Ramono Böttinger kam am Ahornbühl mit den schwierigen Bedingungen gut zurecht. Foto: Achberg

Ski alpin Gechingerin verteidigt bei den Landesmeisterschaften ihren Titel im Riesenslalom.

Erfolgreicher Spagat zwischen Universität und Skipiste: Ramona Böttinger aus Gechingen holt Gold und Bronze bei den Landesmeisterschaften am Ahornbühl in Todtnau-Fahl.

Das Wetter brachte alles mit: Schnee, Regen und vor allem Sturm und Nebel – alles keine idealen Voraussetzungen für den alpinen Rennsport. Der Riesenslalom der baden-württembergischen Landesmeisterschaften wurde zudem auf der gefürchteten World-Cup-Strecke ausgetragen. Auf dieser schwarzen Piste wurden bis 2000 noch Weltcup-Rennen gefahren. Knapp 100 Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg reisten an. Der Riesenslalom wurde mit 35 Toren bespickt, die höchst anspruchsvolle und kupierte Strecke hatte es in sich. Der Start lag auf 1345 Meter Höhe und das Ziel auf 1115 Metern. Es galt eine Höhendifferenz von 230 Metern erfolgreich zu überwinden und vor allem perfekt die Einfahrt ins Kanonenrohr zu treffen.

Ramona Böttinger, die für den DAV Neu-Ulm startet, war mit Startnummer 8 an der Reihe. Für die Titelverteidigerin galt es, erneut die baden-württembergische Meisterschaft mit nach Hause zu nehmen. Allerdings: Die Gechingerin musste in dieser Saison ihr Training um 90 Prozent aufgrund ihres Medizinstudiums reduzieren. Trotz dieses Handicaps hatte sie sich einiges vorgenommen und lag nach dem ersten Lauf auf dem aussichtsreichen zweiten Platz. Der zweite Durchgang wurde ab Platz 15 in umgekehrter Reihenfolge gestartet und Böttinger wusste, dass nur ein fehlerfreier Lauf und volle Attacke sie ans Ziel bringt. Klar war für sie, dass sich das Rennen im Kanonenrohr entscheidet. Konzentriert ging sie an den Start, zog einen perfekten, gefühlvollen Lauf herunter und fuhr die Schlüsselstelle im Kanonenrohr ideal. Somit gewann Böttinger die Landesmeisterschaft im Riesenslalom bei widrigen Wetterverhältnisse vor Bianca Kühn vom SAG Göppingen und Sabrina Kienzler vom SC Urach. Ein Drittel der Rennläufer schied aus. Insgesamt holte sich die Gechingerin diese Landesmeisterschaft im Riesenslalom zum fünften Mal. Als tagesschnellste Frau nahm sie zudem erneut den Wanderpokal mit nach Hause.

Bei ebenfalls widrigen Wetterverhältnissen fand der Slalom der Landesmeisterschaften statt. Es galt, 55 Tore erfolgreich zu bewältigen. Die Piste war extrem weich. Mit Startnummer 5 lag Böttinger nach dem ersten Durchgang auf dem dritten Rang. Der zweite Durchgang war aufgrund dieser weichen Piste extrem ausgefahren. Der Gechingerin gelang im letzten Drittel jedoch kein perfekter Lauf, so dass sie sich mit Bronze zufrieden geben musste. Die Hälfte der Rennläufer schied bei den schwierigen Bedingungen aus.

Zuletzt ging Böttinger noch bei internationalen FIS-Rennen am Götschen und in Lenggries an den Start. Sie erreichte bei der deutschen Juniorenmeisterschaft Rang fünf und beim FIS-Rennen in Lenggries die Plätze neun und zwölf im Slalom.