Bandscheibenvorfälle haben vielfältige Auslöser. Nun hat die Helios Klinik in Rottweil ein neues Verfahren zur Behandlung. So verlief die erste endoskopische Bandscheibenoperation.
Über einen nur fünf Millimeter kleinen Hautschnitt wurde Maria aus Rottweil erstmals minimalinvasiv an der Bandscheibe operiert – ein Novum in der Helios Klinik Rottweil. Das neue Verfahren ermöglichte ihr eine schnelle Rückkehr in den Alltag, heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik.
Maria litt unter starken Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die bis ins Bein ausstrahlten und ihre Beweglichkeit deutlich beeinträchtigten. „Selbst einfache Dinge waren vor Schmerzen kaum noch möglich“, erzählt die 30-jährige Mutter eines einjährigen Kindes. Die Untersuchungen zeigten einen Bandscheibenvorfall, teilt die Klinik mit. Ein Teil ihrer Bandscheibe hatte sich gelöst, ein sogenannter Sequester, und drückte auf eine Nervenwurzel. Konservative Maßnahmen wie Physio- und Schmerztherapie brachten keine ausreichende Besserung, daher wurde eine Operation notwendig, heißt es weiter.
Endoskop kaum größer als ein Kugelschreiber
Der Eingriff wurde minimalinvasiv mit einem speziellen Endoskop durchgeführt, das kaum größer als ein Kugelschreiber sei. Über einen fünf Millimeter großen Hautschnitt entfernten die Ärzte den betroffenen Teil der Bandscheibe, die umliegende Muskulatur blieb dabei weitgehend unberührt. „Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dieses Verfahren in der Regel weniger Gewebetrauma, geringere postoperative Schmerzen und eine schnellere Erholung“, erklärt Elhassan Abdelmonem, Oberarzt der Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie an der Helios Klinik Rottweil.
Maria ergänzt: „Das Wichtigste war für mich, schnell wieder für mein Kind da zu sein. Die Unterstützung der Ärzte war ein großer Teil meiner Genesung. Sie haben mir nicht nur bei meinen gesundheitlichen Problemen geholfen, sondern mich auch psychologisch unterstützt. Ich bin dem gesamten Team der Klinik dankbar, dass alles so gut geklappt hat.“
Bislang nur in spezialisierten Zentren durchgeführt
Die vollendoskopische, minimalinvasive Bandscheibenoperation gehöre zu den modernen Verfahren der Wirbelsäulenchirurgie und werde bislang nur in spezialisierten Zentren durchgeführt, erklärt Pressesprecherin Julia Stapel in ihrer Mitteilung. Elhassan Abdelmonem war bei dem Eingriff Hauptoperateur und sei für diese Technik speziell qualifiziert.
Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn sich ein Teil der Bandscheibe löst oder austritt. Dieses Gewebe kann auf Nerven drücken und Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle auslösen – häufig mit Ausstrahlung in das Bein. Die Ursachen seien vielfältig: mechanische Belastungen, genetische Veranlagung oder ungünstige Bewegungsmuster im Alltag. Dazu zählen etwa langes Sitzen, häufiges Heben schwerer Lasten oder ruckartige Bewegungen, die die Wirbelsäule stark belasten. Auch Übergewicht oder fehlende Rückenmuskulatur könnten das Risiko erhöhen. Deshalb seien Bandscheibenvorfälle nicht nur ein Problem älterer Menschen, auch junge Menschen könnten betroffen sein
Wirbelsäulenchirurgie wird weiterentwickelt
Die Operation sei ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der Wirbelsäulenchirurgie an den Standorten Rottweil und Überlingen, heißt es weiter. Unter der Leitung von Markus Kröber arbeitet das Team der Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie kontinuierlich daran, moderne minimalinvasive Techniken zu etablieren, um Eingriffe möglichst gewebeschonend durchzuführen und die Erholung der Patienten zu beschleunigen.