Was für ein Jahresstart für City-Manager Thomas Kreidler. Erst Auftritt beim Maskenabstauben als Horber Michel, nachdem sich Kreidler im Vorfeld für die Durchführung der Brauchtumsveranstaltungen auf dem Marktplatz stark gemacht hat. Dienstlich am Donnerstag in den Activ-Arcaden. Hier zeichnet sich eine engere Zusammenarbeit ab.
Horb - In Bayern haben die Verwaltungsgerichte gerade 2G im Handel gekippt. Im Ländle zeichnet sich das zwar nicht ab, dafür ist City-Manager Thomas Kreidler aber gut gelaunt. Denn: Im Sommer ist die Vollsperrung der B32 nach Nordstetten endlich vorbei, die den Kernstadt-Handel zusätzlich zu Corona gebeutelt hat. Beim Bundesförderprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" ist Horb auch dabei. Zeit für ein Gespräch, was dieses Jahr kommt.
Was macht 2G mit dem Handel?
Ich war gerade fünf Stunden mit dem MEC-Centermanagement in den Activ-Arkaden in und bei allen Mietern und Geschäften. Überall war zu sehen: Die Leute haben schon das Smartphone in der Hand, wenn sie die Geschäfte betreten und zeigen das Zertifikat vor. Sie haben das schon verinnerlicht – da gab und gibt es keine Probleme.
Wie ist die Lage im Einkaufszentrum?
Gut. Der Januar ist ohnehin nicht der stärkste Monat im Handel. Man ist nicht unzufrieden, und nach zwei Jahren Pandemie werden alle Händler demütig – auch beim Umsatz. Inzwischen hat sich eine richtig gute Zusammenarbeit mit dem MEC-Centermanagement als Mitglied von Horb Aktiv entwickelt. Wir haben einen wesentlich engeren Kontakt als mit den Besitzern und Verwaltern früher. Das hat sich auch beim Rundgang gezeigt. Dabei haben wir auch den City-Gutschein vorgestellt.
Rückt das Einkaufszentrum und der restliche Horber Handel näher zusammen?
Das hoffe ich. Ich versuche, die Firmen an einen Tisch zu bekommen und bin sehr hoffnungsfroh, dass wir mehr zusammenrücken. Wir sind ein Handel, ein Standort. Nicht die da drüben und wir. Dieses Zusammenrücken lässt sich schön im City-Gutschein darstellen und ich hoffe, dass er bald auch in den Activ-Arkaden akzeptiert wird.
Wie ist die Lage in der Gastronomie?
Was ich höre, ist es in der Branche sehr, sehr schwierig. Besonders abends. Das betrifft vor allem die reine Getränkegastronomie, die man frühestens ab 21 Uhr besucht. Bei den Dienstleistern wie den Friseuren ist die Lage ordentlich, was man so hört.
Was passiert beim Förderprogramm »Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren« mit der Projektidee Manufakturenstadt Horb?
Das Förderprogramm des Bundes zum Erhalt und der Belebung der Innenstädte und zur Ansiedlung von neuen Ladengeschäften mit Manufaktur-Charakter wird jetzt ganz konkret und der endgültige Förderantrag wird von Wirtschaftsförderer Dejan Micic und mir final bearbeitet. Diese Woche gab es schon einen Videocall mit dem Ministerium. Am 22. Februar soll der 25-prozentige Eigenanteil vom Gemeinderat beschlossen werden, am 28. Februar muss der Förderantrag abgegeben sein. Da sind wir im Zeitplan. Wir haben auch schon die ersten Anfragen von Interessenten, die sich ansiedeln wollen.
Horber Frühling abgesagt. Wird es ein Freudenfest geben, wenn die Vollsperrung der B32 nach Nordstetten vorbei ist?
Ich hoffe. Wir haben den Termin für den Brückensommer – also den langen Einkaufsabend mit Bands überall in der Kernstadt – auf Freitag, 22. Juli, gelegt. Die Bauleiter haben uns gesagt, dass bis dahin die Strecke wieder offen ist, wenn alles nach Plan läuft. In sofern hoffen wir, dass wir dann doppelt feiern können!
Bei der langen Nacht der Lichter im Oktober droht eine Lücke in der Stadtsilhouette. Der Abriss des Kipp-Areals könnte kommen…
Wir hoffen, dass die Lange Nacht der Lichter wieder ein voller Erfolg wird. Falls dann durch den Abriss des Café Kipp eine Lücke da sein sollte, die im nächsten Jahr aber wieder geschlossen ist, sehe ich darin eine große Chance. Weil dort eine Lösung entsteht, die der Stadt und dem Marktplatz und damit dem gesamten Standort hilft. Momentan werden nur die Kosten ermittelt und gegenübergestellt, ob eine Sanierung im Bestand erfolgt oder ein Neubau eventuell billiger ist.
2G im Handel ist in Bayern aufgehoben. Baden-Württemberg weigert sich. Ursula Tillery von Mode Gramer sagt: »Das Schlimmste durch das ganze Hin und Her ist die Verunsicherung der Kunden, die zu spüren ist.«
Das geht wirklich jedem auf den Senkel – um es mal deutlich zu sagen. Wir steuern, soweit es uns möglich ist, dagegen. Mit Zusammenhalt, den es in einer Kleinstadt wie der unseren gibt. Jeder kennt jeden. Und wir haben bewiesen, dass wir jede Veranstaltung – egal welche Corona-Verordnung gerade gilt – umsetzen können, wenn eine sinnvolle und praktikable Umsetzung möglich ist. Es waren nie Superspreader-Events. Da haben wir auch Glück gehabt, die Besucher waren aber auch immer vernünftig.
Jeder Selbstständige kämpft für sich in den Corona-Zeiten – das war bei der Hauptversammlung im Sommer die Ansage. Bleibt das so?
Ich denke, nicht nur der Wirtegipfel im Dezember hat gezeigt, dass die Kleinstadtstrukturen in Horb einen entscheidenden Vorteil haben: Jeder kennt jeden. Alle stehen zusammen. Horb Aktiv und das Rathaus ziehen mit und unterstützen.
Jüngstes Beispiel: Die Fasnet. Beim Maskenabstauben ist das Testzentrum Hinger auf den Marktplatz gekommen und hat rund 40 Schnelltests gemacht, damit die 2G-plus-Regel umgesetzt werden konnte. Die Folge: Nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder hatten eine Riesen-Freude. So werden wir es auch bei der Schlüsselübergabe am Schmodo und bei der Fasnetsverbrennung machen.
Wird es in diesem Jahr den lang vermissten Tag der offenen Tür auf dem Hohenberg geben?
Ich werde mich mit der Walz-Mühle, der Bäckerei Saur, der AHG und anderen Horb-Aktiv-Mitgliedern zusammensetzen. Ich bin hoffnungsfroh, das man dieses Projekt jetzt angehen kann.