Wieder gab es ein Treffen von Verwaltung und Unternehmen im Rathaus. In der Mitte ist Professor Ulrich Mescheder zu sehen. Foto: Kouba

Zum Unternehmerfrühstück der Stadt waren mehr jüngere Unternehmensvertreter im Bürgersaal erschienen, das von Francesca Hermann und ihrer Kollegin Stefanie Faller organisiert wurde.

Furtwangen - Bei seiner Begrüßung bewegten Bürgermeister Josef Herdner die Themen B 523 (Anbindung an B33/A81), ÖPNV, der Zwei-Stunden-Takt nach St. Georgen garantiert und die Verbindung Richtung Neustadt. Neben der Begegnung von Verwaltung und Unternehmen standen Referate zweier HFU-Professoren.

Ulrich Mescheder unterstrich die Bedeutung der hiesigen Hochschule und deren guten Ruf. Synergieeffekte könnten auch für kleine Unternehmen interessant sein. Immerhin gibt es an den Standorten insgesamt 5046 Studenten, die enorme Ressourcen an Kompetenz darstellen und breit gefächert in den Disziplinen Ingenieurwissenschaften, Informatik, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Digitalen Medien, Internationaler Wirtschaft, Gesundheit/Life Sience und neuerdings in Hebammenwissenschaft herangebildet werden. Daneben gibt es externe Studiengänge. Annähernd 1500 Absolventen sind jährlich zu verzeichnen, die ihr Diplom, den Bachelor oder Master erreichen und somit den Arbeitsmarkt stärken.

100 Mitarbeiter forschen an HFU

Das Institut gehöre zu den stärksten Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit rund 100 Mitarbeitern in Forschung und Entwicklung und bietet Projekte mit der Industrie an. Hinzu kommen Impulse bei Gründungsaktivitäten. Alle Unternehmen könnten sich an jeden Professor wenden, um den innovativen Beitrag der HFU in zu nutzen.

Zum Thema "Wasserstofftechnologie und deren Einordnung in das zukünftige Energiesystem" sprach Frank Allmendinger. Sein Fazit: "Grüner Wasserstoff ist kurzfristig die einzige technisch und wirtschaftlich mögliche Leistung" und "wir kennen die Elektrolyse schon lange", denn der Metzinger Physiker Christian Friedrich Schönbein stellte bereits 1838 eine Brennstoffzelle her.

Netzwerk für Wasserstoffnutzung

Auch die Speicherung von Wasserstoff in Salzkavernen sei keine Spinnerei. Anstoß in Politik und Gesellschaft seien Klimawandel und Dekarbonisierung sowie die Bedeutung von Energiespeichern und alle sozialen Bereiche kämen am Klimaschutz nicht vorbei. Der Verbrauch von Energie ist enorm und betrug im Jahr 2020 rund 2333 Terawattstunden. Der Anteil an erneuerbarer Energie ist zwar gestiegen, die Krux jedoch sind die nicht kalkulierbaren natürlichen Voraussetzungen (Region, Wasser, Wind, Sonne). Die Speicherung von Energie ist ein wichtiger Faktor. Möchte man umweltfreundliches Gas, dann käme man an "grünem Wasserstoff" nicht vorbei. Strom-und Gasspeicher reichten momentan nur kurzfristig. Neue Netzverteilung, internationales Zusammenwirken, Ausbau der Elektrolyse, Strukturwandel der Automobilindustrie und Verbesserung von Batterien, Akkus und Brennstoffzellen seien unabdingbar. Einen Beitrag leiste dazu die HFU in Zusammenarbeit mit dem Verein H2 Regio SBH+ in Tuttlingen.