Obwohl Donald Trump eine Niederlage vor dem Supreme Court erlitten hat, kann die lokale Wirtschaft nicht aufatmen.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald blickt mit Sorge auf die erneuten Zollmaßnahmen der US-Regierung. Darüber berichtet die IHK in einer Pressemitteilung.
Nachdem der Supreme Court die zuvor eingeführten IEEPA-Zölle für rechtswidrig erklärt hatte, setzt US-Präsident Donald Trump nun neue Einfuhrzölle in Höhe von zehn Prozent fest. Diese gelten weltweit und sollten mit bestehenden MFN-Zollsätzen kombiniert werden. Für zahlreiche Unternehmen kann dies zu höheren Zollabgaben führen als bislang, heißt es in der Mitteilung.
IHK-Hauptgeschäftsführerin Tanja Traub warnt vor den Folgen der neuen US-Zollpolitik für die exportorientierte Wirtschaft in der Region: „Die erneute Einführung zusätzlicher Zölle schafft erhebliche Unsicherheit für die exportorientierten Unternehmen unserer Region.“
„Zoll-Chaos belastet die wirtschaftliche Entwicklung“
Und weiter: „Das andauernde Zoll-Chaos belastet die wirtschaftliche Entwicklung und untergräbt das Vertrauen in verlässliche Rahmenbedingungen im transatlantischen Handel. Unsere Unternehmen brauchen jetzt Stabilität und klare Entscheidungen – keine ständig wechselnden Vorgaben.“
Mit Blick auf die wirtschaftliche Bedeutung der USA für den Südwesten erklärt Traub: „Trotz der Rückgänge im vergangenen Jahr bleiben die USA für Baden-Württemberg der wichtigste Exportmarkt. Eine weitere handelspolitische Eskalation wäre für unsere Unternehmen äußerst schädlich.“
Einigung auf Eis gelegt
Parallel zu den US-Entwicklungen hat das Europäische Parlament die Abstimmung über den bereits zwischen EU und USA ausgehandelten Zolldeal vorläufig ausgesetzt. Damit steigt laut der Mitteilung der politische Druck, einen stabilen und verlässlichen Rahmen für den Handel zu schaffen.
„Der Zoll-Deal mag aus europäischer Sicht sicher nicht in allen Punkten ideal sein, aber jetzt ist nicht der Moment, die Verhandlungen neu zu starten. Die Unternehmen brauchen endlich Klarheit, wie es im transatlantischen Handel weitergeht“, so Traub.
IHK bietet Webinar zum Thema
IHK-Hauptgeschäftsführerin Traub unterstreicht: „Wir beobachten die Entwicklungen sehr genau und setzen uns dafür ein, dass die transatlantischen Handelsbeziehungen wieder auf eine verlässliche Grundlage gestellt werden.“
Die DIHK bietet gemeinsam mit der GTAI am Donnerstag, 12. März, von 10 bis 11 Uhr ein Webinar an. Dabei werden das Supreme-Court-Urteil, die Entwicklungen im Europaparlament und die neuen US-Zölle eingeordnet.