Die Simon-Group in Aichhalden lotet derzeit Energiesparpotenziale aus. Foto: Fritsche

Die Indus Holding AG, zur der auch die Simon-Group gehört, hat trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 51,1 Millionen Euro erzielt.

Bergisch Gladbach/Aichhalden - Die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft präsentierte am Mittwoch die Kennzahlen für das erste Halbjahr 2022: Danach steigerte die Indus Holding AG ihren Umsatz um 11,1 Prozent auf 944,9 Millionen Euro (Vergleichszeitraum 2021: 850,3 Millionen Euro). 8,2 Prozent der Umsatzsteigerung wurden dabei über organisches Wachstum ohne Zukäufe aus eigener Kraft erreicht. Das Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) lag bei 51,1 Millionen Euro (Vergleich 2021: 56,3 Millionen Euro). Es wäre noch höher ausgefallen, wenn es nicht durch stark steigende Material- und Energiekosten und höhere Fracht- und Logistikkosten belastet worden wäre, besonders das Segment Fahrzeugtechnik ist hiervon betroffen. Die Ebit-Marge betrug 5,4 Prozent (Vergleich 2021: 6,6 Prozent).

"Die Indus-Gruppe schlägt sich trotz der sich verschlechternden Welt- und Wirtschaftslage sehr respektabel. Vier von fünf Segmenten erreichen in Summe klar unsere Zielmarge von zehn Prozent plus", bewertete Indus-Vorstandsvorsitzender Johannes Schmidt das Ergebnis. So lagen die Segmente Bau/Infrastruktur, Maschinen- und Anlagenbau, Medizin- und Gesundheitstechnik und Metalltechnik alle im Plus, nur das Segment Fahrzeugtechnik im Minus.

Hohe Material- und Energiekosten spürbar

Die Simon-Group ist im Segment Metalltechnik tätig. In diesem stiegen sowohl Umsatz (plus 7,5 Prozent auf 235,2 Millionen Euro) als auch Ebit (plus 37,2 Prozent auf 26,9 Millionen Euro) an. Die Metalltechnik-Unternehmen spüren allerdings ebenfalls die gestiegenen Material- und Energiepreise, die sehr unterschiedlich und je nach Vertragslaufzeiten an die Kunden weitergegeben werden können. "Angesichts der hohen Energiekosten und der unsicheren Versorgungslage identifizieren unsere Beteiligungen aktuell Energiesparpotenziale und Substitutionsmöglichkeiten in den Produktionsprozessen", sagte Schmidt. "Der Mittelstand ist hier kreativ. Bei der Simon-Group etwa konnte der Erdgasverbrauch einzelner Verbraucher um bis zu 40 Prozent gesenkt werden – allein durch die Umstellung auf andere Betriebsstoffe wie Strom und Öl oder durch die technologische Umrüstung von Prozessen", berichtete Schmidt

"Die richtigen Weichen gestellt"

 "Wir haben bereits in den vergangenen Monaten die richtigen Weichen zu weiteren Energieeinsparungen gestellt", ergänzte Simon-Geschäftsführer Tobias Hilgert. "Dabei hat uns die Nachhaltigkeits-Förderbank von Indus aktiv unterstützt. So stehen uns mit unserer zusätzlichen Photovoltaikanlage ab Herbst mehr als ein MV Peak Leistung über erneuerbare Energien zur Verfügung. Außerdem haben wir ein Projekt zur Stromreinigung gestartet. Durch eine spezielle Technologie können wir Netzrückwirkungen und Verzerrungen im elektrischen Netz reduzieren und so unseren Stromverbrauch senken", führt er aus.

Höherer Umsatz erwartet

"Unsere Beteiligungen meistern täglich die komplexen Herausforderungen in der gesamtwirtschaftlich schwierigen Lage", versicherte Schmidt. "Insbesondere die zum Teil extremen Material- und Energiepreissteigerungen sind spürbar. Die Überwälzung dieser erhöhten Kosten an die Kunden gelingt je nach Branche unterschiedlich gut", führte er weiter aus. Vor dem Hintergrund inflationsbedingter Preisüberwälzungen bei vielen Beteiligungen geht der Indus-Vorstand deshalb für das Geschäftsjahr 2022 von einem höheren Konzernumsatz zwischen 1,9 und 2,0 Milliarden Euro aus.

Konsequenzen eines Gaslieferstopps nicht berücksichtigt

Das Ebit wird allerdings von gestiegenen Materialpreisen im Segment Fahrzeugtechnik und absehbaren Steigerungen bei Personal- und Energiekosten im zweiten Halbjahr im gesamten Portfolio belastet. Indus rechnet deshalb für das Gesamtjahr mit einem Ebit in Höhe von 100 bis 115 Millionen Euro. In der früheren Prognose vom März 2022 waren noch ein Umsatz zwischen 1,8 und 1,95 Milliarden Euro und ein Ebit von 115 bis 130 Millionen Euro erwartet worden. Der Indus-Vorstand wies darauf hin, dass die Konsequenzen eines möglichen Gaslieferstopps nicht berücksichtigt seien, weil die dann eintretenden gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen auf die Indus-Beteiligungsunternehmen derzeit nicht realistisch abschätzbar seien.