Das Rathaus hat jetzt ein neues Netzwerk ins Leben gerufen. Wirtschaftsförderer Dejan Micic, Stadtwerke-Chefin Monika Mitzkatz und Bürgermeister Ralph Zimmermann erklären, was dahinter steckt. Foto:  

Nach dem Innonet will Horb wieder ganz vorne mit dabei sein: Mit „ECOnstruct“ soll ein Stück Bauzukunft geschaffen werden. Was dahinter steckt.

Das Innonet. Ein Branchennetzwerk mit Sitz in Horb. Hier werden neue Produkte durch den Austausch geschaffen. Das will Horb jetzt auch beim Bauen schaffen.

 

Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) sagt: „Wir hoffen, dass unser neues Baunetzwerk ECOnstruct das schafft, wofür das Innonet steht: Ein Netzwerk, das nicht nur Kontakte schafft, sondern auch Innovationen entwickelt und dadurch gleichzeitig günstigere Produkte und Dienstleistungen entstehen.“

Startschuss war Ende Oktober 2025. Inzwischen sind schon gut 40 Unternehmen, Planer und Architekten mit an Bord.

Mit Malermeister

Beispielsweise Mattia Bottazzo. Als herkömmlicher Malermeister gestartet, hat er sich inzwischen auf Lehm- und Kalkputz spezialisiert. Er sagt: „Das sind Werkstoffe, die ein einmaliges Raumklima schaffen und nachhaltig sind. Ich hoffe, durch das Baunetzwerk neue Anwendungsmöglichkeiten entwickeln zu können.“

Horbs (Bau-)Bürgermeister Ralph Zimmermann: „Genau das ist ein Ziel, das wir mit ECOnstruct haben: Wir wollen neue, kostengünstige Möglichkeiten für nachhaltiges Bauen im Netzwerk entwickeln.“

Ein Ziel: Kosten senken

Nicht ohne Eigennutz. Bürgermeister Zimmermann: „Wir haben gut 130 stadteigene Gebäude, die müssen alle irgendwann saniert werden. Dazu müssen auch beispielsweise die Energiekosten herunter. Wir hoffen, durch das neue Netzwerk Erkenntnisse und Methoden zu bekommen, mit denen wir nicht nur die Baukosten, sondern auch die Energiekosten senken können. Gerne sind wir bereit, pilothaft Erkenntnisse aus dem Netzwerk in unsere tägliche Arbeit mit einfließen zu lassen.“

Horbs Stadtwerke-Chefin Monika Mitzkat ist auch dabei: „Im Netzwerk ist eine holländische Firma für Fassadenbegrünung dabei. Weil wir als Stadtwerke in der Wasserwirtschaft seit Jahrzehnten nachhaltig sind, wäre es auch nachhaltig, vielleicht unsere Fassade zu begrünen. Um beispielsweise im Sommer auf künstliche Kühlung mit Klimaanlagen verzichten zu können.“

Viel Zuspruch

Horbs Wirtschaftsförderer Dejan Micic ist in seiner Funktion als Geschäftsführer des Technologiezentrums von der Energieagentur beauftragt, den Aufbau und das Management (wie beim Innonet) von ECOnstruct zu unterstützen. Er sagt: „Ich bin positiv überrascht, wie viel Zuspruch wir haben. Es kommen weiterhin viele Anfragen von Firmen und Planern, die Interesse am Netzwerk haben.“ Mit dabei unter anderem: Adrex Solar (Talheim), Duale Hochschule Campus Horb, Hochschule Rottenburg, FZI Forschungszentrum Karlsruhe, Dölker Holzwerke oder die Niederländer von Semper Green.

Zimmermann: „Ich bin auch mit Professor Klaus Fischer im Austausch. Wir teilen die Auffassung, dass insbesondere in der Baubranche durch Standardisierung und Industrialisierung erhebliche Kostenvorteile und Entwicklungspotenziale gehoben werden können. Ich hoffe, dass die Fischerwerke ein Bestandteil des Netzwerkes werden können.“

Pilotprojekt gesucht

Das Ziel von ECOnstruct, so Zimmermann: „Ich hoffe, dass wir so schnell wie möglich ein Pilotprojekt finden zu können, an dem wir das ausprobieren können. Wir als Kommune hoffen, dass wir durch das Netzwerk serielle Bauweisen finden, die auch die Baukosten reduzieren können. Wenn das in der Praxis funktioniert, werden sicherlich auch private Bauherren von dem gewonnenen Know-How des ECOnstruct profitieren können.“

Doch wie kam es überhaupt zur Gründung des Netzwerks? Zimmermann, auch Geschäftsführer der Energie-Agentur Horb: „Das Land hat seine Förderung für die Energieagenturen neu aufgestellt. Das geht jetzt nach der Bevölkerungszahl des Landkreises. Dadurch haben wir 273.000 Euro jährlich zur Verfügung – so viel wie nie. Ein Punkt, der gefördert wird, ist der Aufbau von Netzwerken für nachhaltiges Bauen. Deshalb können wir das ECOnstruct auch finanziell in der Startphase unterstützen.“