Dem Winterlinger Künstler Henry Smith hat es die abstrakte Kunst angetan. Foto: Tobias Göttling

Mit 17 Jahren sah er ein abstraktes Gemälde, das ihn nicht mehr losließ. Inzwischen fertigt der Winterlinger Künstler „Henry Smith“ eigene abstrakte Werke.

Kunst ist ein Teil von mir. Ich bin als Künstler geboren und kann gar nicht anders – so wie manche Menschen musikalische oder mathematische Fähigkeiten haben und sich ihrer erkannten Gaben nach ausdrücken, mitteilen und erschaffen.“

 

Das sagt der 40-jährige Künstler „Henry Smith“ aus Winterlingen. Schon als Kind hat der Künstler, der mit bürgerlichem Namen Heinrich Schmidt heißt, gerne möglichst exakt gezeichnet und Kunst als Leidenschaft für sich entdeckt.

Die abstrakte Kunst hat Henry Smith in den Jugendjahren für sich entdeckt

„Mit 17 Jahren sah ich ein abstraktes Gemälde, und beim Betrachten habe ich es nicht ganz verstanden, aber es ließ mich nicht mehr los“, berichtet er. „Ich habe mich damit auseinandergesetzt und entdeckte zunehmend die künstlerische Ader in mir, vor allem die Vorliebe für abstrahierende, abstrakte Kunst.“

Alles im Rahmen! Foto: Tobias Göttling

Ziel des Fachoberlehrers, der an der Schlossberg-Realschule in Ebingen unterrichtet, ist es, bei den Betrachtern seiner Kunst Neugier zu wecken und sie zum Entdecken von Farbwirkungen und Lebensfragen anzuregen sowie „sich selbst oder die Gesellschaft zu reflektieren oder einfach nur das Gesamtwerk zu genießen“.

Kunst könne von farbenfroh bis dunkel reichen. Doch „ohne Kunst wären wir nur noch bei letzterem“, ist der Winterlinger, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Sarah Schmidt das Atelier „Spectrum Seven“ führt, überzeugt.

„In meinen Werken geht es oft um den Menschen an sich. Es geht um Glaube, Gefühle, Schöpfung, Natur, Farbwirkung, kurzum: um das Leben“, sagt der zweifache Familienvater: „Im Rahmen der Liebe fängt das Leben an!“

Wer sich auf die Kunst einlasse, erfahre auch was für’s eigene Leben

Henry Smith ist auch Bildhauer und Aphoristiker. Stolz präsentiert der gläubige Christ sein neues, mit Blattgold verziertes Bild: „L’amour fait la vie“, zu deutsch: „Die Liebe macht das Leben!“

„Wir sind perfekt menschlich!“

„Wir alle wollen glänzen und wertvoll sein. Doch nicht alles an uns, in uns und in unserem Leben ist glanzvoll. Wir sind perfekt menschlich“, gibt sich der Künstler nachdenklich.

Die Bedeutung von Kunstwerken vergleicht er gerne mit einer mathematischen Formel: So wie vielen der Zugang zur Mathematik fehle, würden manche Menschen in Kunstwerken nichts erkennen – vor allem, wenn sie nur oberflächlich darauf blickten.

Wer sich hingegen darauf einlasse und etwas Vorstellungskraft mitbringe, könne auch etwas fürs Leben allgemein, vielleicht sogar für sein eigenes Leben erfahren. „Kunst ist allgegenwärtig! In allem, was gut, lieblich, schön oder edel ist, entstand zuerst eine kreative Idee, mit dem Wunsch, realisiert zu werden und Freude zu teilen.“

„Irgendwann muss das Innere nach außen“, sagt der Winterlinger

Diese Überzeugung des nebenberuflichen Künstlers wirkt sich auch praktisch aus: 2023 stellte er erstmals bei Kunstausstellungen in der „Villa Eugenia“ in Hechingen aus. 2024 folgten weitere Ausstellungen, unter anderem im Rathaus Dormettingen.

Einblick gibt der Künstler auch in seine Materialien, Techniken und Vorgehensweise: „Ich mache mir viele Notizen zu Farbkombinationen, Aufteilung, Formen, Verlauf und Größe, um gewisse Ideen bei Reife und zur passenden Zeit zu realisieren.“

Schmidt nutzt Keilrahmen und Papiere, Speckstein, Holz und Draht – aber auch Spachtel, Pinsel und seine Hände kommen zum Einsatz. Mit dem, was er in Bewegung setzt, möchte er auch andere Menschen bewegen. „In meinem Innersten ist aller Anfang und irgendwann muss das Innere nach außen!“