Die Hütte steht bereits – nun ist auch der Bauantrag dafür genehmigt worden.Foto: Gauggel Foto: Schwarzwälder Bote

Waldpädagogik: Gemeinderat erteilt privilegiertem Bauvorhaben sein Plazet

Der Bauantrag kam erst nach dem Bau – dennoch hat der Gemeinderat Winterlingen "Ja" gesagt zum Neubau einer Holzhütte auf Gemarkung Harthausen. Das Ganze dient der Waldpädagogik.

Winterlingen-Harthausen. Nicht in "böswilliger Absicht" sei das geschehen, kommentierte Roland Heck, Fraktionschef der Bürgerliste, die Tatsache, dass der Bauherr einer Holzhütte auf Gemarkung Harthausen den Bauantrag erst nach dem Bau eingereicht hatte. Und zudem sei es guter Brauch, als Gemeinderat nicht gegen den Beschluss des Ortschaftsrates zu stimmen.

Von dessen Plazet hatte Ortsvorsteher Emil Oswald zuvor berichtet und hinzugefügt: "Die waldpädagogische Maßnahme für Kinder des Diasporahauses Bietenhausen ist es wert, die Genehmigung zu erteilen."

Worum geht’s? Im Gewann Kohlstättleshalde hat Ingo Weiß aus Harthausen, Lehrer im Diasporahaus Bietenhausen, auf einem Waldgrundstück, das sein Vater für fünf Jahre – mit Option auf Verlängerung – gepachtet hat, bereits 2017 mit seinen Schülern eine Gerätehütte gebaut, in der Arbeitsgeräte, Werkzeug und Materialien für die waldpädagogische Arbeit lagern. Danach sollten noch eine Feuerstelle und ein Pizzaofen hinzu kommen. Seine Schüler mit besonderem pädagogischem Bedarf sollen dort Zusammenarbeit, Verantwortung und viele weitere soziale Kompetenzen trainieren, hatte Weiß im Ortschaftsrat berichtet. Das Beschaffen von Feuerholz, das Pflanzen von Bäumen, das gemeinsame Kochen und Backen und nicht zuletzt das Kennenlernen der Flora und Fauna seien wichtige Elemente im Erziehungs- und Bildungsplan des Diasporahauses.

In seinem Bauantrag hatte Weiß dem Landratsamt des Zollernalbkreises mitgeteilt, dass die Feuerstelle rund betoniert und durch einen abgeschlossenen Metalldeckel durch unbefugten Zugriff geschützt werde.

Roland Heck bat freilich darum, in den Beschlussvorschlag zur nachträglichen Genehmigung des Bauantrags mit aufzunehmen, dass Weiß die Gemeinde informieren müsse, wenn das waldpädagogische Projekt nicht mehr fortgesetzt werde – und dass die Forstbeamten ab und zu nach dem Rechten sehen sollten. Außerdem enthalten ist die Auflage, dass keine private Nutzung des Ensembles erlaubt sei und die Auflagen der Fachbehörden eingehalten werden müssen.

Die Nachbarn haben keine Einwände

Der stellvertretende Bürgermeister Rainer Pfersich, der die Sitzung leitete, wies darauf hin, dass es sich laut Landratsamt um ein privilegiertes Vorhaben halte und mehrere Ämter es geprüft hätten. Die Winterlinger Gemeinderäte erteilten dem Bauantrag ebenfalls ihre Genehmigung – bei einer Gegenstimme. Einwände von Angrenzern waren nicht eingegangen.

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