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Winterlingen Unterm Strich steht ein dickes Minus

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Forstbereichsleiter Klaus Richert hatte den Winterlinger Gemeinderäten rote Zahlen zu verkünden. Archiv-Foto: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Zum ersten Mal schreibt der Waldwirtschaftsplan der Gemeinde Winterlingen rote Zahlen. Unter dem Strich steht ein Minus von knapp 85 000 Euro. Dies sei vor allem einem niedrigen Holzpreis und dem davon abhängigen geringeren Holzeinschlag geschuldet.

Winterlingen. Forstbereichsleiter Klaus Richert hat dem Gemeinderat mit dem Waldwirtschaftsplan 2020 ein Zahlenwerk vorgelegt, das zu wünschen übrig lässt. Das negative Ergebnis liege aber wohl kaum in den Händen der Gemeinde – schließlich müsse diese mit dem Waldwirtschaftsplan auf Faktoren reagieren, welche die ökonomische Bewirtschaftung des Waldes nicht nur in Winterlingen erschweren. Laut Ergebnishaushalt ist in der Holzwirtschaft 2020 mit einem Minus von gut 5000 Euro zu rechnen.

"Die Situation im Wald ist äußerst kritisch", erklärt Richert die Ausgangslage. In Winterlingen stehe man im Vergleich zu anderen Regionen in Deutschland und Europa noch vergleichsweise gut da.

Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist der Buchdrucker, ein Schädling, der laut Richert "landauf, landab große Probleme in unseren Wäldern verursacht".

Aus dem Holzverkauf erwartet die Gemeinde geringere Einnahmen als in den Vorjahren. Waren vor fünf Jahren noch 70 Euro pro Festmeter zu erwarten, seien es jetzt lediglich um die 60 Euro, berichtete Eugen Seyboldt von der Holzverkaufsstelle Albstadt. Wenn alles so läuft wie geplant, seien aus dem Holzverkauf Einnahmen von 881 600 Euro zu erwarten.

Da Richert davon ausgeht, dass sich die Situation Richtung 2022 wieder erholen wird, wird der Holzeinschlag heruntergefahren: Etwa 14670 Festmeter Holz sollen im kommenden Jahr geschlagen werden – etwa 2000 Festmeter weniger als der Hiebsatz der Forsteinrichtung vorgesehen hat.

"Wir wollen das Holz nicht für einen Appel und ein Ei verscherbeln", erklärte Richert den niedrigen Hiebsatz. Die Dürre und Trockenheit im Sommer 2018 war Nährboden für Schädlinge wie den Buchdrucker; im Winter 2019 fiel landauf landab viel Schadholz durch Schneebruch an – alles Dinge, die den Holzmarkt in Baden-Württemberg und Europa drücken.

In Sachen Jungbestandspflege ist vorgesehen, im kommenden Jahr circa 1100 Pflanzen zu setzen. Auf den Klimawandel wird mit entsprechend robusten Baumarten reagiert: Etwa 2000 Douglasien und 1200 Rot- und Stieleichen werden in den Boden eingepflanzt.

Eugen Seyboldt zeigte dem Gremium die Zahlen des Ergebnishaushalts zur Erhaltung und Förderung der sozialen Funktion des Waldes auf. "Es war keine leichte Aufgabe, auf dieser Basis einen Haushalt aufzustellen", erklärte er. Trotz aller Versuche Einsparungen vorzunehmen, steht auch unter dieser Produktlinie ein fettes Minus von knapp 70 000 Euro –­ und das obwohl die Personalaufwendungen sinken, da eine von sechs Waldarbeiterstellen ab Jahresmitte nicht mehr nachbesetzt wird. Die geplanten Investitionen – 5000 Euro sind als Pauschalbetrag für den allgemeinen Waldwegebau in den Haushalt eingestellt, weitere 5000 Euro für den Ankauf von Waldgrundstücken – führen zu einem weiteren Minus von 10 000 Euro. Unter dem Strich steht demnach ein fettes Minus von knapp 85 000 Euro. Eine Zahl, an der die Gemeinderäte erst mal schwer zu schlucken haben – schließlich sei dies das erste negative Ergebnis des Waldhaushaltes in Winterlingen. Richert möchte dennoch optimistisch in die Zukunft blicken, schließlich seien die Zahlen mit Blick auf den dynamischen Holzpreis nicht in Stein gemeißelt: "Wenn der Holzpreis nur um zwei bis drei Euro steigt, dann sieht das alles ganz anders aus."

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