Reger Austausch von Politik und Wirtschaft (v. l. n. r.): Matthias Rampf (Geschäftsführender Gesellschafter der RAMPF-Gruppe), MdL Daniel Karrais und Albert Schmid (Geschäftsführer von RAMPF Production Systems). Foto: RAMPF Holding GmbH & Co. KG

Steigende regulatorische Anforderungen und internationale Konkurrenz setzen den Sondermaschinenbau unter Druck. Beim Rottweiler Unternehmen RAMPF wurde offen diskutiert.

Plädoyer für mehr Vertrauen und weniger Bürokratie: Beim Besuch des baden-württembergischen FDP‑Landtagsabgeordneten Daniel Karrais beim Sondermaschinenbauer RAMPF Production Systems waren sich Politik und Wirtschaft einig: Deutschland braucht weniger Bürokratie, weniger Vorschriften und mehr unternehmerische Gestaltungsfreiheit.

 

Den Schwaben wird gerne nachgesagt, sie klagten viel – oder, auf Schwäbisch: sie „motzten“. Davon war beim Treffen des FDP‑Landtagsabgeordneten Daniel Karrais mit Matthias Rampf, Geschäftsführender Gesellschafter der RAMPF-Gruppe, und Albert Schmid, Geschäftsführer von RAMPF Production Systems, jedoch nichts zu spüren. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, wie Deutschland seine Wirtschaft und insbesondere den Mittelstand wieder auf Wachstumskurs bringen kann.

Daniel Karrais, gelernter Maschinenbauingenieur, der im Landtag den Kreis Rottweil vertritt, plädierte für mehr Eigenverantwortung und Pragmatismus in der Politik. „Wir brauchen deutlich weniger Vorschriften – auch auf europäischer Ebene – und mehr Vertrauen in die Fähigkeit von Menschen und Unternehmen, eigenständig Entscheidungen zu treffen.“

Forderung nach weniger Bürokratie

Matthias Rampf ergänzte: „Gerade in Baden‑Württemberg verfügen wir über ein starkes Fundament aus talentierten und hochmotivierten Unternehmerinnen und Unternehmern. Weniger restriktive Rahmenbedingungen würden es ihnen ermöglichen, ihr Potenzial deutlich besser auszuschöpfen, neue Geschäftsideen umzusetzen und neue Unternehmen zu gründen.“

Fehlende Planungssicherheit

Albert Schmid bestätigte, dass auch die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Sondermaschinenbaus hierunter leide. „Ursachen sind insbesondere die deutlich unternehmerfreundlicheren Standortbedingungen und geringeren Lohnnebenkosten internationaler Wettbewerber. Zudem führen weiter steigende regulatorische Anforderungen und mangelnde Planungssicherheit dazu, dass viele Unternehmen Investitionen in Deutschland derzeit zurückstellen – und das bekommen wir zu spüren.“

Besorgt zeigten sich die Diskutanten über die hohen Umfragewerte der Alternative für Deutschland (AfD) im Vorfeld der baden‑württembergischen Landtagswahl am 8. März. Matthias Rampf: „Als Privatperson lehne ich die teils extremen Ansichten der Partei entschieden ab. Und als Unternehmer sage ich klar: Ein wirtschaftspolitischer Einfluss der AfD hätte gravierende Folgen für Arbeitsplätze in Baden‑Württemberg und würde unseren Wohlstand massiv gefährden.“