Rauch steigt auf nach einem iranischem Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai. Foto: Fatima Shbair/AP/dpa

Der Krieg in Nahost beschäftigt auch die Unternehmen im Kreis Rottweil: Tourismus, Handel und Industrie sind in Habachtstellung.

„Der Nahe Osten ist eine zentrale Drehscheibe dieser Welt: für Treibstoff, Touristen und internationale Warenströme. Umso mehr beschäftigt die aktuelle Entwicklung auch die regionale Wirtschaft.“ Diese Ersteinschätzung formuliert Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, im Zuge der Eskalation zwischen dem Iran und den USA.

 

Gestörte Lieferketten

„Die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht klar abzusehen“, so der Hauptgeschäftsführer. Gleichzeitig sei die Region als exportstarker Industriestandort auf einen funktionierenden Welthandel angewiesen. „Gestörte Lieferketten verzögern Warentransporte. Bleiben Container und Frachten liegen, schränkt das die Industrieproduktion ein und verteuert den Einkauf von Waren und Dienstleistungen“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Steigender Ölpreis

Ein steigender Ölpreis könne sich auf das Preisgefüge anderer Waren auswirken, beispielsweise auf Schmierstoffe für Drehereien oder auf Kunststoffe für die Medizintechnik.

Thomas Albiez verweist außerdem auf die internationale Verflechtung des Mittelstandes und seine Geschäftsbeziehungen. „Erst im Februar fand die Arab Health statt. Viele Unternehmen der Medizintechnik waren dort vor Ort.“ Zudem pflegten viele Tourismusunternehmen Reisekooperationen zu den Destinationen im Nahen Osten. „Wir nehmen aus unserer Reisebranche viel Engagement wahr: damit Urlauber wieder zurückkehren können oder sie kostengünstig den Aufenthalt verlängern dürfen.“

Allen betroffenen Unternehmen stellt die IHK das Netz ihrer Auslandshandelskammern zur Verfügung. An 150 Standorten in über 90 Ländern unterstützen IHK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Markteintritt mittelständischer Unternehmen und begleiten Kooperationen. Neben Israel, Ägypten und Katar befinden sich auch Vertretungen der IHK-Organisation im Irak, dem Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Online-Update für Unternehmen

Um die Unternehmen in der aktuellen Situation bestmöglich zu unterstützen, bieten die baden-württembergischen IHKs zudem am 10. März ein Online‑Update zur Lage in der Golfregion an. Organisiert von der IHK Reutlingen erhalten Betriebe eine Einschätzung der aktuellen Entwicklungen sowie Hinweise für ihre Auslandsgeschäfte.

Infos

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten interessierte Unternehmen bei Caroline Augustinovic unter 07721/922 247 oder per E‑Mail an caroline.augustinovic@vs.ihk.de.