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Wintersport Wasalauf in Schweden ist das große Ziel

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Gemeinsam sind sie bei Marathonrennen erfolgreich: Moritz (links) und Benjamin Waidelich. Foto: Waidelich

Platz eins und zwei: Die Brüder Moritz und Benjamin Waidelich vom Ski-Club Enzklösterle haben Anfang März beim traditionellen Skimarathon Ganghoferlauf der Konkurrenz die Hacken gezeigt. Doch die beiden streben noch nach mehr.

Über 25 Kilometer in der klassischen Technik düpierten die Brüder beim großen Skimarathon im Leutaschtal in Tirol die internationale Konkurrenz. "Da haben wir unser taktisches Potenzial voll ausgespielt", sagt der jüngere der beiden, der 25-jährige Moritz Waidelich und meint lachend: "Dabei hatte ich eigentlich nur ein Ziel: Meinen Bruder zu schlagen". Der nahm den zweiten Platz mit Humor und sagte nur trocken: "Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass mein Bruder meist vor mir ins Ziel kommt". Denn besonders erfolgreich sind die beiden, wenn sie gemeinsame Sache machen – wie eben beim Ganghoferlauf in Tirol.

Knapp fünf Kilometer vor dem Ziel waren beide in der Spitzengruppe mit rund 20 Läufer noch vorn dabei. Doch der 27-jährige Benjamin Waidelich hatte da schon seine Schwierigkeiten, zu folgen. "Am Berg musste ich immer wieder abreißen lassen", sagt er. Er glaubte nicht mehr wirklich an eine Siegchance. Ganz anders sein Bruder Moritz: "Ich habe gemerkt, ich bin einer der stärksten".

Deswegen entschlossen sich die Brüder zu einem taktischen Manöver und setzten alles auf eine Karte. Moritz griff an, während sich Benjamin an die Spitze der Gruppe setzte und das Tempo ein wenig verschleppte. Die relativ frühe Attacke von Moritz Waidelich überraschte die Konkurrenz, denn normalerweise hält er sich bis zum Schluss zurück und versucht als starker Sprinter die Rennen erst auf den letzten Metern zu entscheiden. Die Rechnung ging jedoch auf und der jüngere Bruder konnte sich so wichtige Sekunden Vorsprung herauslaufen.

Benjamin versteckte sich anschließend wieder in der Gruppe und ließ die Konkurrenten arbeiten. Für Moritz Waidelich folgten nach seiner Attacke noch vier anstrengende Kilometer. Zuerst führte die Strecke durch den Wald und er konnte seinen Vorsprung halten. Als jedoch die Bäume endeten, pfiff ihm der Wind auf freier Fläche nur so um die Ohren. "Bis kurz vor der Ziellinie habe ich eigentlich noch gedacht, dass mich die Gruppe wieder einholt", erzählt der 25-Jährige. Mit letzter Kraft rettete er sich aber noch ins Ziel und feierte seinen Sieg und das gelungene Manöver mit seinem Bruder, der sich auf den letzten Metern von der Gruppe absetzen konnte und sogar noch als Zweiter ins Ziel kam.

"Das war der goldene Abschluss unseres Winters", freut sich Moritz. "Im Marathonbereich gehören wir inzwischen schon zur deutschen Spitze", sagt Benjamin Waidelich stolz, was die weiteren Top-Ten-Platzierungen in internationalen Rennen, wie der Tour de Ramsau oder dem Drei-Täler-Lauf am Achensee, zeigen. Beide Veranstaltungen gehören – wie der Ganghoferlauf auch – zur sogenannten Euroloppet-Serie, eine Reihe von Langlauf-Marathonrennen in ganz Europa.

Im Stau gestanden

Doch bei diesen beachtlichen Erfolgen soll es nicht bleiben. Der große Traum der beiden Brüder ist die Teilnahme und das gute Abschneiden bei den ganz großen Rennen der Worldloppet-Serie, bei denen auch regelmäßig Welt-Cup-Langläufer an den Start gehen. Bekanntestes Rennen und Ziel der Brüder ist der Wasalauf in Schweden mit mehr als 15 000 Teilnehmern.

Einen Vorgeschmack auf diese ruhmreichen, großen Rennen bekamen die beiden schon diesen Winter. Am 1. Februar starteten sie beim Volkslanglauf Toblach–Cortina in Norditalien, der zu einer weiteren angesehenen Rennserie, den Ski Classics, gehört. Mehr als 1700 Athleten waren dort über die 42-Kilometer-Distanz am Start. In der zweiten Startgruppe, ungefähr an Position 300 gestartet, hieß es am Anfang für die beiden Brüder aber erst einmal warten. Bei nur zehn Spuren bildete sich schnell ein Stau. Und trotzdem liefen beide noch in die Top 100. Moritz wurde als 76. mit einer Zeit von 1:54:18.35 Stunden bester Deutscher, Benjamin schaffte es auf Rang 98. "Wenn man da nicht in der ersten Startgruppe dabei ist, hat man keine Chance, ganz vorne anzukommen", sagt Moritz. Diese vorderen Startplätze sind aber für die Profi-Teams, meist aus Skandinavien, vorbehalten. Dort hat Langlauf auch auf der Marathondistanz einen sehr hohen Stellenwert und zieht zahlungskräftige Sponsoren an, die die Teams und Läufer unterstützen.

Von diesen professionellen Strukturen können die beiden Brüder nur träumen, doch auch bei ihnen ist intensives Training die Voraussetzung, um erfolgreich zu sein. Das wurde in den vergangenen Jahren aber immer mehr zum Problem – aufgrund der Schneebedingungen. In und um Enzklösterle ist an regelmäßiges Training nicht mehr zu denken, viel zu wenig Schnee gibt es dort. "Auf dem Kaltenbronn konnten wir in diesem Winter nur drei Mal laufen", sagt Benjamin Waidelich. Auch auf dem eigentlich sehr schneesicheren Kniebis gaben die Bedingungen nur fünf Trainingseinheiten her. Um dennoch in Form zu bleiben, müssen die Brüder noch größere Mühen auf sich nehmen. Mehr als zehn Mal fuhren sie auf den Feldberg zum Training.

Für ihren großen Traum nehmen die beiden aber auch das in Kauf.

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 130891

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