In Anwesenheit vieler Beteiligter wird am Donnerstag der Abschluss Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Wirtsbuck in Gütenbach gefeiert. Symbolisch wird dabei das Band zu einer der Erschließungsstraßen durchschnitten. Mit dabei Bürgermeisterin Lisa Hengstler (Mitte), links davon Planer Peter Sackmann von Zink Ingenieure und rechts Markus Riesterer vom Träger der Erschließung Badenova-Konzept Foto: Stefan Heimpel

Jahrelang war die Erschließung diskutiert und wieder verworfen worden, erläuterte Bürgermeisterin Lisa Hengstler. Jetzt wurde nach rund fünf Jahren Planung und Bau der erste Abschnitt des Wirtsbucks erschlossen. Die Gemeinde kann wachsen.

Hengstler bezeichnete dieses Neubaugebiet als einen Meilenstein für die weitere Entwicklung von Gütenbach. Endgültig ermöglicht wurde dies nur durch das gesetzliche Umlegungsverfahren. Eine Umlegung ist ein förmliches Grundstücksflächen-Tauschverfahren, das im Baugesetzbuch geregelt ist. Ziel ist es, dass die neu geformten Grundstücke entsprechend dem Bebauungsplan bebaut werden können.

 

In diesem ersten Abschnitt wurden 19 Grundstücke erschlossen. Drei davon blieben auf Wunsch der Eigentümer im Privatbesitz und können von diesen selbst bebaut werden. Die übrigen 16 voll erschlossenen Bauplätze im Besitz der Gemeinde werden durch den Erschließungsträger Badenova-Konzept vermarktet.

Hengstlers Vision

Die Bürgermeisterin hob die zuverlässige und kompetente Abwicklung des Projekts hervor. Es sei ihre Vision, so Hengstler, dass man diese Erschließung noch weiter vorantreibe, auch wenn, wie im Pfarrdobel, die Bebauung erst nach und nach erfolge. Ziel sei es, ein Umfeld zu schaffen, damit die Gemeinde weiter wachsen könne.

Markus Riesterer vom Erschließungsträger Badenova-Konzept dankte der Gemeinde für das Vertrauen, dieses Gebiet gemeinsam zu erschließen. Er machte dabei deutlich, dass dieses Unternehmen, getragen vom Energieversorger Badenova und den Sparkassen, speziell Erschließungsmaßnahmen im Auftrag von Kommunen durchführe. Auch er hob die Bedeutung des Umlegungsverfahren für die erfolgreiche Erschließung hervor.

Ein Schub nach vorne

Er sei überzeugt, dass das neue Baugebiet die Gemeinde nach vorne bringe, auch wenn man mit steigenden Zinsen und nicht zuletzt mit viel Bürokratie zu kämpfen habe.

Diplom-Ingenieur Peter Sackmann von Zink Ingenieure stellte die sehr komplexe Planung vor. Vor allem das wechselnde Höhenprofil mit Höhenunterschieden bis zu 14 Meter sei eine Herausforderung.

Vermessung mit Drohnen

Auch hier werde die Digitalisierung deutlich, denn die Vermessung für die erste Planung erfolgt über Drohnen, die das Gelände auf wenige Zentimeter genau erfassen können. Daraus werden dann Modelle erstellt und die Planer können versuchen, eine sinnvolle und praktikable Erschließung durchzuführen.

1000 Lastwagen-Ladungen Erde

Allein die Höhendifferenz sorgte dafür, dass rund 1000 Lastwagen-Ladungen Erde bewegt werden mussten. Ganz wesentlich für die Badenova-Konzept seien dabei drei Kriterien: die Nachhaltigkeit, das kostenoptimierte Bauen sowie Ökologie und Ökonomie, denn das neue Gebiet wurde direkt in die bestehende Bebauung eingefügt. Es findet also keine Zersiedelung der Landschaft statt.

Ein besonderes Lob hatte Peter Sackmann für die Bauunternehmung Hermann und Baggerbetrieb Ensch parat, die bei dieser schwierigen Topographie Spitzenleistung erbracht hätten. Zur Erinnerung hatte er für jeden einen Lageplan des neuen Geländes in Form eines Etiketts auf einer Weinflasche mitgebracht. Zum Abschluss wurde symbolisch ein Band zu einer der Erschließungsstraßen durchschnitten und damit das neue Baugebiet freigegeben.