Die Sanierung der Friedrich-Ebert-Straße zieht sich hin. Das hat Folgen für ansässige Gastronomiebetriebe. Die Wirte und andere Unternehmer treiben einige Sorgen um.
Baustellenschilder, offene Straßen, Umwege und Zeiteinbußen: Die Baustelle in der Friedrich-Ebert-Straße bringt nicht nur erhebliche Verkehrsbehinderungen mit sich, sondern führt auch zu deutlichen Einbußen bei Anrainer-Betrieben, insbesondere in der Gastronomie.
Urfa Grill-Haus Für Abdullah Se, Inhaber des Urfa Grill-Hauses, hat die Baustelle dramatische Folgen. Seit Beginn der Bauarbeiten verzeichnet er einen Umsatzrückgang von bis zu 60 Prozent. „Eine ganze Stadt kommt nicht durch“, beschreibt Se die Lage, die nicht nur seine Laufkundschaft betrifft, sondern auch die Stammkunden, die große Mühe haben, das Restaurant zu erreichen.
Stark betroffen sei auch der Lieferdienst des Grill-Hauses, der normalerweise Schulen und Betriebe beliefert. „Der Umweg, den die Baustelle verursacht, kostet uns eine Stunde zusätzlich. Das kann sich kein Laden leisten“, sagt der Gastronom.
Der wirtschaftliche Druck auf den Betrieb ist enorm. Während die Einnahmen rapide gesunken sind, laufen die Kosten weiter. Miete, Strom und Gehälter müssen gezahlt werden. „Das Geschäft ist gerade fast bei Null. Es ist schwierig“, beschreibt Se die Lage. Trotzdem denkt er nicht daran, seine Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken. „Gute Mitarbeiter sind schwer zu finden. In Kurzarbeit geht nichts.“
Für Se ist es essenziell, seine Angestellten zu halten, obwohl die finanzielle Situation extrem angespannt sei. Se hofft auf ein schnelles Ende der Baustelle, ist jedoch frustriert über die langsamen Fortschritte. „Die Baustelle dauert schon zu lange, und wir sehen kaum Besserung. Es müsste viel intensiver und schneller gearbeitet werden“, fordert er.
Yeni-Mevlana-Pizzeria Ähnlich prekär ist die Lage bei der Yeni-Mevlana-Pizzeria. Seit vier Monaten leidet das Geschäft stark unter der Baustelle. Inhaber Ekrem Avim sagt, dass die Zufahrt zu seiner Pizzeria von beiden Seiten gesperrt ist, was den Kundenstrom nahezu zum Erliegen gebracht habe. „Teilweise habe ich Tage, da kommen nur fünf Leute“, berichtet Avim.
Die fehlende Erreichbarkeit mit dem Auto schrecke Gäste ab. „Mit dem Auto kommt keiner mehr durch, und ein Flugzeug habe ich natürlich auch nicht“, sagt er. Auch für Avim bedeuten die ausbleibenden Kunden massive Umsatzeinbußen. „Das Geschäft ist ganz unten. Es gibt kaum noch etwas zu verdienen“, schildert er die schwierige Situation.
Obwohl er wütend und frustriert ist, bleibt ihm nichts anderes übrig als durchzuhalten. Die Stadtverwaltung habe ihm mitgeteilt, dass die Bauarbeiten noch etwa einen Monat andauern würden. Ob sich das Geschäft danach erholt, sei ungewiss. „Ich hoffe nur, dass es nach der Baustelle wieder besser wird, aber sicher ist das nicht.“ Kritisch sieht auch Avim den aus seiner Sicht langsamen Baufortschritt. „Manchmal passiert auf der Baustelle tagelang nichts“, äußert er seinen Frust und fordert eine schnellere und effizientere Arbeitsweise.
Auswirkungen auf Geschäft
„Die Baustelle hat massive Auswirkungen auf unser Geschäft. Wir haben mehr als 20 Prozent weniger Umsatz“, erklärt Stephan Biedermann von Biedermann-Getränke. Die Kundenfrequenz sei deutlich geringer. Laut ihm stellen die weiten Umwege zu den Lieferanten ein zusätzliches Problem dar: „Wir müssen gewaltige Wege auf uns nehmen.“
Ein weiteres Ärgernis sei die unzureichende Beschilderung der Baustelle. Biedermann ist überzeugt, dass die Bauarbeiten deutlich schneller abgeschlossen werden könnten. Die Situation an der Straße, die er als „wichtiges Nadelöhr“ in Donaueschingen bezeichnet, sei eine „absolute Zumutung“.
„In der Tat hat die Baustelle in der Friedrich-Ebert-Straße in Donaueschingen Auswirkungen auf die Kundenfrequenz an der dortigen Jet-Tankstelle“, räumt Firmensprecher Andreas Tholund ein. Und wie geht es dem Tankstellenbetreiber vor Ort? Jet befinde sich über die Situation im kontinuierlichen Austausch mit dem dortigen Tankstellenunternehmer, heißt es von dem Sprecher Jet-Tankstelle
Bromberger-Packungen Andere Unternehmen in Donaueschingen scheinen dagegen weniger stark betroffen zu sein. Christof Bromberger, Inhaber von Bromberger-Packungen, erklärt, dass die Auswirkungen der Baustelle auf seinen Betrieb „zum Glück sehr gering“ seien. Vor Beginn der Bauarbeiten habe es ausführliche Gespräche mit allen Beteiligten gegeben und die Kommunikation mit der Bauleitung sei bis heute hervorragend.
„Etwaige Durchfahrts-Probleme werden angekündigt und wenn nötig, werden Stahlplatten über Gräben gelegt, damit die LKWs fahren können“, erklärt Bromberger. Zwar erwartet er eine kurze, aber kritische Phase, wenn bald der neue Asphalt verlegt wird und sein Unternehmen ein bis zwei Tage lang komplett abgeschnitten sein wird. Doch bisher habe es für seinen Betrieb keine wirtschaftlichen Einbußen gegeben.
Auf die Frage, wie zufrieden er mit der Bauplanung sei, antwortet Bromberger pragmatisch: „Planung ist das eine, die Realität im Boden häufig das andere. Im Großen und Ganzen können wir uns nicht beschweren, auch wenn die Bauzeit von fast fünf Monaten natürlich einige Beschwernisse mit sich bringt. Hoffentlich ist anschließend wieder ein halbes Jahrhundert Ruhe.“
Baustellen im Großraum
Verkehr
In der Kernstadt Donaueschingen gibt es derzeit mehrere Baustellen auf verschiedenen Hauptverkehrsstraßen und an lokalen Projekten. Besonders betroffen ist die Friedrich-Ebert-Straße, wo seit Juni umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Hier werden sowohl der Straßenbelag als auch die Wasserleitungen erneuert. Diese Bauarbeiten sollen bis November abgeschlossen sein. Auf der B27 in Richtung Villingen-Schwenningen gibt es zwischen Hüfingen-Behla und Hüfingen/B31 ebenfalls eine Baustelle, die den Verkehrsfluss beeinträchtigt und voraussichtlich bis Ende des Jahres andauern wird. Zudem wird auf der B31 zwischen Freiburg und Donaueschingen die Gutachtalbrücke saniert, was Umleitungen zur Folge hat. Diese Brücken-Sanierung soll bis Mitte Oktober abgeschlossen sein.