Mehrere Festnahmen wegen mutmaßlichem Anlagebetruges teilte das thüringische Landeskriminalamt mit. (Symbolbild) Foto: dpa/Marijan Murat

Mutmaßliche Anlagebetrüger haben Menschen in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern um 113 Millionen Euro geschädigt. Das teilten das thüringische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft in Erfurt mit. Es gab mehrere Festnahmen.

Mutmaßliche Anlagebetrüger haben Menschen in Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern offenbar um 113 Millionen Euro geschädigt. Das teilten das thüringische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Erfurt mit. Am Dienstag rückten rund 280 Ermittler demnach in Deutschland und mehreren weiteren Staaten zu Durchsuchungen aus und nahmen sechs Beschuldigte fest.

Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt in Erfurt soll die Gruppierung Privatanleger in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Spanien betrogen haben. Im Internet und über Mitarbeiter im Direktvertrieb boten sie angebliche Anlageprodukte im Zusammenhang mit Kryptowährungen an. Diese bewarben sie den Ermittlern zufolge unter anderem auch „mit einer tatsächlich nicht zu erzielenden Rendite von 200 Prozent in drei Jahren“.

Die Beträge der Opfer wurden nach derzeitigem Ermittlungsstand jedoch nicht investiert, sondern von den Verdächtigen für eigene Zwecke verwendet. Die Ermittlungen liefen seit etwa einem Jahr und wurden durch einen Hinweis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ausgelöst. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand wird von einem Gesamtschaden in Höhe von 113 Millionen Euro ausgegangen“, erklärten die Behörden am Mittwoch in Erfurt.

Viele Durchsuchungen im Ausland

Durchsuchungen gab es demnach in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, der Schweiz, Litauen und Tschechien. In Deutschland liefen dabei Einsätze in Thüringen, Sachsen, Berlin, Brandenburg und Bayern. Auch Vermögen wurde beschlagnahmt. Ferner wurden laut Ermittlern sechs Verdächtige auf Basis bereits vorab beantragter Haftbefehle festgenommen. Wo die Beschuldigten gefasst wurden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei nicht mit. Weitere Details - etwa zur Zahl der Geschädigten - wurden ebenfalls nicht genannt.

Federführend geleitet wurden die Maßnahmen von den Ermittlern aus Thüringen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft des Schweizer Kantons Zürich. Auch die europäischen Polizei- und Justizbehörden Europol und Eurojust waren daran beteiligt. Die Bafin unterstützte die Ermittlungen gegen das mutmaßliche kriminelle Netzwerk laut Behörden „durch umfangreiche Zuarbeit“. Ermittelt wird gegen die Beschuldigten wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs.