachgeschoss der Zentrale.