Ministerin Thekla Walker überreichte die Auszeichnung an (von links) Matthias Thimm (Leiter Qualitätsmanagement und Umweltbeauftragter bei Brugger Magnetsysteme) sowie an die Geschäftsführer Georg Brugger-Efinger und Thomas Brugger. Foto: Dold

„Zukunfts.Länd.Macher“: Mit dieser Auszeichnung darf sich nun die Firma Brugger Magnetsysteme schmücken.

Die baden-württembergische Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) überreichte die Auszeichnung beim Besuch in Hardt. Bereits 2020 erhielt die Firma aus den Händen des damaligen Umweltministers Franz Untersteller den Umweltpreis für Unternehmen Baden-Württemberg.

 

Nun interessierte sich die Ministerin, wie sich Brugger Magnetsysteme trotz der aktuell schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einsetzt. „Grüne Technologien sind ein Wachstumsmarkt. Wir haben hier super Zahlen und ein Jobwachstum“, sagte Thekla Walker. „Wir müssen schauen, dass wir hier global vorne sind“, ergänzte sie.

Beispielhafte Nahwärme

Der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Brugger und der technische Geschäftsführer Georg Brugger-Efinger hatten in Sachen Nachhaltigkeit einiges parat. „Wir setzen auf innerbetriebliches Recycling“, sagte Thomas Brugger.

Beim Rundgang durch die Produktion ging es auch ums Thema Nachhaltigkeit. Foto: Dold

Produktionsabfälle würden wiederverwendet und getrennt nach Stoffen wie Aluminium, Kupfer oder Messing. Beim Produktdesign achte man darauf, möglichst wenig Material zu verwenden.

Beispielhaft sei auch die Nahwärme, die seit 2014 von der benachbarten Schreinerei Flaig bezogen wird. Eine Ölheizung brauche man nur noch als Backup, so Brugger. Hinzu kommt eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Zudem versuche man, Material regional einzukaufen.

Thomas Brugger informierte über das Unternehmen. Foto: Dold

Auch die Fahrzeugflotte soll soweit wie möglich elektrifiziert werden. Allerdings steckt hier der Teufel im Detail: So liegt beispielsweise ein Transporter mit Elektroantrieb aufgrund der schweren Batterie über der Grenze von 3,5 Tonnen. Dann schreibt der Gesetzgeber Fahrtenschreiber und Fahrerkarte vor. „Deswegen nutzen wir weiter einen Verbrenner“, bedauerte Brugger-Efinger. Die Ministerin nahm die Anregung mit, hier für eine Vereinfachung zu sorgen.

110 Arbeitsplätze

Auch die Vorzüge von Hardt kamen zur Sprache: „Hardt hat etwa so viele Arbeitsplätze wie arbeitsfähige Menschen, nämlich 1000“, so Brugger-Efinger. Brugger Magnetsysteme bietet 110 Arbeitsplätze. Hardt sei ein spannender Standort.

Die Ministerin war beeindruckt von der Produktionsweise und den Produkten. Foto: Dold

Brugger sei in Europa der einzige Hersteller dieser Art von Magnetsystemen, sagte Thomas Brugger. Die Konkurrenz in China könne aber günstiger einkaufen, dort gebe es mehr Automatisierung und niedrigere Löhne. Daher versuche man, mehr in Richtung Spezialisierung zu gehen – beispielsweise bei der Gebäudeinstallation.

Brugger bietet viele Produkte an. Foto: Dold

Thekla Walker sprach sich dafür aus, dass nachhaltig wirtschaftende Firmen bei Vergaben oder Steuern begünstigt würden. Es könne auch nicht sein, dass es bei chinesischen Firmen beispielsweise ein Dirndl für fünf Euro gebe und hiesige Firmen dadurch Nachteile hätten. Thomas Brugger sprach sich gegen Verbote und Bevormundung von Seiten der Politik aus und für die Stärkung der Selbstverantwortung.