Wenn der Naturschnee nicht ausreicht, werden Schneekanonen eingesetzt. Doch was kommt eigentlich aus den Maschinen? Und wie lässt sich das mit dem Naturschutz vereinbaren?
Ende November liefen die Schneekanonen im Skigebiet Feldberg bereits auf Hochtouren. Immerhin konnten die Feldbergbahnen somit pünktlich zum anvisierten Saisonbeginn am 27. November starten. Dabei hatte man dann schon mit 80 Zentimeter Naturschnee eine gute Basis.
Mit den ersten Medienberichten zum Saisonstart kamen sie wieder: die kritischen Stimmen zur Beschneiung, meist von Naturschützern. „Ich kann nicht sagen, warum die Leute das so verteufeln“, sagt dazu Feldbergbahnen-Geschäftsführer Kai Lebrecht im Gespräch mit unserer Redaktion. Klar, sei es ein Eingriff in den natürlichen Kreislauf, es werde Schnee produziert, wo die Natur dies nicht tut, gibt Lebrecht zu. Aber: Bei dem technischen Prozess entstehe der gleiche Wasserkreislauf wie auch in der Natur. Denn wenn diese den Tauprozess einleitet, schmilzt das Wasser wieder und läuft ab.
Erst ab dem 15. November dürfen die Beschneier Wasser aus den Bachläufen, Auffanglagern, Quellen und Zisternen entnehmen, die Mengen dafür seien reguliert. Und es brauche Minusgrade, eine Beschneiung mache erst ab -3 Grad Sinn. Und bevor sie beschneien dürfen, müsse es schon den ersten Schnee gehabt haben. Nur während der Wintersaison, also nach dem bereits der erste Schnee gefallen war, dürfe man auch auf grüne Stellen beschneien, erläutert Lebrecht zunächst die klaren Vorgaben.
Keine Zusätze im „Kunst“-Schnee
Dann erklärt Lebrecht wie das Ganze abläuft. Das Wasser aus der Natur wird mit hohem Druck an die entsprechenden Stellen gepumpt. Mit den Düsen in den Schneekanonen wird mit Druck das Wasser in kleine Strahlen gedrückt, so entstehen ganz kleine Wassertropfen. „Umso kleiner die Tropfen, umso leichter gefrieren sie“, erläutert Lebrecht. Diese Tropfen lassen sich dann also als Eiskristalle auf dem Boden nieder. Lebrecht betont. „Es werden keine Zusätze verwendet.“ Aus den Schneekanonen kommt also durch Luftdruck gepresstes Wasser.
Schnee wird gleichmäßig verteilt
Und wie sieht es mit dem Energieverbrauch aus? Genaue zahlen zum Stromverbrauch nennt der Geschäftsführer nicht. Aber klar, brauche man viel Energie dazu. Aber den Feldbergbahnen sei es wichtig, ganz gezielt und damit so effizient wie möglich zu beschneien. Damit könnten wiederum auch Kosten eingespart werden. Für die gezielte Beschneiung sorgt das satellitengesteuerte „Snow Sat System“, mit dem die Pistenraupe das jeweilige Schneeprofil an den einzelnen Stellen misst und dadurch den Schnee gleichmäßig auf den Pisten verteilen kann.
Auch am Feldberg macht sich der Klimawandel immer mehr bemerkbar. Tauphasen wie in diesen Tagen Mitte Dezember habe es damals noch nicht gegeben, erinnert sich Lebrecht. Sinken die Temperaturen wieder und falle dann wieder Schnee, müsse man parat sein. „Dann müssen wir bereit sein, alles vorbereitet haben, die Lifte mit Personal besetzt haben und die Pisten gespurt haben“. Denn jeder Betriebstag zählt.
Liftbetrieb und Naturschutz kommen zusammen
Lebrecht betont, wie wichtig den Feldbergbahnen der Naturschutz ist und, dass man immer mit diesem zusammenarbeite. Denn: „Ohne die Bergbahnen geht es nicht, aber auch nicht ohne Naturschutz.“ Immerhin sei es auch den Mitarbeitern, die überwiegend aus dem Forst kommen, besonders wichtig, die Natur in ihrer Heimat zu schützen. Und so ließen auch sie sich immer wieder neue Ideen einfallen, die zu einem nachhaltigen Betrieb beitragen.
Die Leitungen zu den Beschneiungslanzen etwa, seien nicht wie andernorts in Betonkanäle unter der Erde verlegt, sondern in Holzkanälen. Und auch habe man Skirouten ausgewiesen, in denen sich der Skifahrer fühlt als würde er frei in der Natur fahren, die aber eben nicht dort liegen, wo der Auerhahn lebt oder andere Vögel brüten.
Kein erhobener Zeigefinger
Das Feldberggebiet ist Lebensraum vieler seltener Tiere und Pflanzen. Aus diesem Grund wurde es bereits 1937 unter Naturschutz gestellt.Und gerade deshalb macht auch der Feldbergranger Achim Laber vom Haus der Natur in den sozialen Medien immer wieder auf die Regeln im Skigebiet aufmerksam. Dies macht er aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einer guten Portion Humor und einer jede Menge Charme. Das kommt gut an und wirkt.
„Uns ist es wichtig, nicht gegen die Natur, sondern mit der Natur zu arbeiten“, betont auch nochmals Kai Lebrecht von den Feldbergbahnen.