Die Mitglieder des Gemeinderats haben einhellig zugestimmt: Das Unternehmen Palmhof Energie GbR in Bräunlingen darf seine Energieproduktion modernisieren und weiter ausbauen. Foto: Dagobert Maier

Gemeinderat Bräunlingen stimmt für das Vorhaben. Die Anlagen werden leistungsstärker ausgerichtet. Außerdem wird verkehrliche Anbindung verbessert.

Der Gemeinderat stimmte den Vorlagen in öffentlicher Sitzung am Donnerstag, 4. Dezember, einstimmig zu. Den Betreibern der Palmhof Energie Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) kam dieses Votum zupass.

 

Um eine Vergrößerung der Betriebsfläche sowie eine Erweiterung und eine bessere Anpassung an die EEG-Richtlinien zu erreichen, haben die Betreiber damit einen weiteren wichtigen Schritt im Erweiterungsverfahren des Bebauungsplans „Sondergebiet Palmhof“ gemacht.

Die Vorarbeiten waren erfolgreich. Etliche Gutachten, Stellungnahmen sowie Hinweise der Behörden und Institutionen lagen zur Sitzung vor, sodass der Gemeinderat nach kurzer Diskussion und einigen Rückfragen sein klares Ja zur Fortführung des Großprojekts gegeben hat.

Es müssten Anpassungen vorgenommen werden, um den aktuellen Forderungen bis hin zu den neuen Richtlinien und Vorschriften im nachhaltigen Energiesektor gerecht zu werden. Die Biogasanlage ist 20 Jahre alt und müsse nun den Rahmenbedingungen angepasst werden, erklärte Philipp Ewald vom Palmhof.

Betrieb will sich weiterentwickeln

Mit der Anlagenoptimierung im Bebauungsplan „Sondergebiet Palmhof“ sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Steigerung der Leistung der Biomasseanlage Palmhof erreicht werden. Auch die Weiterentwicklung der betrieblichen Strukturen und Nutzungen des Palmhofs sowie die Erhaltung und Steigerung der Betriebswirtschaftlichkeit werden mit diesem Projekt angestrebt.

Durch das Vorhaben sollen zu der bereits vorhandenen und tagtäglichen Nutzung des landwirtschaftlichen Betriebs mit Bodenwertschöpfung durch den Ackerbau und die Tierhaltungsanlage neue Kapazitäten geschaffen werden. Dazu gehört der Betrieb einer Biomasseanlage für die Erzeugung von großen Mengen Biogas für die Verstromung und für die Wärmeerzeugung.

Biogas als Treibstoff

Die Versorgung externer Blockheizkraftwerkstandorte mit Biogas als Treibstoff sowie die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan und dessen Einspeisung in das Gasnetz und die Aufbereitung von Biogas zu Wasserstoff sind Ziele des Vorhabens.

Auch die Erweiterung des Biomasselagers steht in den Ausbauplänen der Palmhof Energie GbR. Hinzu kommen neben der Einrichtung einer Gas- und Stromtankstelle ein Warmwasserspeicher sowie Anlagen zur CO₂-Gewinnung aus Biogas und die Verflüssigung. Etliche weitere Änderungen im Bebauungsplan haben mit der Biogasanlage zu tun.

Um die Fahrzeugbelastungen, die durch An- und Abfahrten entstehen, zu verringern und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, soll im Zuge der Maßnahme ein zusätzlicher Anfahrweg vom Industriegebiet zum Palmhof gebaut werden.

Weitere Beschlüsse

Ab dem kommenden Jahr
wird der Eintritt für Einzelpersonen in das Bräunlinger Kelnhofmuseum frei sein. Stattdessen werden auf freiwilliger Basis Spenden in eine bereitstehende Box erbeten. Führungen kosten ab Januar 30 Euro, zusätzlich zwei Euro pro Person. Kindergartengruppen und Schulklassen aus Bräunlingen und den Stadtteilen sind von den Eintrittsgebühren befreit. Die pauschale Jahreskurtaxe für Dauercamper wird ab Januar von 130 Euro auf 180 Euro erhöht und ist bis 2029 festgeschrieben. Dadurch werden Mehreinnahmen in Höhe von 4500 Euro pro Jahr erwartet. Aktuell wird noch geprüft, ob und wie Vergünstigungen für Dauercamper nur für einen begrenzten Zeitraum angeboten werden können. Für die Höhe der pauschalen Jahreskurtaxe werden zwei Erwachsene und 60 Aufenthaltstage pro Jahr zugrunde gelegt.