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Wintersport Frühes Training macht den Meister

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Draußen, vor der Wilhelm-Münster Schule in Baiersbronn, kocht die Luft bei Abendtemperaturen von weit über 30 Grad. Etwas kühler geht es in der anliegenden Schulsporthalle zu – und dort trainiert Klaus Faißt mit den Nachwuchstalenten des SV Baiersbronn.

Ob in der Halle, im Skistadion Kniebies oder den Mattenschanzen im Bergergrund in Bad Griesbach, Klaus Faißts wöchentliches Training mit den Nachwuchstalenten des SV Baiersbronn variiert. Schwitzen ist für die in verschiedene Altersgruppen aufgeteilten Trainingsgruppen beim Hallentraining dennoch angesagt.

Fels in der Brandung

Was für den Betrachter so spielerisch aussieht, bedeutet für die Nachwuchssportler aber teils harte Arbeit. Denn: "Die Weichen für einen späteren Durchbruch, zum Beispiel in den Weltcup, werden schon früh gestellt", erläutert Klaus Faißt fachkundig. Zwischen sieben und zwölf Jahren lernen Kinder und Jugendliche am Schnellsten, resümiert der Baiersbronner Erfolgstrainer.

Nahezu alle Baiersbronner Wintersportler, die im Weltcup, bei Weltmeisterschaften oder Olympia gestartet sind, haben von früher Kindheit an bei Klaus Faißt trainiert. Und das Wort Klaus ist beim Training immer wieder ein geflügeltes Wort: Man spürt das große Vertrauen, das die Nachwuchsathleten in ihren Trainer haben. Mit seiner Ruhe und großen Erfahrung ist er für viele der Fels in der Brandung.

Fokus auf Grundausbildung

Punkt 18.30 Uhr spielt sich die Trainingsgruppe, deren Teilnehmer zwischen zehn und 14 Jahre alt sind, mit Ballspielen warm. Mit Begeisterung sind Lars Morlok, Aron Siegel, Janne Schmelzle, Toni Pojtinger sowie die zwei jungen Damen Alexandra Rothfuß und Katrin Fischer dabei. Normalerweise ist auch Nathalie Armbruster mit Elan bei der Sache, sie ist an diesem Tag allerdings verhindert.

Beim Hallentraining kommt es auf die Grundausbildung an. Gefragt sind die Koordination, die Sprungkraft und auch die turnerischen Elemente. Gymnastik und Dehnübungen stehen hoch im Kurs. Für Faißt ist all das das A und O für die Anfahrstellung auf der Schanze, wo wenige Zentimeter schon zu viel Luftwiderstand verursachen können. Beinahe gleichen die Übungen einer Artistik-Nummer: Abgehoben vom Trampolin wirbeln die Sportler mit Salti oder Schrauben durch die Luft. Das Ganze nicht zur Gaudi – nein: Durch diese Übungen wird das Körpergefühl in der Luft gestärkt. Denn Gefühl ist beim Skispringen allemal gefragt.

Trainer mit Herzblut

Klaus Faißt ist Trainer mit Herzblut. Bis er 23 Jahre alt war, war er selbst sportlich in der Nordischen Kombination aktiv. Im Langlauf trumpfte er immer auf, aber beim Skispringen habe es ab und an der Konstanz gefehlt, erinnert sich Faißt. Noch heute denkt er gerne an seine Starts in Schonach, am Holmenkollen, in Lake Placid, Lahti oder Leningrad zurück. Folgend begann Faißt im Alter von 24 Jahren als zweiter Trainerkandidat vom Deutschen Skiverband die Ausbildung zum Diplom-Trainer in Köln. Da war noch Pioniergeist dabei, erläutert der gebürtige Baiersbronner, der in seiner Jugend eine Lehre als Maschinenschlosser abgeschlossen hatte. Bei der Bundeswehr war er zwölf Jahre und erhielt dort eine Trainerstelle.

