Den ersten Aerials-Weltcup der Saison beendete Emma Weiß als Neunte. Für die 25-jährige geht es nun Schlag auf Schlag weiter – bis zu den Olympischen Winterspielen in Italien.
Den neunten Rang im ersten Weltcup des Winters hätte Emma Weiß im Vorfeld wohl bereitwillig unterschrieben. Schließlich kann sich die erste Top-10-Platzierung direkt im ersten Wettkampf – und damit die halbe Miete zum Olympia-Ticket – durchaus sehen lassen. Dennoch schwang beim Fazit der 25-Jährigen am Ende auch etwas Enttäuschung mit. Im Interview mit unserer Redaktion spricht die Ski-Freestylerin über ihre Leistung im finnischen Ruka, ihre aktuelle Verfassung und den Fahrplan bis zu den Olympischen Winterspielen.
Frau Weiß, Sie sind beim ersten Weltcup Neunte geworden. Wie lief der Saisonstart für Sie?
In der Quali bin ich Dritte geworden, womit ich natürlich sehr zufrieden war. Ich habe viele Komplimente bekommen und gesehen, dass ich ganz oben mitspringen kann. Im Wettkampf war ich dann aber etwas zu langsam – wir wissen nicht genau, warum. Es war schon enorm schade, dass es am Ende nur für den neunten Platz gereicht hat. Aber vor allem durch diesen Quali-Sprung konnte ich zum Saisonstart viel Selbstvertrauen tanken.
Am 20. Dezember steht in China dann schon der zweite von insgesamt fünf Weltcups an. Wie sieht Ihr Fahrplan für die kommenden Wochen aus?
Ich bin gerade noch in Finnland und trainiere hier. Am Sonntag geht es dann weiter nach China. Dann werde ich über Weihnachten ein paar Tage zu Hause sein und in der Schweiz trainieren, bevor es dann weiter nach Kanada und in die USA geht, wo die letzten drei Weltcups vor den Olympischen Spielen stattfinden. Auch die Olympia-Vorbereitung werden wir dann in Lake Placid in den USA absolvieren.
Und wie fühlen Sie sich aktuell in diesem Olympia-Winter, in dem alles auf das eine große Ziel zugeschnitten ist? Wie bereiten Sie sich darauf vor?
Eigentlich sind ja sogar die letzten Jahre komplett auf Olympia ausgelegt. Natürlich ist es das große Ziel, im Februar dann meine bestmögliche Leistung abrufen zu können. Ich fühle mich so bereit und so gut wie noch nie! Ich arbeite an dem „Double Full Full“ – dem mehr oder weniger schwierigsten Doppelsalto-Sprung. Ich bin glücklich mit dem Verhältnis zu meinem neuen Trainer Jaroslav Novak – ich vertraue ihm voll und ganz, was in meiner Disziplin sehr wichtig ist. Jetzt gerade dreht sich alles um die Frage: In welchen Bereichen lässt sich für Olympia noch mehr rausholen?
Wie soll das gelingen – für Olympia das Maximum herauszuholen?
Am besten mit mehr Sponsoren (lacht). Das ist natürlich weiterhin ein großes Thema für mich. Die finanzielle Belastung ist aktuell sehr hoch. Aber ansonsten mache ich gerade im Prinzip nichts anderes als trainieren, ins Gym zu gehen, gesund zu essen und mich um meine Regeneration zu kümmern. Auch mit Dingen wie Mentaltraining oder zyklusgerechter Ernährung beschäftige ich mich immer mehr. Und meine Beziehung zu Gott ist stärker denn je. Also wie gesagt: Ich fühle mich so gut wie noch nie!