Der SV Schönbronn ist Herbstmeister der Staffel 2 der Kreisliga A – und damit nah dran am ersten Bezirksliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte.
Knapp 20 Jahre ist es her, da hatte der SV Schönbronn noch den Ruf, die Schießbude der Kreisliga B zu sein. Zuletzt bebeendete er dort die Saison 2007/08 mit nur acht Punkten auf dem letzten Tabellenplatz – hinter dem SV Pfrondorf/Mindersbach, dem TSV Haiterbach II, Makedonikos Nagold und dem FC Iselshausen. Doch diese Zeiten sind nun endgültig vorbei, denn der SV Schönbronn geht mit einem satten Vorsprung von sechs Punkten auf den TSV Simmersfeld als Spitzenreiter der Staffel 2 der Kreisliga A in die Winterpause. Der erste Bezirksliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte scheint nicht mehr weit entfernt.
„Ich hätte nicht mit so einem Erfolg gerechnet“, räumt Frank Rathfelder ein. Der Leiter der Fußball-Abteilung des SV Schönbronn ging vor Saisonbeginn zwar schon mit einem Platz im oberen Tabellendrittel aus, aber: „Als Aufsteiger ist der Nichtabstieg für uns das erste Ziel.“ Der allerdings dürfte in Anbetracht der bereits gesammelten 36 Punkte aber selbst bei einem völligen Einbruch nach der Winterpause schon in trockenen Tücher sein.
Gegner haben einen Plan
Maßgeblich verantwortlich für den Erfolg macht Rathfelder das neue Trainer-Trio Jens Schaible, Marius Bürkle und Tobias Essig. Alle drei haben eine Schönbronner Vergangenheit, spielten zuletzt jedoch bei anderen Vereinen in höheren Ligen – Essig Landesliga beim VfL Nagold, Bürkle Landesliga bei den SF Gechingen und Schaible Bezirksliga beim SV Gültlingen. Rathfelder unterstreicht: „Jeder unserer Spieler hat Spaß am Training. Das Training ist immer gut besucht. Unsere drei neuen Trainer machen das wirklich exzellent. Wem das keinen Spaß macht, der hat die falsche Sportart.“ Und genau dieses Training steigere die Qualität des Kaders entscheidend. „Viele Spieler haben einen großen Schritt nach vorne gemacht“, betont der Abteilungsleiter, wenngleich er sagt: „Man merkt, dass unsere Gegner jetzt einen Plan für uns haben. Wir werden als Aufsteiger nicht unterschätzt.“
Testspiele stehen schon fest
Nach dem 3:2-Sieg in Altensteig und dem deutlichen 5:0 gegen die SF Gechingen II sollte das Pflichtspieljahr 2025 für den SV Schönbronn eigentlich mit dem Derby gegen den VfB Effringen enden, das jedoch abgesagt wurde. Damit ging der formstarke Tabellenführer früher in die Winterpause als erwartet. In der stehen mit Neubulach und Nagold zunächst zwei Hallenturniere auf dem Plan. „Wir haben das Verletzungsrisiko in der Halle auf dem Schirm und wollen daher nur an zwei Turniere teilnehmen – aber dafür an guten“, sagt Rathfelder. Ebenfalls im Kalender stehen bereits Testspiele beim FC Gärtringen (20. Februar), VfL Nagold (22. Februar) und bei den SF Gechingen (1. März).
Auf dem Schönbronner Weg
Und natürlich dient die Winterpause auch zur Weichenstellung für die kommende Saison. Spielt die Bezirksliga in den Schönbronner Überlegungen eine Rolle? „Wir planen zweigleisig. Als sportliche Führung haben wir gesagt: Das müssen wir mitnehmen“, macht Rathfelder deutlich. Das Umfeld sei regelrecht begeistert von dem in der Form noch nie dagewesenen Erfolg beim SV Schönbronn und auch von anderen Vereinen komme positives Feedback. Rathfelder sieht darin eine gute Gelegenheit, den Verein auch strukturell weiterzuentwickeln und beispielsweise neue Sponsoren zu gewinnen. Eines ist für den Abteilungsleiter aber klar: „Den Schönbronner Weg verlassen wir auf gar keinen Fall. Wir werden keine Spieler mit Bezirksliga-Erfahrung holen, die viel Geld kosten und keine Verbundenheit zu unserem Verein haben.“