Auch auf dem Oberwolfacher Schwarzenbruch gab es einen Skilift. Damals galt er als das Mekka der Ski-Abfahrer und es wurden sogar Meisterschaften des Schwarzwaldvereins dort ausgetragen. Foto: Haas

Zahlreiche Rodelhänge rund um Oberwolfach. "Lehmes Langmatt" ist noch heute beliebt. 

Die Ski- und Schlittenhänge um den Ortsteil Kirche sind durch die Bebauung in den vergangenen Jahrzehnten rar geworden. Bis in die Gegenwart hat sich allerdings "Lehmes Langmatt" im Mitteltal gehalten.

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Oberwolfach - Dort tummelte sich am Wochenende immerhin gut ein Dutzend jugendlicher Schlittenfahrer. Vor allem die Kinder vom Mühlengrün freuen sich über die Gelegenheit, nach einem kurzen Anmarsch mit ihren Kunststoffschlitten und den Plastiktellern das Schneevergnügen genießen zu können. Für die Skifahrer, die früher am Waldrand starteten, ist das Angebot allerdings nicht mehr reizvoll.

Winterlandschaft im hinteren Frohnbach

Beliebte Hänge zum Schlittenfahren waren früher der Müllerrain und der Kirchberg. Der Kirchberg erwies sich zugleich auch ideal für das Schlittenfahren. In den schneereichen Wintern war ursprünglich auch das "Lot" im Gewann Matten als Skihang beliebt. Wollte man allerdings eine richtige Winterlandschaft erleben, wurde zum Bergbauernhof im hinteren Frohnbach aufgestiegen.

Der Skifan Egon Rauber, der auch die Skiabteilung im Schwarzwaldverein ins Leben rief, schwärmte von den "Brenneisen"-Skiern, die in der Vorkriegszeit noch das "Non-Plus-Ultra" bezüglich Skiausrüstung bedeuteten. Der Wolfacher Ski-Hersteller versorgte auch die skibegeisterten Oberwolfacher.

Aber auch im Gelbach wurde eifrig Ski gelaufen. Da waren in unmittelbarer Nähe des Bühlbauernhofs die Söhne des Hofbauern am Hang anzutreffen. Man hat sich dort auch bald mit einem bescheidenen Lift beholfen.

Ab 1968 bis in die 1990er-Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde der Schwarzenbruch zum Mekka der Ski-Abfahrer. Dort wurden, nachdem Egon Rauber, Hermesbauer Leopold Schillinger, zum Liftbau überredet hatte, sogar erste Meisterschaften innerhalb des Schwarzwaldvereins ausgetragen.

Auf den vorderen Plätzen waren meist Lokalmatador Heinz Gewald, der vom Schwarzenbruch stammende Ali Schillinger, Theo Feger, Hubert Bonath, Otto Himmelsbach, Helmut Müller oder die "Hermebuebe" anzutreffen.

Mit dem Auto geht es hoch zum Start

Extremste Piste war die Abfahrt von "Haase" bis hinunter zum Gasthaus Engel mit dem Schanzen über das Sträßchen zum Roßkopfer. Die Akteure wurden dabei mit dem Auto zum Starten hochgefahren. Die Siegerehrung fand anschließend im "Engel" statt. Heinz Gewald kümmerte sich als DSV-Skilehrer auch viele Jahre um den Nachwuchs, ehe Raimund Schillinger für ihn bis in die neuere Zeit in die Bresche sprang.

Bis auf einen Unfall von Hubert Bonath, der nach einem Aufprall auf einen Apfelbaum mit Weidezaun-Haken mit Blaulicht in die Uniklinik nach Freiburg gefahren werden musste, kam es zu keinen schweren Unfällen. Auch Hubert Bonath stand bald wieder auf den Bretter, auch wenn man die Narbe über den Nase zeitlebens sehen konnte.

Die Damen führten zwischen 1965 bis nach 1980 regelmäßig in noch schneesicheren Wintern Slalomrennen durch. Dabei dominierten neben Ilse und Martina Rauber auch Edeltraud Gewald, Rita Feger sowie Dorothea und Susi Schoch.

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