Bei einer Betriebsbesichtigung in der neuen Produktionshalle stellte Geschäftsführer Martin Schwarz (rechts) den Vertretern der SPD sein Unternehmen vor. Foto: B. Schwarz

Die Dornstetter Firmengruppe Schwarz feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen – und ist weiter auf Erfolgskurs. Jetzt haben die „Schwarzarbeiter“ Besuch bekommen.

100 Jahre alt wird die Schwarz-Gruppe mit ihren Firmen Schwarz Systems, Schwarz Apparate- und Behälterbau und der AMP in Dornstetten dieses Jahr. Das soll im Juli gefeiert werden. 100 Jahre musste die Firma alt werden, bis sie den ersten Besuch einer politischen Partei erhielt. Das war laut dessen Mitteilung der Kreisvorstand der SPD, der sich ebenso erstaunt wie beeindruckt von der Vielseitigkeit des Unternehmens zeigte.

Geschäftsführer Martin Schwarz erläuterte die „DNA der ‘Schwarzarbeiter‘“, wie er sagte, als klassischen Familienbetrieb mit christlicher Grundhaltung. Er wurde vom Großvater als Kupferschmiede gegründet, die Bettflaschen und Braukessel produzierte. Vater Erich Schwarz betrieb das Geschäft weiter, vergrößerte es und übergab es Ende der Neunziger an seine Söhne Erich und Martin. Erich Schwarz ist inzwischen verstorben, seitdem leitet Martin Schwarz (50) das Unternehmen alleine.

150 Mitarbeiter aus knapp 30 Nationen

Die Firma schreibe einen Umsatz von jährlich etwa 25 Millionen Euro, habe in den vergangenen beiden Jahren rund zwölf Millionen Euro investiert und die Produktionsfläche an zwei Standorten in Dornstetten auf insgesamt rund 14 000 Quadratmeter erweitert. Nach drei guten Jahren zähle das Unternehmen heute 150 Mitarbeiter aus knapp 30 Nationen. „Bis zum Jahresende werden es 180 sein“, meinte Schwarz zuversichtlich.

Die Firma erweise sich bei der Personalgewinnung sowie bei der Aus- und Weiterbildung sehr erfinderisch. Sie lege großen Wert auf langfristige Kundenbindung, wobei sie Kunden bei der Problemlösung begleite. Dabei habe sie schon manchem Start-up bei der technischen Umsetzung seiner Erfindung zum Erfolg verholfen.

Unternehmer kritisiert Bundespolitik

“Überall, wo Metall im Spiel ist, sind wir dabei“, umschreibt Martin Schwarz das Tätigkeitsfeld der „Schwarzarbeiter“. Es ist vielseitig, wobei die Produktion von Druckbehältern und der Apparatebau Schwerpunkte sind. Das reicht vom winzigen IT-Teil im Mikro-Bereich bis zum stählernen Koloss von 100 Tonnen bei Einsatz von Robotern und modernster Technik. Präzision sei oberstes Gebot. Die Kunden kommen aus Europa und den USA, aus der Chemie, Pharmazie, Halbleiter- und Batterieforschung ebenso wie aus dem Maschinenbau.

In der politischen Diskussion hielt der Unternehmer der Bundespolitik eine „völlig verfehlte Asyl- und Einwanderungspolitik“ vor, überladen mit Bürokratie. „Es wird nicht erkannt, dass die schnellste Integration nicht im Sprachkurs stattfindet, sondern am Arbeitsplatz“, sorgte sich Schwarz. Angesichts explodierender Gas- und Strompreise brauche Dornstetten ein Energiekonzept, „sonst bekommen wir ein Standortproblem“, so der Geschäftsführer zur regionalen Politik.