Beim Wirtschaftspolitischen Jahresgespräch der IHK zeichneten die Redner ein düsteres Bild von der aktuellen wirtschaftlichen Lage.
Beim „Wirtschaftspolitischen Jahresgespräch“ der IHK Nordschwarzwald diskutierten Politik und Wirtschaft über Bürokratieabbau, Infrastruktur und Fachkräftesicherung. Darüber informiert die IHK in einer Pressemitteilung.
Als Gastredner begrüßte die IHK Nordschwarzwald den Vorsitzenden der FDP-/DVP-Landtagsfraktion Hans-Ulrich Rülke, der sich gemeinsam mit Vertretern aus der Wirtschaft den drängenden Fragen der Region stellte, wie es in der Mitteilung heißt.
Claudia Gläser eröffnete den Abend im IHK-Haus Pforzheim mit einem klaren Appell: „Wir erleben Unsicherheit, strukturelle Veränderung und neue Herausforderungen – umso wichtiger ist der Austausch zwischen Wirtschaft und Politik.“ Sie machte deutlich, wie ernst die Lage für die Unternehmen im Nordschwarzwald sei: Auftragsrückgänge und Insolvenzen belasteten viele Betriebe.
Zu viele junge Menschen ohne Ausbildung
Gleichzeitig suchten andere Unternehmen händeringend Personal, während zu viele junge Menschen ohne Ausbildung blieben. Hinzu kämen gestiegene Arbeitskosten, fehlender Wohnraum und schleppende Verwaltungsdigitalisierung.
In seinem Impulsvortrag widmete sich Hans-Ulrich Rülke vor allem den Themen Bürokratieabbau, Transformation, Infrastruktur und Bildungspolitik. „Ohne Wirtschaft ist unser Wohlstand nicht zu erhalten“, sagte Rülke und forderte Investitionen in Infrastruktur sowie eine konsequente Verwaltungsreform.
Verbesserung der Infrastruktur gefordert
Mit Blick auf die Landespolitik sagte Rülke: „Wir werden das ganz große Rad nicht drehen können, aber was die Landespolitik tun kann: eine Verbesserung der Infrastrukturen – schnelles Internet, Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und Transformation.“
Die Hauptgeschäftsführerin der IHK Nordschwarzwald Tanja Traub zeigte mit den aktuellen Ergebnissen der regionalen Konjunkturbefragung die angespannte Lage der Wirtschaft: „Das Bruttoinlandsprodukt ist im Jahr 2023 deutschlandweit um 0,9 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2024 ist es nochmals um 0,5 Prozent geschrumpft. Diese Zahlen sind eindeutig. Die Lage ist ernst.“
Die Geschäftslage im Nordschwarzwald bleibe herausfordernd: 24 Prozent der Unternehmen berichteten von einer guten Geschäftslage, 24 Prozent von einer schlechten, 52 Prozent von einer befriedigenden. Traub fasste zusammen: „Gestiegene Arbeitskosten und überbordende Bürokratie. Das offenbart, wie dringend eine spürbare und dann messbare Wende in der Wirtschaftspolitik nötig ist.“