Zwischen Stauffenbergschloss und Kirche St. Johannes der Täufer geht vom 1. Dezember bis zum 5. Januar der „Erste Lautlinger Winterzauber“ über die Bühne. Am Sonntag ist er eröffnet worden.
Wenn mit Einbruch der Dunkelheit Hunderte von Lichtern auf dem Schlossareal zu leuchten beginnen, entsteht schon eine ganz besondere Atmosphäre.
Doch in diesem Jahr ist etwas anders als sonst; es kommt noch etwas hinzu: Auf Anregung ihres Ortschaftsrats haben die Lautlinger rings um das Schloss- und Kirchenareal eine Vielzahl weihnachtlicher Stationen geschaffen, die jetzt darauf warten, entdeckt und bestaunt zu werden.
Wohlgemerkt von Spaziergängern jeden Alters – wer wollte behaupten, fliegende Engel, gebastelte Sterne, beleuchtete Laternen, ein auf einer Bank wartender lebensgroßer Weihnachtsmann oder aus dem Dickicht der Tannenzweige hervorlugende freche, rote Wichtelmützen seien nur etwas für Kinder? Angesichts der liebevoll dekorierten Stationen muss allen Passanten das Herz aufgehen, ob sie nun jung oder alt sind.
Feierlicher Auftakt des ersten Lautlinger Winterzaubers war ein vorweihnachtliches Eröffnungskonzert, das die Musikkapelle Frohsinn Lautlingen unter der Leitung von Michael Bach am ersten Advent in der Kirche St. Johannes der Täufer gab. Inmitten des in funkelndem Licht erstrahlenden neobarocken Kirchenschiffs, auf deren großem Adventskranz die erste Kerze brannte, gaben Bach und seine Musiker ein besonderes Programm zu Besten, das einerseits zu Besinnung und Einkehr einlud, andererseits spannende Brücken zwischen den Genres schlug.
Den Anfang machten die Jugendkapelle und die sanfte, verträumte Melodie von „Irish Dream“; ihr folgte die Filmmusik des tschechischen Märchenfilmklassikers „Drei Nüsse für Aschenbrödel“, die seit dessen Erstausstrahlung am 26. Dezember 1975 unverzichtbar Bestandteil des weihnachtlichen Musikrepertoires ist.
Märchen mit magischer Anziehungskraft
Doch damit nicht genug: Der niederländische Komponist Kees Vlak hat mit „Cinderella“ eine weitere Vertonung des in zahllosen Varianten über ganz Europa verbreiteten Märchens geschaffen, das immer noch eine magische Anziehungskraft ausübt; Daniela Buck erzählte dazu die Geschichte von dem Mädchen, das gegen sein schweres Schicksal aufbegehrt und am Ende sein Glück findet.
Mit der Ouvertüre „Black Forest Fantasie“ und dem Gospel „Rock My Soul“ verabschiedeten sich der musikalische Nachwuchs unter rauschendem Beifall ; im Anschluss daran griff die Musikkapelle das Märchenthema noch einmal auf, und zwar mit der lieblichen Filmmusik „Cinderella’s Dance“.
Ihr ließ sie die dramatische Ouvertüre „Invicta“ von James Swearingen, den emotionalen Lobgesang „Hallelujah“ und das vielleicht beliebteste neuere deutsche Kirchenlied folgen, Siegfried Fietz’ Vertonung von Dietrich Bonhoeffers Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ – von Martin Scharnagel fürs Blasorchester arrangiert, rief sie auch diesmal ein Gänsehautgefühl hervor und war der Höhepunkt des zweiten Konzertteils. Bonhoeffers Botschaft ist zeitlos: Wer auf Gott vertraut, darf hoffen und zuversichtlich sein – unabhängig von allen Wechselfällen des Schicksals und den unsicheren Zeitläuften.
Mit dem gemeinsam gesungenen alten Volkslied „O Tannenbaum“ ging eine besondere Stunde zu Ende. Das Veranstaltungsprogramm des ersten Lautlinger Winterzaubers geht am Freitag, 6. Dezember, weitere, und zwar vor dem Rathaus: Der Lautlinger Ortschaftsrat lädt zum geselligen Miteinander bei Roten Würsten, Glühwein und Punsch ein.