Zwei kürzlich entstandene Weiher bei Mühlheim werden zur Eissport-Arena – zum Missfallen des Besitzers. Und auch der Biber könnte sich daran stören.
Bei kalten Temperaturen im Schnee toben oder mit sportlicher Geschwindigkeit auf Kufen übers Eis gleiten – das wünschen sich viele Wintersportler. Bei dem winterlichen Wetter ab Weihnachten ist jedenfalls Zweiteres bei dem zugefrorenen Biber-Weiher unterhalb des Weiherhofs geschehen.
„Von heute auf morgen wurde das hier zur Eissport-Arena“, erinnert sich Landwirt Wilhelm König, auf dessen Areal der pelzige Nager durch seine Bautätigkeit zwei Wasserflächen geschaffen hat, die bei Minusgraden eben zu einer glatten Fläche erstarrten. Denn dass zwischen Dezember und Januar wohl ordentlich was los war, ist am Vormittag des 13. Januars jedenfalls immer noch gut zu erkennen.
Gefahr in der Mitte des Weihers
Dem geselligen Treiben kann er nicht viel Positives abgewinnen. „Eine Frau ist bis zu den Oberschenkeln eingebrochen“, kommt er auf einen Zwischenfall zu sprechen. Da stelle er sich natürlich die Frage: Wenn was passiert – müsste er dann für ein stattgefundenes Unglück haften?
„Quer durch die beiden Weiher verläuft ein ehemaliger Entwässerungsgraben, da beträgt die Wassertiefe bis zu zwei Meter“, verdeutlicht er die Gefahren. Und gerade dort, in der Mitte des Gewässers, könne die Eisdecke durch die stattfindende Fließgeschwindigkeit des Wassers auch am dünnsten sein, so seine Befürchtung.
Besucher der Biber-Burg
„Muss ich da jetzt Schilder mit ‚Betreten verboten‘ aufstellen?“, fragt er sich. Denn dass zwischen Dezember und Januar wohl ordentlich was los war, ist immer noch gut zu erkennen. Königs Einschätzung nach habe jemand den gefallenen Schnee auf der Eisfläche extra Richtung Ufer geschoben, um möglichst viel freien Platz zum Eislaufen zu bekommen.
Aber nicht nur aufs Eis haben sich die zahlreichen Besucher gewagt. „Die Schneespuren zeigen, dass die Leute selbst auf der Biberburg herumgehopst sind“, sagt er. Der Biber staut Gewässer extra deswegen an, um durch den steigenden Pegel einen geschützten Zufluchtsort in seinem Bau zu haben.
Mit Auto ans Ufer
Welche Auswirkungen solche menschlichen „Sportaktivitäten“ auf das Tier, das zwar keinen richtigen Winterschlaf hält, aber trotzdem bis zu 20 Stunden des Tages im Bau verschläft und diesen nur noch zur Nahrungsaufnahme verlässt?
„Vielleicht hat das ja dazu geführt, dass er aus seiner Burg geflohen und gar nicht mehr da ist“, überlegt König. Doch das könne man mit Sicherheit erst im Frühjahr feststellen, wenn es neue Bauaktivitäten gebe – oder eben nicht.
Der Andrang wird ihm noch lange im Gedächtnis bleiben. „Ich hätte einen Stand neben dem Biberdamm aufmachen können“, nimmt er die Sache mit Humor. Denn direkt daneben seien die Wintersportler mit den Autos bis zum Ufer des Biber-Weihers gefahren, zeigen Spuren im Schnee.