Der Freudenstädter Wintersportverein Stokinger lebt von der Hoffnung und lässt sich auch vom Klimawandel nicht beirren.
Auch im fünften Jahr ohne Liftbetrieb will der Wintersportverein Stokinger nicht aufgeben. Man denke zwar, laut den Worten des Vorsitzenden Erhard Anger, immer wieder mal übers Aufhören nach, komme dann aber zu anderen Entscheidungen. „Wir sind erst wieder glücklich, wenn der Stokingerhang weiß ist“, sagt Anger.
Das war der Hang zwar für ein paar Tage Ende November, die Schneehöhe von knapp zehn Zentimetern reichte jedoch für einen Liftbetrieb nicht aus. „Dafür tummelten sich am Wochenende über 100 Kinder mit ihren Schlitten am Stokinger. Das zeigt uns, dass der Hang nach wie vor gefragt ist, dass viele Menschen darauf warten, dort wieder Skifahren zu können. Sobald es Schnee hat, wird der Hang gestürmt“, erklärte Anger.
Also rückte die knapp 15-köpfige Vorstandsriege dieser Tage einmal mehr zum „Aufbügeln“ aus. In einem halbtägigen Arbeitseinsatz präparierte der Vorstand den Hang für den winterlichen Skibetrieb. „Wenn es genug Schnee gibt, stehen wir innerhalb eines Tages parat den Lift anzuwerfen“, versichert der langjährige Vorsitzende im Gespräch mit unserer Redaktion.
Der Klimawandel macht auch Skiliften in höheren Lagen zu Schaffen
Dabei sei sich der Vorstand über die Folgen des Klimawandels durchaus im Klaren, zumal die Skilifte in höheren Lagen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hätten, erklärte Anger. Die Hoffnungen der Wintersportler konzentrieren sich dennoch auf einen Winter, der endlich mal mit frostigen Temperaturen und einer genügend hohen Schneedecke für ein paar Tage Liftbetrieb beschert.
Im Übrigen sehe der Vorstand keinen Grund, den Skihang aufzugeben. „Da steckt so viel Herzblut, da stecken so hohe Investitionen drinnen. Der Hang steht tipptopp da, warum sollten wir dann Schluss machen?“, fragt Anger. Er sei bereit, so lange weiter zu machen, bis die Mehrheit der Mitglieder etwas anderes beschließt.
Konstante Mitgliederzahlen und gedeckte Kosten: Die Stimmung im Verein ist gut
Doch die scheinen der gleichen Meinung zu sein wie der Stokinger-Vorstand. Die Zahl der Mitglieder liegt seit Jahren konstant bei etwa 450 Frauen und Männern. Doch auch ohne die Einnahmen aus dem Liftbetrieb müsse der Verein, laut Anger, nicht am Hungertuch nagen, die Mitgliedsbeiträge deckten die jährlichen Unkosten. „Die Stimmung im Verein ist gut“, so Anger.
Dies bestätigte sich auch bei den Wahlen während der Hauptversammlung kürzlich in der Loipenhütte am Lauferbrunnen. Dabei wurde die Vereinsspitze mit Erhard Anger, Hermann John, Schriftführer Matthias Greb und Sportwart Günter Braun bestätigt. Neu hinzu kam Jürgen Forster, der ab sofort Alexander Schmid als Kassierer ablöst.