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Winterlingen Tausendsassa des Winterlinger Einzelhandels

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Karl Fetscher †Foto: Henkel Foto: Schwarzwälder Bote

Winterlingen. Wie nur wenige andere hat er die innerörtliche Wirtschaft in Winterlingen geprägt: Karl Fetscher war ein Mann der Tat, einer mit Charakter und beeindruckender Präsenz. Bereits am 31. März ist er im Alter von 80 Jahren gestorben und – die aktuelle Lage erforderte es – im Kreis seiner Familie beigesetzt worden.

Am 18. Mai 1939 ist Karl Fetscher geboren worden, hat das Kaufmanns-Handwerk erlernt und seit 1961, nach zwei Jahren Bundeswehrzeit, das Familienunternehmen seiner künftigen Frau Elfriede verstärkt, die er 1963 heiratete. War deren Großvater Traugott noch bekannt als "Möbelschreiner Keinath", führte die Familie inzwischen ein Kaufhaus, das zwar auf Möbel und Eisenwaren spezialisiert war, aber auch vieles andere im Sortiment hatte. Der Name war Programm: "Beim Möbelschreiner gibt’s alles".

Der Neubau des Möbelhauses Keinath in der Marktstraße 35, der 1962 begann, hatte bei den Winterlingern schnell seinen Spitznamen weg: Glaspalast. Das Kaufhaus zog 1967 vom so genannten "Möbelschreinerhaus" ebenfalls in ein neues Gebäude um: in der Ebinger Straße 35, wo unter anderem Haushaltswaren, Glas und Porzellan zum großen Sortiment gehörten.

Den Bereich Raumausstattung hat Karl Fetscher in der Marktstraße neu etabliert, bot Raumtextilien, Teppichböden, aber auch schon Kinderwagen und Kinderbekleidung an – ein Sortiment, das noch wachsen sollte. Ebenso wie die Familie von Karl und Elfriede Fetscher: Die Töchter Heike und Marion sowie Sohn Uwe waren stets die ersten Testkunden für neue Kollektionen.

Uwe Fetscher stieg später als Raumausstatter-Meister in den Betrieb ein, der da bereits zu klein geworden war: In einer umgebauten Scheune hatte Karl Fetscher deshalb schon Ende der 1970er-Jahre auch noch ein Teppichstudio eingerichtet. Dass Uwe Fetscher 1997 starb, war ein schwerer Schlag für seine Eltern. An Tatkraft ließen sie es dennoch nicht vermissen, hatten immer wieder neue Ideen und praktzierten gelebte Kundennähe in ihren Geschäften.

Das in der Marktstraße wurde 1998 – pünktlich zum 100. Jubiläum des Familienunternehmens – umgebaut: zum Fachgeschäft für Geschenke und Raumgestaltung, in das zu diesem Zeitpunkt Fetschers Tochter Heike Henkel einstieg und das einen passenden Namen trug: "Keinath Kreatives Wohnen".

Seit 2007 führt die gelernte Schnitt-, Entwurfs- und Fertigungsdirektrice Heike Henkel die Firma unter dem Namen "Kinderparadies Keinath", und dass sie selbst zwölf Jahre lang ihre eigene Firma für Kinderbekleidung hatte, kommt ihr dabei zu Gute: Das "Kinderparadies Keinath" hat weit über den Zollernalbkreis hinaus einen guten Ruf, wenn auch – naturgemäß – immer wieder neue Kunden.

Auf die Unterstützung ihres Vaters konnte sich Heike Henkel dabei stets verlassen, obwohl er mehrere Jahre lang seine Frau selbst pflegte, bis sie 2013 starb. "Jeden Tag war er im Geschäft und hat sich um die Buchhaltung gekümmert", berichtet seine Tochter – "bis zuletzt".

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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