Doch damit nicht genug: Im Anschluss war Faißt zehn Jahre lang Internatsleiter für Schule und Sport am Skigymnasium Furtwangen. "Das war in den Anfangszeiten, als die Sportler bei uns auch eine Berufsausbildung absolviert haben", sagt Faißt. Er erinnert sich noch an viele erfolgreiche Wintersportler, wie beispielsweise Sven Hannawald, der damals die Schule besuchte. Seit 25 Jahren trainiert er nun die momentan rund 25 Nachwuchssportler des SV Baiersbronn. Daneben ist Faißt Nachwuchstrainer des Schwäbischen Skiverbands. Dadurch kommen noch einmal rund 23 Lehrgangstage dazu – und als Referent der Nordischen Kombination ist Faißt bei allen Sitzungen dabei. In den 25 Jahren habe sich sehr viel verändert, resümiert Faißt. Über das Jahr trainieren die Sechs- bis Achtjährigen im Schnitt sechs Stunden pro Woche. Die Großen sind fünfmal die Woche gefragt und bringen es im Schnitt auf zwölf Wochenstunden.

Erfolg manifestiert sich

Dass sich das Training auszahlt, belegen die aktuellen Erfolge des Nachwuchs. So siegte Katrin Fischer (Jahrgang 2007) beim Fis Youth Cup in Ruhpolding, auf der 40 Meter Schanze, wo je zwei Mädchen von bis zu acht Nationen antraten. Lars Morlok platzierte sich unter 35 Teilnehmern auf dem guten achten Platz. Nathalie Armbruster trat zu dem beim Sommer Grand-Prix in Hinterzarten an und positionierte sich im Mittelfeld.

In Hinterzarten ging auch Svenja Würth bei den Frauen an den Start. Sie ist aktuell im Training und bereitet sich intensiv für die Nordische Kombination vor, berichtet Faißt. Zahlreiche Kilometer hat sie schon auf Skiroller absolviert. Gelernt hat sie das, wie soll es anders sein, bereits in ihrer frühen Jugend bei Faißt. Sohnemann Manuel Faißt ist gerade von einem Lehrgang mit dem Nationalteam aus Courchevel zurück. Nach seinem schweren Sturz in Zakopane ist David Siegel mit dem Heilungsverlauf voll zufrieden, fährt aktuell viel Rad. Beim Aufbautraining stehen Krankengymnastik und leichte Sprünge am Boden an. Wenn das Knie und die Muskulatur mitspielt, kann sich Siegel vorstellen, Mitte Oktober mit dem Training auf der Schanze zu beginnen. Constantin Schnurr ist aktuell in Freiburg mit der Trainingsgruppe, in der auch Manuel Faißt und Fabian Rießle trainieren. Er wird anschließend in den Continentalcup einsteigen. Ebenso als Mitglied vom SV Baiersbronn bereitet sich Langläufer Andreas Katz auf die neue Saison vor. Dabei legt er im Hochgebirge so viele Schneekilometer wie möglich zurück.

Ruhestand in Sicht

All diese Wintersportler haben die Schule von Klaus Faißt durchlaufen. Dieser wird es ab Mitte oder Ende 2020 etwas langsamer angehen lassen, der Ruhestand steht bevor. Dann hat Vater Klaus Faißt auch einmal die Zeit und Muße seinen Sohn bei verschiedenen Weltcups zu besuchen. Seefeld und Schonach stehen dabei ganz weit oben auf Faißts Wunschliste.

Beim Sommerskispringen schnuppern können Kinder ab sechs Jahre am Samstag, 3. August, von 14.30 bis 17 Uhr. Nach kleinen Vorübungen geht es mit den Skiern über die Kunststoffmatten. Je nach Entwicklungsstand können die ersten Hüpfer von einer Fünf-Meter-Schanze gemacht werden. Mitzubringen sind Alpinskier, Helm, Handschuhe und ein alter Trainingsanzug. Die Ausrüstung kann vom Verein gestellt werden, dazu muss die Schuhgröße angegeben werden.

 Anmeldung: Baiersbronn Touristik unter 07442/84140.

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