Nach dem dritten Platz im Slalom stand Andrea Rothfuss gestern auf dem Siegertreppchen der WM 2019. Foto: Ralf Kuckuck/DBS-Akademie

Para Ski alpin: Titelverteidigerin von VSG Mitteltal-Obertal holt erste Medaille in Slowenien.

Den ersten Rückschlag nach dem Sturz im Riesenslalom weggesteckt hat Andrea Rothfuss bei den derzeit laufenden alpinen Para-Skiweltmeisterschaften in Kranjska Gora. Mit Platz drei im Slalom hat die Starterin von der VSG Mitteltal-Obertal ihr erstes WM-Ziel erreicht.

Noch nicht ganz erklären konnte sich die 29-Jährige das Ausscheiden in ihrer eigentlichen Paradedisziplin, als sie im zweiten Durchgang klar auf dem zweiten Platz liegend kurz vor der Einfahrt in den Zielhang beim Ansatz eines Linksschwungs vermutlich auf einer kleinen Unebenheit oder in einer Mulde plötzlich geradeaus fuhr und ausscheiden musste. "Das ging so schnell, ich habe keine Ahnung, wie das genau passieren und ich das plötzlich das Gleichgewicht verlieren konnte", so die gebürtige Loßburgerin. Allerdings hatte sie Glück im Unglück, denn beim anschließenden Sturz hätte durchaus mehr passieren können, als nur eine Verletzung am Daumen. "Vermutlich ist es eine Kapselverletzung, aber den Skistock kann ich halten und besonders behindern sollte mich die Verletzung nicht."

Der optimistischen Voraussage ließ Andrea Rothfuss gestern gleich Taten folgen. Zwar wurde sie im ersten Durchgang der stehenden Frauenklasse zunächst nur mit der viertbesten Zwischenzeit im oberen Teil des Kurses gestoppt, verbesserte sich aber im Verlauf des Rennens kontinuierlich und ließ mit 1:06,84 min schließlich als Zweite hinter der einmal mehr überragenden Marie Bochet (1:03,24 min) die zunächst vor ihr liegenden Kanadierinnen Alana Ramsay (1:07,99) und Frederique Turgeon (1:08,89) deutlich hinter sich.

Den Kampf um die Medaillen eröffnete die bei der Weltcup-Generalprobe in Zabreb im Slalom in Abwesenheit von Marie Bochet und Andrea Rothfuss zweimal siegreiche Kanadierin Frederique Turgeon. Die WM-Debütantin erwischte eine gute Linie, leistete sich keinen erkennbaren Ausrutscher und überholte mit der letztlich zweitschnellsten Zeit des zweiten Durchgangs ihre nachfolgende Landsfrau Alana Ramsay um acht Zehntelsekunden.

Dann folgte der Auftritt von Andrea Rothfuss, die zunächst einen flüssigen Lauf hinlegte, sich kurz vor der ersten Zwischenzeit aber einen größeren Fehler erlaubte, der in dieser flacher werdenden Passage viel Zeit kostete. Im Zielhang sah es wieder besser aus und die Silbermedaille schien nahe, doch am zweitletzten Tor folgte noch ein weiterer kurzer Steher und Platz zwei war mit einer Gesamtzeit von 2:14,08 min gegenüber den 2:13,84 min der überglücklichen WM-Debütantin für die Titelverteidigerin verloren.

"Ich wäre fast wieder ausgeschieden, das hat Zeit gekostet, so dass ich zwischendurch gar nicht mehr mit einer Medaille gerechnet hatte", so Andrea Rothfuss. "Nach dem Sturz im Riesenslalom ist das grandios und ich bin mit Bronze sehr happy. In den nächsten Rennen werde ich voll angreifen und möchte noch die eine oder andere Medaille holen."

Den Sieg sicherte sich einmal mehr mit Bestzeiten in beiden Läufen Marie Bochet (2:03,35).

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