Der Start des Gewerbegebietes Interkom Nordschwarzwald in Langenbrand ist schwierig gewesen. Doch inzwischen sind die Flächen unter den Betrieben begehrt. Jetzt soll das Gewerbegebiet erweitert werden.
Am Zweckverband Interkom Nordschwarzwald sind die drei Gemeinden Schömberg, Unterreichenbach und Engelsbrand beteiligt.
Erweiterung Um 1,7 Hektar soll das Gewerbegebiet Interkom Nordschwarzwald erweitert werden, teilte Verbandsrechner Ralf Busse im Gespräch mit unserer Redaktion mit. Es wäre der dritte Bauabschnitt. Hinsichtlich der Grundstücke für den dritten Abschnitt sei sich der Zweckverband mit dem derzeitigen Eigentümer einig geworden. Man sei auf einem „guten Wege“, so Busse. Diese Gespräche zogen sich bereits eine Weile hin. Eigentümer der Grundstücke ist ForstBW.
Zeitplan Im nächsten Jahr sollen die Arbeiten für den dritten Bauabschnitt beginnen, sagte Busse in der Versammlung des Zweckverbandes am Montagabend. 2025 soll er fertig sein.
Ausgleich für Waldrodung
Kosten Und was kostet die Erweiterung des Gewerbegebietes den Zweckverband? Laut den Planungen rechnet er mit Gesamtkosten in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro. Wie aus dem Doppelhaushalt für die beiden Jahre 2024 und 2025 hervorgeht, soll allein der Grundstückskauf für den dritten Bauabschnitt 140 000 Euro kosten. Die Erschließungsmaßnahme wird auf rund 1,7 Millionen Euro geschätzt. Weil dafür Wald abgeholzt wird, muss der Zweckverband Forstausgleichspunkte für rund 480 000 Euro kaufen. Bei den Berechnungen der Kosten sei ein Puffer vorhanden, sagte Busse in der Versammlung des Zweckverbandes, in welcher der Doppelhaushalt beschlossen wurde.
Was würden die Grundstücke im dritten Bauabschnitt für mögliche Interessenten kosten? Das lege der Zweckverband erst noch fest, sagte Busse gegenüber unserer Redaktion. In der Vergangenheit verlangte der Zweckverband 77 Euro pro Quadratmeter.
Liquidität In der Verbandsversammlung fragte Wolfgang Reich von der Gemeinde Engelsbrand nach den relativ hohen liquiden Mitteln des Zweckverbandes. So hat der Verband zum Jahresende 2023 rund 2,5 Millionen Euro flüssig. Diese schrumpfen nach den derzeitigen Planungen in den beiden darauffolgenden Jahren auf 1,2 im Jahre 2024 und 1,3 Millionen Euro 2025, um dann 2026 wieder auf fast 2,2 Millionen Euro anzuwachsen. Reich fragte, ob eine solch hohe Liquidität notwendig sei. Verbandsrechner Busse antwortete, dass dies nicht nötig sei. Bei den entsprechenden geplanten Grundstücksverkäufen in Höhe von 1,7 Millionen Euro werde wieder Geld an die drei beteiligten Gemeinden zurückbezahlt.
Firmen mit hohem Potenzial
Grund- und Gewerbesteuer Die drei Verbandsgemeinden erheben von den Betrieben Grund- und Gewerbesteuer. Derzeit ist in diesem Bereich nicht mit hohen Einnahmen zu rechnen. Verbandsrechner Busse gab zu bedenken, dass die Einnahmen aus der Gewerbesteuer ohnehin sehr schwanken würden. Für die Zukunft gab sich Busse jedoch optimistisch. Es gebe im Interkom Firmen, deren Potenzial hoch sei. Würden solche Unternehmen auch im dritten Bauabschnitt angesiedelt, „dann kann das eine ordentliche Geschichte werden“, gab er sich in der Versammlung des Zweckverbandes zuversichtlich.
Betriebskostenumlage Die drei Gemeinden Schömberg, Engelsbrand und Unterreichenbach beteiligen sich an den Kosten des laufenden Betriebes des Zweckverbandes mit einer Betriebskostenumlage. Der Anteil von Schömberg beträgt 55, derjenige von Engelsbrand 30 und derjenige von Unterreichenbach 15 Prozent. Für dieses Jahr zahlte Schömberg 23 100, Engelsbrand 12 600 und Unterreichenbach 6 300 Euro. Im nächsten Jahr wird die Umlage etwas gesenkt: für Schömberg auf 20 405, für Engelsbrand auf 11 130 und für Unterreichenbach auf 5 565 Euro. Damit nimmt der Zweckverband im Ergebnishaushalt (laufender Betrieb) ein Defizit in Höhe von 50 000 Euro in Kauf. Ziel des Verbandes ist es, dass die laufenden Erträge des Verbandes aus der Grund- und Gewerbesteuer künftig höher sind als die laufenden Aufwendungen. Die beteiligten Gemeinden sollen anstelle einer Betriebskostenumlage zu bezahlen langfristig sogar Überschüsse erhalten, heißt es in dem Bericht zum Doppelhaushalt für 2024 und 2025.