Die neue Gondelbahn Flying Mozart bringt Wintersportler in Flachau auf das Grießenkareck. Foto: dpa//Snow Space Salzburg

Der kommende Winter bringt viel Neues in den Wintersportgebieten. Gleich mehrere Liftprojekte eröffnen zum Start der Skisaison. Wir stellen einige der spannendsten vor.

Stuttgart - Die Skiliftgesellschaften in den Alpen investieren nach einer praktisch ausgefallenen Saison deutlich verhaltener als vor der Coronakrise. Trotzdem gibt es gleich mehrere Liftprojekte, die zum Start der Wintersportsaison eröffnen. Das sind einige die spannendsten:

 

Eine Cabrioseilbahn für den Karersee

Bisher war das Tiersertal in Südtirol zwischen Seiseralm und Rosengarten ein Geheimtipp für ruhesuchende Bergsteiger und Winterwanderer. Jetzt nicht mehr: Vom 15. Januar 2022 verbindet die neue Tierser Seilbahn das Tal mit dem Skigebiet Carezza am Karerpass. Oben an der Frommer Alm angekommen, hat der Skifahrer Anschluss an das runderneuerte Skigebiet Karersee mit gut 40 Pistenkilometern.

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Lech/Zürs: Schnell am Weißen Ring

Die Vorarlberger Seite des Arlberggebiets fühlt sich als die etwas feinere. Zur neuen Saison wurden zwei 50 Jahre alte Hauptverkehrsachsen gegen moderne Seilbahnen ausgetauscht. So die zentrale Madlochbahn zwischen Zürs und Lech, die einem modernen Sechsersessel mit Hauben weichen musste, dessen Talstation auch noch so versetzt wurde, dass der komfortgewohnte Skifahrer nicht mehr anschieben muss. Den kleinen Ortsteil Zug kennen Arlberg-Skifahrer als Nadelöhr der beliebten Skirunde „Weißer Ring”. Die Wartezeiten am Zugerberg gehören nach dem Ersatz eines alten Doppelsessels gegen eine moderne Zehnerkabinenbahn der Vergangenheit an.

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Verbier rüstet auf

Das größte Skigebiet der Schweiz heißt Verbier oder marketingmäßig Les 4 Vallées. Gleich vier neue Liftgroßprojekte leistet man sich in dieser Saison. Direkt aus Verbier heraus wird die alte Zubringerbahn Médran 1 durch eine neue Zehnerkabinenbahn hinauf nach Les Ruinettes ersetzt. Dank fast doppelter Beförderungsleistung sollte das morgendliche Anstehen dort nun ein Ende haben. Das gilt auch für die neue Verbindung von Thyon 2000 und Le Collon 1900; dort sorgt eine Kombibahn, in die abwechselnd Sessel und Gondeln gehängt sind, dafür, dass sowohl Skifahrer als auch Fußgänger bequem zwischen beiden Orten pendeln können. Zwei neue Sechsersesselbahnen verbinden den Ort La Pissevache mit dem Col de Chargerat und ersetzen die alte Sesselbahn in La Pasay.

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Ein großer Schritt zur Ortler Ronda

Drei Skiberge besitzt der Traditionsbergsteigerort Sulden am Fuß des Südtiroler Ortler. Die Vision heißt, diese drei zu einer Pistenrunde, der Ortler Ronda, zu verbinden. Einen großen Schritt dorthin bildet der Neubau der Zehnerkabinenbahn Kanzel, zum Großteil auf der Spur eines alten Doppelsessellifts. Die neue Bahn startet im Zentrum von Sulden, nur zwei Stockschübe von der Bahn zum gegenüberliegenden Skigebiet Langenstein, und reicht bis zur Pulpito-Hütte auf 2350 Metern Höhe.

Cortina d’Ampezzo und Sella Ronda

Die Bergmassive der Tofane und des Lagazuoi gehören zum Gewaltigsten, was die Dolomiten zu bieten haben. Wer beides unter die Ski nehmen wollte, der war bislang auf einen Pendelbus angewiesen. Das ist seit Eröffnung der Zehnerkabinenbahn Son dei Prade-Bai de Dones vorbei. Die 4,5 Kilometer lange Bahn verbindet die Teilgebiete Tofane und Cinque Torri. Von der Mittelstation Cianzopè kann man auch noch mal ins Tofane-Gebiet einsteigen. Wer oben an den Cinque Torri angekommen ist, kann sich erstmals auf Ski von Cortina aus auf die berühmte Sella Ronda zu machen.

Mozart fliegt aufs Grießenkareck

Auf den sanften Hügeln des Salzburger Lands wurde der Begriff der Skischaukel erfunden. Zwei davon wurden im Vorjahr durch eine Verbindungsbahn eins und vermarkten sich jetzt als Snow Space Salzburg. Der einen, Zauchensee-Flachauwinkl-Kleinarl fehlt allerdings noch ein Stück im Flachauwinkl über die Tauernautobahn. Das zu schließen, hat für die aktuelle Saison nicht mehr geklappt. Dafür leistet sich die andere Skischaukel, Flachau-Wagrain-Alpendorf, einen neuen Hochgeschwindigkeitseinstieg aus Wagrain hoch zum Grießenkareck. Diese Zehnerkabinenbahn Flying Mozart erhielt eine unterirdische Mittelstation mit Umsteigemöglichkeit in die Pendelbahn zum Grafenberg.

Panoramabahn zum Hochzeiger

Das Tiroler Pitztal besuchen viele nur wegen seines Gletscherskigebiets ganz hinten im Tal. Dabei ist das größere Skigebiet weiter vorn Richtung Inntal der Hochzeiger. Anstelle der alten Rotmoosbahn, aber deutlich weiter hoch, schießt hier die neue Achtersesselbahn Hochzeiger 2.5 bis unmittelbar unter die Felswände des Hochzeiger auf 2500 Metern Höhe. Die spektakuläre Trassenführung ermöglicht einen nicht gekannten Panoramablick und hat auch ganz praktische Vorteile. Denn vom neuen höchsten Punkt des Skigebiets sind rund 80 Prozent aller Pisten erreichbar.

Wintersportgebiet Jahorina bei Sarajevo ersteht neu

Balkan
 Wer kennt noch Jahorina? Das Pistenareal der Olympischen Spiele von Sarajevo 1984 ging im Balkankrieg zugrunde. Im vergangenen Winter war es eines von wenigen Skigebieten in Europa geöffnet. Mit dem damals verdienten Geld holt Jahorina zur großen Runderneuerung aus: Fünf neue Lifte entstehen, darunter eine Gondel und zwei Highspeed-Sechsersessel.

Investitionen
Insgesamt hat man 75 Millionen Euro investiert , auch in Flutlichtpisten, beleuchtete Loipen und eine Beschneiungsanlage. Der Hingucker der Neubauten: Die Poljice-Gondel endet an der Bergstation in einem Tunnel, der sie mit der ebenfalls neuen Olympia-Bar verbindet.